Um Missbrauch zu unterbinden: Tennisspielerinnen müssen sich künftig einem Gen-Test unterziehen
Nach Olympia-Skandal wird auch im Tennis radikale Richtlinie eingeführt
Stand: 20.07.2026, 19:40 Uhr
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Wann ist eine Frau eine Frau? Frei nach Herbert Grönemeyer führt die WTA einen verpflichtenden Gen-Test im Tennis ein.
Berlin – Weil das Thema so heikel ist, drückte sich die Women’s Tennis Association (WTA), die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen, lange um eine endgültige Entscheidung. Aber wie soll realisiert werden, dass tatsächlich nur Frauen an Turnieren der Damentour teilnehmen? Nun ist eine Entscheidung gefallen.

Jede Tennisspielerin muss künftig einen einmaligen Gentest absolvieren, um auf der Damentour starten zu dürfen. „Die WTA ist sich bewusst, dass es sich hierbei um ein sensibles und komplexes Thema handelt, und verpflichtet sich, alle Spielerinnen mit Würde zu behandeln und die Richtlinie auf respektvolle und umsichtige Weise umzusetzen“, hieß es in der Mitteilung des Verbandes.
Jede Spielerin muss sich einmalig auf das SRY-Gen testen lassen
Die Teilnahmeberechtigung für WTA-Turniere wird künftig durch ein verpflichtendes, einmaliges Screening auf das SRY-Gen nachgewiesen. Dabei wird untersucht, ob das auf dem Y-Chromosom liegende Gen vorhanden ist, das eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale spielt. Der Gentest kann entweder per Wangenabstrich oder anhand einer Blut- oder Speichelprobe durchgeführt werden.
Diese neue Richtlinie tritt am 21. Juli in Kraft. Bisher durften Transgender-Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, sofern sie ihr Geschlecht als weiblich angegeben und über einen Zeitraum von zwei Jahren vor dem Wettkampf einen gesenkten Testosteronspiegel aufrechterhielten. Derzeit sind allerdings keine Transgender-Frauen bekannt, die auf der WTA-Tour aktiv sind.
Die WTA folgt damit der Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auslöser für die verschärfte Politik war die Debatte um die Frauen-Boxwettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting waren zuvor vom damaligen Box-Weltverband IBA von der WM ausgeschlossen worden, da sie bei einem nicht näher erläuterten Geschlechtertest die Kriterien nicht erfüllt hatten. Bei Olympia durften aber beide starten. (lw/dpa)