Nacht der Blauen Wunder: Erstmals seit Jahren weniger Besucher
Stand: 11.10.2026, 17:01 Uhr
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Neun Live-Bands spielten am Samstag in neun Tölzer Kneipen – doch der Andrang blieb hinter den Vorjahren zurück. Der Veranstalter nennt einen konkreten Grund für den Schwund.
Bad Tölz – Seit öffentliche Live-Musik eher rar geworden ist, können Veranstaltungen dieser Kategorie in der Regel großen Zuspruch verzeichnen. Doch die „Nacht der Blauen Wunder“, die am Samstag wieder neun Live-Acts in neun verschiedene Tölzer Kneipen brachte, musste erstmals seit langer Zeit einen erheblichen Besucherschwund hinnehmen.

Seit 24 Jahren gibt es die Veranstaltung
Das Konzept der Erdinger „Sinnflut Kultur GmbH“, die seit 24 Jahren die „Blaue Nacht“ veranstaltet, ist ebenso einfach wie erfolgversprechend: Es muss nur einmal Eintritt für alle Live-Acts bezahlt werden. Für jeweils eine halbe Stunde gibt es dann in den einzelnen Lokalitäten Musik. Es folgt eine halbe Stunde Pause, in der die Musikfans, ohne etwas zu verpassen, die Örtlichkeit wechseln können. Dazu hatte „Sinnflut“ auch wieder den großen Partybus mitgebracht, der während der gesamten Veranstaltungszeit für die Besucher seine Runden durch die Stadt drehte. Angesichts der regnerischen Witterung am Samstagabend wurde der Bus gut angenommen.
Vielseitiges Musikprogramm in den Tölzer Kneipen
Vielseitig war dann auch das Musikprogramm. Im „Kesselhaus“ feierte die Gruppe Pink Elephant ihr 20-jähriges Bestehen. „Hier ist es fast wie in unserem Wohnzimmer. Hier hatten wir tatsächlich vor 20 Jahren auch unseren ersten Auftritt“, erklärte Sänger Ralf. Die Coverband, die mit Rock-Klassikern aufwartete, war übrigens die einzige heimische Formation aus Tölz und Umgebung. Entsprechend groß war dann auch das Interesse ihrer Fangemeinde im proppenvollen „Kesselhaus“.

Im „Jailhouse“ versuchte „Overdrive“ mit Classic Blues und Country-Rock die Stimmung hochzuhalten. Im Keller des „Gasthauses“ bot die Erdinger Sechs-Mann-Band Mad March ebenfalls gute klassische Rockmusik. Doch dort war das etwas geringere Besucherinteresse als in den Vorjahren durchaus spürbar.
Zum Teil kommen die Besucher bereits seit Jahren
Die Musikfans, die zum Teil seit Jahren zu der „Blauen Nacht“ kommen, hatten aber auf jeden Fall großen Spaß. „Da muss ich mit meiner Frau einfach dabei sein. Das ist genau die Musik, mit der wir groß geworden sind“, erklärte der Lenggrieser Edgar Lindner. Zudem freute er sich, dass bei diesem Event „Alt und Jung“ gleichermaßen dabei sind, um gute Live-Musik zu genießen. Gerade „die vielen Livebands, das hat man ja sonst nicht“, hatten es dem Reichersbeurer Peter Fischer angetan. Und der Tölzer Thomy Gärner, ein treuer Fan der „Nacht der Blauen Wunder“, freute sich, dass man heuer in das eine oder andere Lokal sogar noch problemlos hineinkam. Etwa in die „Bar N19“ in der Nockhergasse. Dort war Inhaberin Gabi Krinner nicht nur von der guten Stimmung ganz angetan, sondern registrierte auch, dass das Konzept Gäste in ihr Lokal lockte, die ohne das Musikprogramm möglicherweise nie zu ihr gefunden hätten.
Insgesamt „zufrieden“ war dann auch Bernie Sparakowsky von Veranstalterseite. Er betonte, dass er viele Rückmeldungen erhalten habe, die von einer „allseits guten Stimmung“ sprachen. Auch wenn er zugeben musste, „dass witterungsbedingt etwas weniger Leute unterwegs waren als üblich“.