Netanjahu und Modi würdigen angegriffenen Piloten als Helden
Gewalttat im Flugzeug
Netanjahu und Modi würdigen angegriffenen Piloten als Helden
Von dpa
Aktualisiert am 01.10.2026 - 06:24 UhrLesedauer: 4 Min.
Der Flug von Dubai nach Tel Aviv ist offenbar nur knapp einer Katastrophe entronnen, Israel spricht von einem Terroranschlag. Nun werden immer mehr Details bekannt, was sich im Cockpit abspielte.
Nach der Gewalttat auf einem Flug nach Tel Aviv haben Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der indische Premier Narendra Modi die Furchtlosigkeit des mutmaßlich von seinem Kollegen angegriffenen Piloten gewürdigt. "Er ist ein wahrer Held", teilte Netanjahu am Abend auf der Plattform X mit. Trotz schwerer Stichverletzungen habe der indische Flugkapitän Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen. Modi schrieb auf X, Indien sei stolz auf den Piloten.
"Angesichts größter Gefahr und trotz schwerer Verletzungen bewies er immensen Mut und unerschütterliche Entschlossenheit, das Leben anderer zu schützen", betonte Modi. Mit seinem heldenhaften Einsatz habe er dazu beigetragen, eine große Tragödie abzuwenden.
Auch Netanjahu betonte, der Pilot habe eine Katastrophe verhindert. "Er hat die Leben von 174 Menschen gerettet, darunter israelische Bürger und andere Staatsangehörige." Er wünschte dem Mann eine schnelle Genesung. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien, wo das Flugzeug notgelandet war, gab am Abend bekannt, der Zustand des Piloten sei stabil.
Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu der Auseinandersetzung im Cockpit kam. Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus - wichtige Fragen sind aber noch offen.
Nach früheren Aussagen Netanjahus hatte einer der beiden Piloten auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich am Morgen Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Nach übereinstimmenden Berichten war die Maschine in einen Sturzflug geraten. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden - eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.
Passagierin berichtet von "zwei Wundern"
Die Passagiere wurden am Abend mit einem Ersatzflug vom saudi-arabischen Tabuk nach Tel Aviv gebracht und dort mit Jubel begrüßt. Ein solcher Direktflug ist eine Seltenheit zwischen den beiden Ländern, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.
Eine Frau, die mit ihren vier Töchtern im Flugzeug saß, sagte der Zeitung "Times of Israel", es habe "zwei Wunder" gegeben: dass Israelis an Bord waren, die heldenhaft ins Cockpit gegangen seien - und dass weitere Piloten an Bord waren, die das Flugzeug landen konnten.
Netanjahu: Weiterer Anschlag wie am 11. September verhindert
Netanjahu traf am Flughafen von Tel Aviv einen Passagier, der ins Cockpit eingedrungen war. Der US-Sender CNN veröffentlichte ein Video des Treffens, in dem Yaniv Hayun in blutverschmierter Kleidung schildert, wie er und andere den Angreifer gestoppt hätten. Als er ins Cockpit kam, sei der Angreifer an Bordinstrumenten zugange gewesen - Hayun vermutete, dass der Mann das Flugzeug unbrauchbar machen wollte.
Im Gespräch mit dem US-Sender Fox News sagte Netanjahu später über seinen Landsmann: "Das war ungeheurer Mut, der einen weiteren Anschlag wie am 11. September verhinderte." Bei den Terroranschlägen in den USA kamen 2001 fast 3.000 Menschen ums Leben, als Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführten und zwei davon in die Türme des World Trade Centers steuerten. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab.