Neue Details zum Drohnenvorfall von Leipzig – Verwirrung um Ladung der Antonow
KI-Stimme. Info
Im Falle des versuchten Anschlags am Flughafen Leipzig auf ein ukrainisches Flugzeug gibt es neue Erkenntnisse zur verwendeten Drohne. Demnach soll es den Ermittlern gelungen sein, die gesamte Sprengvorrichtung der Drohne zu rekonstruieren. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung war der an der Drohne gefundene Semtex-Sprengstoff wohl in eine herkömmliche Konservendose gefüllt worden.

Am Boden der Dose sei ein Zünder durch ein gebohrtes Loch angebracht worden. Experten der Bundespolizei entschärften die Sprengladung, die offenbar nur deshalb nicht detonierte, weil der Zünder defekt war.
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Wie die „Bild“-Zeitung außerdem berichtet, habe die Drohne über eine Abwurfvorrichtung verfügt, mit der mutmaßlich die mit Sprengstoff geladene Dose abgeworfen werden sollte. In der Drohne sollen die Ermittler weiterhin zwei SIM-Karten gefunden haben, mit denen möglicherweise die Drohne und die Abwurfvorrichtung gesteuert worden sind.
Drohne befand sich bereits vier Stunden neben Flugzeug
Laut dem „Spiegel“ würden Videoaufnahmen vom Leipziger Flughafen belegen, dass die Drohne sich bereits vier Stunden lang in unmittelbarer Nähe der ukrainischen Antonow-Frachtmaschine befand, bevor sie ein aufmerksamer Besucher des Flughafengeländes bemerkte. Ein Busfahrer der Besuchergruppe habe die schwebende Drohne daraufhin mit dem Fuß auf den Boden gedrückt.
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Die mittlerweile der Bundesanwaltschaft unterstellten Ermittlungen hätten zusätzlich Teile der Drohne auf der Tragfläche des Flugzeugs gefunden, wo die Treibstofftanks der Antonow liegen. Das werfe Fragen auf, wonach die Drohne mit dem Flugzeug bereits vor der Entdeckung kollidierte. Nach bisherigen Angaben soll das Flugzeug voll betankt gewesen sein.
Leipzig: Flughafen dementiert Berichte über Munitionsfracht in Antonow
Derweil hat die Flughafengesellschaft Berichte dementiert, wonach eines der ukrainischen Antonow-Flugzeuge in der Nähe mit Munition beladen gewesen sei. „Die betreffenden Antonow-Flugzeuge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls leer und damit ohne Fracht“, sagte Maret Montavon, Leiterin Kommunikation und Politikbeziehungen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, der „Leipziger Volkszeitung“. „Diese Einschätzung deckt sich mit den uns vorliegenden Informationen von Antonov Logistics SALIS.“
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NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichteten unter Berufung auf vertrauliche Polizeiangaben, als Bord sei Munition aus Frankreich gewesen, die weiter in die Ukraine gebracht werden sollte. Doch das Bundesinnenministerium hatte zuvor bereits intern anderslautende Berichte dementiert. In der Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen Inneres und Verteidigung wurde nach „Focus“- und dpa-Informationen mitgeteilt, dass sich keine Munition in der fraglichen Maschine befunden habe. Auf Anfrage äußerte sich das Ministerium zunächst nicht offiziell.
os/afp/dpa