Neue Fahrradgarage: Nahe der Porta Nigra – Ehemaliger Lost Place in Trier erwacht zu neuem Leben
Neue Fahrradgarage Nahe der Porta Nigra – Ehemaliger Lost Place in Trier erwacht zu neuem Leben
Trier · An prominenter Stelle direkt an der Porta Nigra ist aus einem ehemaligen Angstraum eine moderne Fahrradgarage geworden. Wie es dort aussieht und wie das Ganze funktioniert.
17.07.2026 , 17:21 Uhr
23 Bilder
Ex-Lost-Place: So sieht die neue Fahrradgarage an der Porta Nigra aus
23 Bilder
Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Vermutlich gibt es im Herzen Triers nur wenige ehemalige Lost Places, die mehr Geschichte erlebt haben als so manches Denkmal in der Römerstadt. Die frühere Unterführung nahe der Porta Nigra dürfte eines davon sein. Sie war Schauplatz von Raubdelikten, Party-Location, Kiosk-Standort und – nicht zu vergessen – Graffiti-Galerie. Nun aber beginnt dort ein neues Kapitel.
40 Bilder
Kennen Sie diesen Lost Place mitten in Trier?
40 Bilder
Foto: Roland Morgen
Trier: Ex-Lost Place erwacht als Fahrradgarage zu neuem Leben
Unweit der Porta Nigra ist unter der Erde eine moderne Fahrradgarage entstanden, in der kaum noch etwas an den früheren Angstraum erinnert. Mithilfe von Fördermitteln des Bundes haben die Stadtwerke Trier (SWT) die vormals dunkle Unterführung umfassend saniert und ihr einen neuen (rutschresistenten) Boden und Anstrich sowie LED-Beleuchtung verpasst.
„Uns war es wichtig, einen hellen und überschaubaren Raum zu schaffen“, erklärt Christoph Klüsserath, Haus-Architekt der SWT. Die ehemalige Fußgängerunterführung war dunkel, wies zahlreiche Graffiti auf. Statt Graffitis sind die Wände nun weiß gestrichen, auch der Boden ist hell. Dunkle Ecken gebe es nicht mehr. Für Sicherheit sollen zudem Kameras sorgen, die den gesamten Raum überwachen.
Nahe Porta Nigra: 201 neue Fahrrad-Stellplätze für Trier
Die von den SWT betriebene Anlage beherbergt insgesamt 201 Stellplätze und richtet sich sowohl an Triererinnen und Trierer als auch an Gäste der Stadt. Mit Blick auf den zunehmenden Fahrradtourismus sollen auch Radreisende angesprochen werden.
„Direkt bei der Porta Nigra können jetzt Fahrräder geparkt werden. Das ist wichtig für Triererinnen und Trierer, aber auch für viele Touristen, die unsere schöne Stadt per Fahrrad erkunden wollen“, erklärte Verena Hubertz, Bundesbauministerin und Bundestagsabgeordnete für Trier und Trier-Saarburg, die sich bei einem Pressetermin am Freitag, 17. Juli, selbst ein Bild von dem neuen Angebot machte.
Neben 182 „klassischen“ Stellplätzen gibt es zehn Einzelboxen (mit integrierter Lademöglichkeit für E-Bikes), neun Stellplätze für Lastenräder sowie 36 separate Schließfächer mit Lademöglichkeit. Zudem ist eine Service-Station mit Aufhängevorrichtung vorhanden.
Früher Angst-, heute Abstellraum für Fahrräder. Die neue Fahrradgarage ganz in der Nähe der Porta Nigra geht am Montag, 20. Juli, in den Betrieb.
Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Trier: Neue Fahrradgarage bis Ende September kostenlos nutzbar
Damit sich das Angebot etablieren kann, ist es ab dem 20. Juli bis zum Ende der Rad-Saison am 30. September, kostenlos nutzbar. Zur Nutzung der Fahrradgarage muss man sich auf der Website der SWT (www.fahrradgarage.swt.de) registrieren. Via E-Mail bekommt man dann einen QR-Code, mit dem man die Türen für den Ein- und Auslass öffnen kann. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich während der Öffnungszeiten bei der Touristinformation registrieren (Montag bis Samstag: 9.30 bis 18 Uhr, Sonn-/Feiertag: 10 bis 17 Uhr).
Ab dem 1. Oktober soll die Nutzung dann kostenpflichtig werden. Pro Stellplatz werden vier Euro am Tag fällig. SWT-Kunden zahlen einen vergünstigten Preis von 1,50 Euro pro Tag. Die abschließbaren Fahrradboxen schlagen mit zusätzlich acht Euro am Tag zu Buche, ein separates Ladefach kostet zusätzlich zwei Euro am Tag.
Auf die neue Garage werde auch über das Parkleitsystem hingewiesen, so Arndt Müller, Vorstand der Stadtwerke Trier. „In der neuen Funktion als Fahrradgarage ist die alte Fußgängerunterführung zu einem Baustein unserer Mobilitätsstrategie geworden.“ Bis 2034 wolle man unter anderem alternative Mobilitätsangebote zugunsten der Umwelt fördern.
770.000 Euro für Fahrradgarage, Bund fördert zu 75 Prozent
Das Projekt Fahrradgarage schlägt insgesamt mit 767.000 Euro zu Buche. Rund 575.000 Euro davon stammen aus Fördermitteln. Unterstützt wurde das Projekt durch ein Förderprogramm des Bundesamtes für Logistik und Mobilität. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (infolge seines Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWT) sprach Partei-Kollegin Verena Hubertz (SPD) seinen Dank dafür aus, dass sie sich für die Fördermittel eingesetzt hatte.
Neben den Verantwortlichen der Stadtwerke Trier (Arndt Müller, SWT-Vorstand (in der Mitte)) war mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe (infolge seines Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWT) und Bundesbauministerin Verena Hubertz auch die Politik vor Ort, um die neue Fahrradgarage in Augenschein zu nehmen.
Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Neue Fahrradgarage Trier: Am Ziel? Fast.
Neu ist die Idee, die Unterführung als Fahrradstellplatz zu nutzen, übrigens nicht. Bereits zu Beginn der 2000er-Jahre kam der Plan erstmals auf. Zeitweise wurde er sogar provisorisch so genutzt. Dass die letztliche Umsetzung deutlich länger gedauert habe, räumt Leibe ein, nun aber sei man am Ziel. „Ich bin begeistert. Man kommt rein, es ist hell und kein Angstraum mehr.“
Also alles perfekt? Naja, fast. Die aktuelle Tür ist Provisorium, die bestellte Automatik-Schiebetür kam aufgrund von Lieferproblemen nicht rechtzeitig an. Deswegen gibt’s in der ersten Woche eingeschränkte Öffnungszeiten. Sobald das gute Stück dann eingesetzt ist, soll die Anlage dann aber rund um die Uhr geöffnet werden.
Und dann wäre da noch eine Kleinigkeit: Der Zugang zur Fahrradgarage – direkt an der Nord-Seite der Porta Nigra – macht bislang noch wenig her. Dabei handelt es sich jedoch um eine bewusste Entscheidung. Die Stadtwerke haben den Bereich nicht neugestaltet, da das Porta-Nigra-Umfeld von der Stadt in den nächsten Jahren ohnehin umgestaltet wird. In diesem Rahmen soll dann auch der Zugang zur Fahrradgarage angepasst werden.
Bis es so weit ist, dürfte es noch etwas dauern. Doch der wichtigste Schritt ist getan: Aus dem ehemaligen Lost Place ist ein heller, nutzbarer Ort geworden.
Geöffnet hat die neue Fahrradgarage an der Porta Nigra ab Montag, 20. Juli, werktags von 8 bis 18 Uhr. Danach soll die Anlage rund um die Uhr geöffnet sein.