Neue Finanzierungsidee: Nvidia macht Rechenzentren zum Finanzprodukt - Golem.de


Nvidia will weiter günstige Finanzierungsmöglichkeiten für seine GPUs ermöglichen. Dafür hat der Konzern Vermögensverwalter ins Boot geholt.

Nvidia-CEO Jensen Huang und Vertreter der beteiligten Fonds freuen sich. (Bild: Jensen Huang, X)

Nvidia-CEO Jensen Huang und Vertreter der beteiligten Fonds freuen sich. Bild: Jensen Huang, X

Der KI-Ausbau hat bereits viel Geld gekostet, braucht aber noch viel mehr. Für die Erbauer der Rechenzentren wird es allerdings immer schwerer, das benötigte Kapital zu beschaffen: Die großen KI-Unternehmen lassen ihre Rechenzentren über eigene Gesellschaften, sogenannte Special Purpose Vehicles, oder von großen Partnern finanzieren und leasen sie nur. Doch die Kreditwürdigkeit von Oracle und Softbank, die viele Rechenzentren finanzieren, wurde zuletzt herabgestuft.

Die Finanzierung wird damit zunehmend teurer, was für Nvidia zum Problem werden kann: Entweder wird insgesamt weniger Hardware verkauft oder es wird günstigere Hardware installiert. Der GPU-Hersteller hat daher mit einer Reihe von Investmentgesellschaften ein neues Finanzierungskonzept ausgearbeitet(öffnet im neuen Fenster). Mit Nvidia-Hardware ausgerüstete KI-Rechenzentren sollen zu einem Anlageprodukt werden.

Die Grundlage für das bislang noch nicht finale Konzept sind Nvidias erst kürzlich vorgestellte DSX-Rechenzentren. Dabei handelt es sich um ein schlüsselfertiges Konzept, für das Nvidia eine Umsatzbeteiligung erhält. Diese sollen auch die Fonds erhalten, welche entsprechende Finanzprodukte auflegen.

Nvidia will zusätzliche Finanzströme erschließen

500 Milliarden US-Dollar, so Nvidias Hoffnung, sollen so zusammenkommen. Damit ließen sich anhand einer Kosteneinordnung von CEO Jensen Huang bis zu 10 GW an Rechenleistung installieren.

Die Vorabvereinbarung (Memorandum of Understanding) haben bislang Apollo, Blackrock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterschrieben, einige der größten Vermögensverwalter. Die Vereinbarung ermöglicht, zusätzliche Finanzströme in den Ausbau der KI-Infrastruktur zu lenken.

Über die Vermögensverwalter können etwa Gelder von Rentenfonds und Versicherungen in KI-Rechenzentren fließen. Ein riskantes Geschäft, findet der Analyst Ben Thompson(öffnet im neuen Fenster), da gleichzeitig Google sein Angebot an günstigeren TPUs massiv ausbauen will. Gleichzeitig suchen Unternehmen vermehrt nach günstigeren Alternativen, sogar OpenAI, lange Zeit treuer Nvidia-Kunde, wird abtrünnig.

Sollte sich der KI-Boom als Blase entpuppen, bliebe zwar die Hardware erhalten und würde nicht komplett wertlos werden. Ein zentrales Problem der Investoren ist jedoch, dass es bislang kein Wissen darüber gibt, was ein KI-Rechenzentrum wert ist(öffnet im neuen Fenster), wenn der Betreiber insolvent ist.