Bis zu 4,7 Prozent mehr: Rentner können 2027 auf kräftiges Plus hoffen


Neue Prognose zur Rente: 2027 könnte es deutlich mehr Geld geben

Stand: 26.09.2026, 13:44 Uhr

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Für Millionen Rentner zeichnet sich im kommenden Sommer ein deutliches Plus ab. Neue Berechnungen fallen sogar höher aus als die bisherige Prognose.

Frankfurt – Millionen Rentner in Deutschland können im kommenden Jahr auf eine vergleichsweise kräftige Erhöhung ihrer Bezüge hoffen. Ökonomen rechnen für den 1. Juli 2027 derzeit mit einem Rentenplus von deutlich mehr als vier Prozent. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hält sogar 4,7 Prozent für möglich. „Wir gehen in unseren Berechnungen momentan von einem Anstieg der Renten um 4,7 Prozent aus“, sagte IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller der Bild. Auch Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater hält eine Erhöhung von mehr als vier Prozent für realistisch.

Rentenerhöhung 2027: Ökonomen rechnen derzeit mit einem deutlichen Plus bei den gesetzlichen Renten. Das IWH erwartet zum 1. Juli eine Erhöhung um 4,7 Prozent.

Rentenerhöhung 2027: Ökonomen rechnen derzeit mit einem deutlichen Plus bei den gesetzlichen Renten. Das IWH erwartet zum 1. Juli eine Erhöhung um 4,7 Prozent. © Philip Dulian/dpa

Etwas vorsichtiger kalkuliert die Deutsche Rentenversicherung. Sie hält bislang an ihrer Frühjahrsprognose fest, wonach die Renten zum 1. Juli 2027 um rund 4,4 Prozent steigen könnten. Damit liegen die derzeit wichtigsten Schätzungen vergleichsweise nah beieinander und deuten unabhängig von der exakten Höhe auf ein deutliches Rentenplus hin. Fest steht die Anpassung allerdings noch nicht, weil dafür erst die endgültigen Daten zur Lohnentwicklung und weitere gesetzliche Berechnungsgrößen vorliegen müssen.

Rentenerhöhung 2027 könnte bei 4,7 Prozent liegen

Für Rentner dürfte die Entwicklung dennoch erfreulich sein. Bereits zum 1. Juli 2026 waren die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent gestiegen. Sollte sich die aktuelle IWH-Prognose bestätigen, würde die nächste Anpassung noch etwas stärker ausfallen. Die 4,7 Prozent sind allerdings ebenso eine Vorausberechnung wie die 4,4 Prozent der Deutschen Rentenversicherung und sollten deshalb noch nicht als feststehende Rentenerhöhung verstanden werden.

Wie hoch das Plus am Ende tatsächlich wird, dürfte sich erst im kommenden Frühjahr konkret abzeichnen. Bis dahin können sich die Lohnentwicklung und weitere Faktoren noch verändern. Die bisherigen Prognosen sprechen jedoch dafür, dass Rentner auch 2027 mit einem spürbaren Zuwachs ihrer Bezüge rechnen können.

So viel mehr Rente wären 4,7 Prozent

Bisherige BruttorentePlus im MonatNeue Bruttorente
1.500 Euro70,50 Euro1.570,50 Euro
2.000 Euro94 Euro2.094 Euro

Entscheidend für die Rentenanpassung ist vor allem die Entwicklung der Verdienste der Beschäftigten. Die gesetzliche Rente folgt grundsätzlich den Löhnen: Steigen die Einkommen der Arbeitnehmer, wirkt sich das mit zeitlicher Verzögerung auch auf die Altersbezüge aus. Holtemöller und Kater begründen ihre vergleichsweise hohen Schätzungen deshalb vor allem mit den kräftigen Lohnsteigerungen im laufenden Jahr.

Ganz so einfach wie ein direkter Vergleich der Lohnzuwächse ist die Berechnung allerdings nicht. In die Rentenanpassung fließen weitere gesetzlich festgelegte Faktoren ein. Deshalb kann sich der endgültige Wert noch von den heutigen Prognosen unterscheiden. Die Richtung ist derzeit jedoch klar: Die Lohnentwicklung spricht für ein deutliches Rentenplus.

Deutsche Rentenversicherung rechnet bislang mit 4,4 Prozent

Die Deutsche Rentenversicherung kalkuliert aktuell etwas konservativer als das IWH und geht in ihrer Frühjahrsfinanzschätzung von einem Anstieg um 4,4 Prozent aus. Auch dieser Wert würde für Rentner eine kräftige Erhöhung bedeuten. Bei einer bisherigen Bruttorente von 1.500 Euro wären 4,4 Prozent beispielsweise 66 Euro zusätzlich im Monat, bei 2.000 Euro Rente entspräche das einem Plus von 88 Euro.

Die IWH-Prognose liegt mit 4,7 Prozent nur 0,3 Prozentpunkte darüber, würde sich auf das Jahr gerechnet aber dennoch bemerkbar machen. Ob die stärkere Lohnentwicklung tatsächlich vollständig in einer entsprechend höheren Rentenanpassung ankommt, lässt sich erst bestimmen, wenn die endgültigen Berechnungsgrundlagen vorliegen.

4,7 Prozent wären kräftigstes Plus seit mehreren Jahren

Sollte sich die Prognose von 4,7 Prozent bestätigen, würde die Rentenerhöhung höher ausfallen als die bundesweit einheitlichen Anpassungen der vergangenen Jahre. 2024 waren die Renten um 4,57 Prozent gestiegen, 2025 um 3,74 Prozent und 2026 um 4,24 Prozent.

Für westdeutsche Rentner wäre ein Plus von 4,7 Prozent die stärkste Erhöhung seit 2022. Damals waren die Bezüge im Westen um 5,35 Prozent gestiegen. In Ostdeutschland hatte es 2023 noch einen Anstieg um 5,86 Prozent gegeben. Seit 2024 gilt für ganz Deutschland ein einheitlicher Rentenwert.

So viel mehr Geld wären 4,7 Prozent

Was eine Rentenerhöhung um 4,7 Prozent konkret bedeuten würde, lässt sich an einfachen Beispielen zeigen. Bei einer bisherigen Bruttorente von 1.500 Euro würde das monatliche Plus rechnerisch 70,50 Euro betragen. Die neue Bruttorente läge damit bei 1.570,50 Euro. Auf ein ganzes Jahr gerechnet wären das 846 Euro mehr.

Bei einer Bruttorente von 2.000 Euro würde die Erhöhung 94 Euro im Monat ausmachen. Die neue Bruttorente läge dann bei 2.094 Euro, was über zwölf Monate einem zusätzlichen Bruttobetrag von 1.128 Euro entspricht. Wie viel davon tatsächlich netto auf dem Konto bleibt, hängt jedoch von den individuellen Abzügen ab. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steigen mit der Bruttorente ebenfalls, außerdem können je nach Gesamteinkommen Steuern anfallen.

Rentenplus für rund 21 Millionen Menschen

Von der jährlichen Rentenanpassung profitieren rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Die Erhöhung erfolgt automatisch, ein Antrag ist nicht erforderlich. Wie in jedem Jahr soll die neue Rentenhöhe zum 1. Juli gelten.

Wann das zusätzliche Geld erstmals auf dem Konto erscheint, hängt vom Beginn des Rentenbezugs ab. Wer seine Rente seit April 2004 oder später erhält, bekommt sie grundsätzlich nachschüssig am Monatsende ausgezahlt. Ältere Renten werden bereits im Voraus überwiesen.

Endgültige Rentenerhöhung steht erst 2027 fest

Trotz der derzeit optimistischen Prognosen sollten Rentner noch nicht fest mit 4,7 Prozent kalkulieren. Bis zur endgültigen Festlegung können sich die Lohnentwicklung und weitere Berechnungsgrößen noch verändern. Die offiziellen Werte werden erst im kommenden Jahr festgelegt.

Derzeit liegen die wichtigsten Schätzungen allerdings vergleichsweise nah beieinander: Die Deutsche Rentenversicherung rechnet mit 4,4 Prozent, das IWH mit 4,7 Prozent und auch die DekaBank hält ein Rentenplus von mehr als vier Prozent für realistisch. Damit spricht aktuell vieles dafür, dass die gesetzlichen Renten auch 2027 deutlich steigen werden.