Neue Umfrage: Nur 6 Prozent der E-Auto-Fahrer würden zum Verbrenner zurückkehren
Stand: 03.09.2026, 13:10 Uhr

Eine neue Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zeigt: Fast alle befragten Elektroauto-Besitzer würden sich erneut für ein E-Auto entscheiden. Ursprüngliche Sorgen wie Reichweite oder Ladeinfrastruktur verlieren mit wachsender Fahrpraxis an Bedeutung - dafür rücken andere Themen in den Fokus.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat für seine mittlerweile fünfte Nutzerumfrage rund 1.000 Halterinnen und Halter reiner Elektroautos befragen lassen, ob sie sich erneut für ein E-Auto entscheiden würden. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 66 Prozent antworteten mit „ja, auf jeden Fall“, weitere 28 Prozent mit „eher ja“ - zusammen ergibt das eine Zustimmung von 94 Prozent. Nur ein Prozent schloss einen erneuten Kauf kategorisch aus, fünf Prozent tendierten eher dagegen.
Ähnlich hoch fällt die Bereitschaft aus, ein Elektroauto weiterzuempfehlen: 60 Prozent würden das uneingeschränkt tun, 34 Prozent eher schon - macht ebenfalls 94 Prozent Zustimmung. Laut BDEW gilt dabei: Je länger jemand bereits ein E-Auto fährt, desto größer die Bereitschaft, es weiterzuempfehlen.
Andere Sorgen vor und nach dem Kauf
Auffällig ist, wie unterschiedlich die relevanten Themen vor und nach dem Kauf gewichtet werden. Vor der Kaufentscheidung beschäftigte die Befragten am häufigsten die Zahl der öffentlichen Ladepunkte (66 Prozent) sowie die Lieferzeiten der gewünschten Modelle (57 Prozent). Auch die generelle Reichweite und das Laden zu Hause waren mit jeweils 48 Prozent häufig genannte Themen, ebenso die Betriebskosten (39 Prozent).
Nach dem Kauf verlieren diese Punkte laut BDEW praktisch an Bedeutung: Reichweite, Betriebskosten und das Laden werden mit wachsender Fahrpraxis kaum noch als Problem wahrgenommen. Anders beim Wertverlust: Dieser wird nach dem Kauf tendenziell wichtiger eingeschätzt als vorher. Neben dem Wertverlust nennt der BDEW auch lange Lieferzeiten künftiger Modelle als eines der aktuell drängendsten Themen für Elektroautofahrerinnen und -fahrer.
Öffentliches Laden übertrifft die Erwartungen
Unter den Befragten, die mindestens einen öffentlichen Ladepunkt nutzen, empfanden 55 Prozent das Angebot als besser als erwartet, für 36 Prozent entsprach es den Erwartungen. Nur neun Prozent zeigten sich enttäuscht. Macht in Summe 91 Prozent, deren Erwartungen erfüllt oder übertroffen wurden.
Verändert hat sich auch, wo geladen wird: Der Anteil des Ladens zu Hause sank im Jahresvergleich von 82 auf 75 Prozent, während Ladehubs innerhalb von Städten deutlich an Bedeutung gewannen - von 21 auf 39 Prozent.
Ergebnisse nur eingeschränkt repräsentativ
Für die Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Uscale im Auftrag des BDEW zwischen Juli und August 2026 rund 1.000 Fahrerinnen und Fahrer reiner Elektroautos - Plug-in-Hybride waren ausgeschlossen. Die Stichprobe ist nach Angaben des Verbands repräsentativ für die Verteilung auf die Bundesländer, nicht jedoch für die Gesamtbevölkerung. Die Ergebnisse lassen sich damit nicht ohne Weiteres auf alle Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland übertragen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)