"Nicht die beste Botschaft" : Republikaner ignorieren Trump in Wahlwerbung


"Nicht die beste Botschaft" Republikaner ignorieren Trump in Wahlwerbung 

21.09.2026, 19:41 Uhr 1BDC0A78-8807-4659-9138-A3CB87EC1676Von Gregor Rittelmeyer

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Wird in Wahlwerbungen seiner Partei kaum erwähnt: US-Präsident Donald Trump. (Foto: picture alliance / Middle East Images)

Die Midterms erzeugen Unruhe bei den US-Republikanern: Trumps Name wird in den Wahlclips erstaunlich wenig genannt, vereinzelt kritisieren die Republikaner sogar ihren Präsidenten. Bis in die Hochburgen muss Trumps Lager die Wogen glätten.

In guter Trump-Manier wirbt der US-Präsident bei den anstehenden Zwischenwahlen für sich selbst. "Tut so, als wäre ich auf dem Wahlzettel. Ich bin auf dem Wahlzettel", rief er Anfang September seinen Parteianhängern im texanischen Dallas zu. Als vorteilhaft für seinen Wahlkampf sieht das offenbar kaum ein republikanischer Kongresskandidat der Republikaner, die mit Demokraten um Sitze und die Oberhand im Senat und Repräsentantenhaus ringen.  

Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts AdImpact wurde Trump in nur 12 von 500 Wahlclips erwähnt, die Republikaner in den ersten beiden Septemberwochen veröffentlichten. Das sind weniger als drei Prozent aller Wahlwerbespots. Warum erwähnen die republikanischen Kandidaten für die Zwischenwahl am 3. November ihren Präsidenten kaum? 

Geld ist nicht das Problem 

An fehlendem Geld liegt es auf keinen Fall. Republikanische Kandidaten und Wahlkampforganisationen haben laut einer Analyse des öffentlich-rechtlichen Senders NPR angekündigt, 557 Millionen Dollar für die Wahlwerbung in den neun umkämpftesten Bundesstaaten aufzuwenden. Das ist deutlich mehr als auf der Seite der Demokraten, die ihren Kandidaten laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders "NPR" etwa 343 Millionen Dollar für Wahlwerbung zur Verfügung stellten. 

In Texas etwa wurden allein im September Werbespots für den republikanischen Kandidaten im Wert von 95 Millionen Dollar reserviert, für demokratische lediglich 20 Millionen Dollar. Ähnlich in Ohio, wo es bei Republikanern 125 Millionen Dollar und bei den Demokraten 83 Millionen Dollar sind. 

Die Partei ist sich bewusst, dass Geld kein Problem im Wahlkampf ist. "Wir haben einen Geldvorteil, den ich in meinem Leben noch nie gekannt habe", sagte der Wahlkampfchef der Republikaner für das Repräsentantenhaus, Richard Hudson, zuletzt in einem Interview mit der "New York Times". Trump selbst verfügt mit seiner Wahlkampfkasse MAGA Inc. laut Wahlbehörde FEC über knapp 400 Millionen Dollar. Mehrmals versprach er, seinen Kandidaten mit 138 Millionen Dollar davon unter die Arme zu helfen. 

Doch weder sein Name noch der seiner Organisation taucht in den Wahlclips häufig auf. Sein Versprechen, jedem Wähler 5000 Dollar zu zahlen, sollten die Republikaner ihre Mehrheiten in beiden Kongresskammern verteidigen, greifen ihre Kandidaten in Wahlkampfvideos nicht auf. Vielmehr werben sie mit sich selbst. 

Hohe Unzufriedenheit mit Trump 

Für Trump muss das erstaunlich sein, schließlich schreibt er jeden Erfolg des Landes letztendlich sich selbst zu. Genau das dürfte aber die Ursache dafür sein, warum der Name Trump zuletzt kaum fällt: In der Wählerwahrnehmung macht er keinen guten Job. Laut einer Ipsos/Reuters-Umfrage sind fast 60 Prozent der Amerikaner in den unzufrieden mit ihrem Präsidenten. Viele sorgen sich um gestiegene Preise und Kredite etwa durch Handelskonflikte oder den Irankrieg. "Die Benzinpreise sind zu hoch momentan. Der einfache Grund ist die Straße von Hormus" meinte der Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson. 

"Der Präsident ist derzeit weder die beste Botschaft noch unser bester Überbringer der Botschaft", sagte ein republikanischer Wahlkampfberater gegenüber CNN. Er wollte anonym bleiben, um das Weiße Haus nicht zu verärgern. 

Die Unzufriedenheit geht so weit, dass einzelne Kandidaten versuchen, sich durch Kritik an ihrem Oberhaupt zu profilieren: In Florida kritisierte die Republikanerin Elvira Salazar zuletzt das harte Durchgreifen von Trumps-Einwanderungsbehörde ICE gegenüber Migranten. "Mr. President, einige Ihrer Maßnahmen gehen zu weit", klagte sie in ihrem offiziellen Wahlspot. 

Prominente Wahlkämpfer 

Das Trump-Lager versucht die Wogen mit Auftritten prominenter Regierungsmitglieder zu glätten: In North Carolina trat der US-Justizminister Todd Blanche mit dem republikanischen Kandidaten Michael Whatley auf. Der Bundesstaat wird seit 2011 in beiden Kongresskammern von den Republikanern vertreten. Nun aber liegt der demokratische Kandidat für den Senat vorne, und die republikanische Hochburg droht zu verfallen. 

Deutlich wird das auch durch einen Auftritt von Vizepräsident Vance im Wahlkampf in Kansas. Der Bundesstaat ist eigentlich tiefrot, der letzte demokratische Senator wurde 1932 gewählt. Für die Demokraten zeige der Auftritt, wie sehr die Republikaner nun um ihre Sitze fürchten, sagte der demokratische Senatskandidat Adam Hamilton der "New York Times". "Dass sie den Vizepräsidenten geschickt haben, war meiner Meinung nach ein wirklich gutes Zeichen.“ 

Quelle: ntv.de