Niedersachsen hebt LKW-Fahrverbot an Sonntagen und Feiertagen bis Ende August auf
Stand: 08.08.2026, 13:25 Uhr
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Wegen des Niedrigwassers können Binnenschiffe kaum noch Güter transportieren. Nun dürfen Lastwagen über 7,5 Tonnen ersatzweise auch an Sonn- und Feiertagen fahren.
Hannover/Göttingen – Das Niedrigwasser schränkt den Gütertransport auf den Flüssen und Kanälen deutlich ein. Damit mehr Güter auf den Sutobahnen transportiert werden können, reagiert die Landesregierung am Freitag, 7. August, in Hannover.
Niedersachsen hebt das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen bis Ende August auf, soweit die Fahrten notwendige Ersatzfahrten aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers sind. Es führe zu erheblichen Einschränkungen der Binnenschifffahrt, somit seien „Warenströme zunehmend gefährdet“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Hannover am späten Freitagabend.

Die Regelung gilt ab sofort bis zunächst zum 31. August. Ein Schreiben zur Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot ist am Freitag an alle maßgeblichen Kommunen und Straßenverkehrsbehörden versendet worden. Sie gilt für die geschäftsmäßigen oder entgeltlichen Beförderungen durch Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 Tonnen sowie mit Anhängern hinter Lastkraftwagen, die Ersatzverkehre sind, die aus dem Niedrigwasser resultieren.
Mit Niedersachsen haben auch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland bislang wegen des Niedrigwassers auf Flüssen das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw gelockert oder aufgehoben.
Tonne kritisiert uneinheitliche Regelungen in Bundesländern
Da mit notwendigen Umverlagerungen von den Wasserwegen auf den Straßengüterverkehr zu rechnen ist, soll mit der Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw eine möglichst reibungslose Umsetzung ermöglicht und Unklarheiten durch unterschiedliche Bundesländerregelungen vermieden werden.

Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne beonte, dass die „angespannte Lage auf relevanten Bundeswasserstraßen pragmatische Lösungen erfordert“. Niedersachsen als zentrales Transitland handele dabei ebenso und schnell. Das Wichtigste sei, Lieferketten und Warenströme zu stabilisieren und Produktionsstopps zu verhindern.
Minister Tonne: Aufhebung des Fahrverbots kann ein Baustein sein
Das Fahrverbot vorerst aufzuheben, könne dabei ein Baustein sein, auch wenn klar sein sollte, dass das Grundproblem damit nicht behoben ist. „Wir werden uns in der nächsten Woche mit allen Beteiligten eng austauschen und abstimmen, ob weitere Schritte notwendig sind“, so Tonne, der alleirdings auch Kritik übte: „Das Land Niedersachsen hätte ein besser abgestimmtes, ländergemeinsames Vorgehen begrüßt. Der Bund ist allerdings erst sehr spät und sehr kurzfristig an die Länder mit einer Bitte auf Aufhebung der Fahrverbote zu sofort herangetreten.“ So würden sich jetzt erst Zug um Zug Aktivitäten der Länder entwickeln. „Das muss in Zukunft besser koordiniert werden“, forderte der Niedersächsische Verkehrsminister.
Mehr Investitionen ins Wasserstraßen nötig
Auch weist Grant Hendrik Tonne darauf hin, dass die Bundesregierung spätestens jetzt erkennen müsse, dass weitere zusätzliche Investitionen in die Wasserstraßen zwingend notwendig sind. „Funktionierende Wasserstraßen sind elementar für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf.“