„Niederträchtig und unanständig“: Bayerischer Fischer-Präsident wirft hin


Stand: 24.07.2026, 18:30 Uhr

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Der Präsident des Landesfischereiverbands, Axel Bartelt, lässt nach Rücktrittsforderungen sein Amt ruhen. Er vermutet eine Polit-Intrige im Hintergrund.

München – Handfester Krach bei den Bayerischen Fischern: Präsident Axel Bartelt (70), seit gut drei Jahren Präsident des 140.000 Mitglieder starken Landesfischereiverbands Bayern, lässt sein Amt „mit sofortiger Wirkung“ ruhen. „Das ist der letzte Dienst, den ich dem Landesfischereiverband erweisen kann“, sagte er im Interview mit der Zeitungsgruppe „Münchner Merkur/tz“.

„Autokratischer Führungsstil“ vorgeworfen: Präsident des Landesfischereiverbands wirft hin

Hintergrund ist ein Brief der sieben Fischer-Bezirkspräsidenten, in dem ihm ein „autokratischer Führungsstil“ vorgeworfen wird. Verbandsgremien seien in Entscheidungen nicht eingebunden worden., auch bei der Geschäftsführung gebe es Missstände. In dem Brief wird Bartelt zum Rücktritt aufgefordert – einer Forderung, die Bartelt nun genau vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung an diesem Samstag im Nockherberg nachkommt.

Axel Bartelt, Präsident des Landesfischereiverband, lässt sein Amt jetzt ruhen.

Axel Bartelt, Präsident des Landesfischereiverband, lässt sein Amt jetzt ruhen. © Marcus Schlaf

Allerdings rechtfertigt er seine Arbeit in einem neun Seiten langen Brief an die Mitglieder. Im Interview wirft er den Bezirks-Präsidenten vor, „niederträchtig und unanständig“ agiert zu haben. Denn der Rücktrittsbrief habe ihn einen Tag nach Antritt seines lange vorher angekündigten Griechenland-Urlaubs erreicht. Das sei ähnlich wie wenn man jemanden „einen Dolch in den Rücken stößt“.

Präsident des Landesfischereiverbands: Hat die CSU „den Daumen gesenkt“?

Hintergrund des Rücktrittsgesuch ist für Bartelt indes die Politik: Die CSU habe misstrauisch verfolgt, dass Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern die Fischerprüfung abgelegt habe und sich nun „mit Leidenschaft für die Fischer“ engagiere. In einer Pressemitteilung habe der Fischerverband den „prominenten Neuzugang“ auch entsprechend gewürdigt.

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Danach sei ihm aus Kreisen der CSU signalisiert worden, so Bartelt, er solle „sich überlegen, ob so etwas mittelfristig politisch sinnvoll“ sei. „Das habe ich bereits damals als indirekte Drohung interpretiert“, sagt Bartelt im Interview. Offenbar habe die CSU, insbesondere Ministerpräsident Markus Söder und Agrarministerin Michaela Kaniber, den „Daumen über mich gesenkt“. Doch es müsse klar sein, dass die Fischer „keine Vorfeldorganisation von einer Partei, auch nicht der CSU“, sei.

Ein großes Interview mit Axel Bartelt erscheint in der Münchner-Merkur-Ausgabe vom 25. Juli.