Die Schweiz richtet 2027 den grössten KI-Gipfel aus. Das sind die Eckdaten


Nur mit 6 Millionen Franken, aber mit der «Grande Dame der Teilchenphysik»: So will Rösti den Gipfel zur künstlichen Intelligenz in Genf zum Erfolg machen

Im Juni 2027 findet in Genf der grösste KI-Gipfel statt. Da der Bund sparen muss, dürften aber nur wenige Staatschefs anreisen.

12.08.2026, 18.37 Uhr

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Der Bundesrat hat Fabiola Gianotti, die ehemalige Generaldirektorin des Cern, zur Delegierten des KI-Gipfels in Genf ernannt.

Der Bundesrat hat Fabiola Gianotti, die ehemalige Generaldirektorin des Cern, zur Delegierten des KI-Gipfels in Genf ernannt.

Peter Schneider / Keystone

Bundesrat Albert Rösti benutzt KI «relativ rudimentär», wie er am Mittwoch sagte. Ab und zu wolle er etwas wissen und tippe dann eine Frage ein, bei Perplexity oder Gemini, «wie wahrscheinlich ein Grossteil der Bevölkerung». Nach einer kurzen Pause fügte er an: «Aber natürlich mit der notwendigen Vorsicht, mit dem Faktencheck.»

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Auch Rösti empfindet offenbar eine Art Misstrauen der KI gegenüber. Doch das soll sich ändern. Bereits im Februar verkündete der Bundesrat, 2027 Gastgeber des «AI Impact Summit» zu sein, des weltweit grössten KI-Gipfels. An diesem Mittwochnachmittag erklärte Rösti vor den Medien die Eckdaten dieses Gipfels.

Der Anlass findet am 21. und 22. Juni im Palexpo-Kongresszentrum in Genf statt und soll zweierlei Schwerpunkte behandeln: «KI als Treiber für Wohlstand und Fortschritt» und «allfällige Regulierungsmassnahmen», wie Rösti sagte. Die beiden Ziele wurden in das Motto «Bridging Innovation and Trust» gegossen, frei übersetzt: «Innovation und Vertrauen verbinden». Rösti hofft, dass sich die Schweiz mit dem Gipfel einerseits als «guten KI-Standort» positionieren könne, andererseits soll er dafür sorgen, dass KI «vertrauenswürdig» werde.

Sicherheitskosten wären zu hoch

Rösti betrachtet den AI Summit als «grosse Chance» für die Schweiz: «Wir können unsere Stärke als Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftsstandort sichtbar machen.» Wie ernst es der Schweiz aber ist, ist angesichts des Gipfelbudgets fraglich. Während für vergangene Konferenzen laut Medienberichten schon zwischen 13 und 43 Millionen Franken aufgewendet wurden, sind für den AI Summit in Genf gerade einmal 6 Millionen Franken veranschlagt. Die Ausgaben sollen sich das Aussen- und das Verkehrsdepartement teilen, zusätzlich beteiligen sich Sponsoren. Die Finanzierung ist laut Rösti bereits gesichert.

Rösti begründete das vergleichsweise bescheidene Budget zum einen mit dem internationalen Genf, das eine Durchführung «zu günstigen Konditionen» ermögliche. Zum anderen verwies er auf die angespannte Finanzlage des Bundes und das zuletzt geschnürte Entlastungspaket.

Das hat direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Gipfels. Dieser wird nämlich lediglich «auf Ministerebene» abgehalten. Würde man Staatschefs einladen, so Rösti, würden Sicherheitskosten im zweistelligen Millionenbereich entstehen. Gleichwohl sollen die Staatschefs der bisherigen und der künftigen Austragungsländer dabei sein. Das mediale Echo dürfte jedoch leiser sein.

Schweiz hat EU-Konvention ratifiziert

Geht es nach Rösti, misst sich der Erfolg des Gipfels ohnehin an den Inhalten, die in Genf besprochen werden. Diese erarbeitet in den nächsten Monaten Fabiola Gianotti, die der Bundesrat als Delegierte eingesetzt hat. Ihr ist es durchaus zuzutrauen, trotz geringem Budget an namhafte Gäste zu kommen.

Gianotti leitete zwischen 2016 und 2025 das Cern in Genf, jene hochkomplexe Organisation also, die den weltweit bekannten Teilchenbeschleuniger beherbergt. Wobei die Italienerin erst spät die Liebe zur Wissenschaft entdeckt hat. Als Teenagerin wollte sie Tänzerin und Pianistin werden. Erst später hat sich Gianotti den Naturwissenschaften zugewandt, ehe sie zur «Grande Dame der Teilchenphysik» geworden ist, wie diese Zeitung einmal fand. In dieser Funktion hat Gianotti auch schon den französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen.

Gianotti habe in den Naturwissenschaften versucht «zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält», schrieb der «Tages-Anzeiger» einst in einem Porträt. Es gibt auch in der Wissenschaft Stimmen, die diesen Zusammenhalt durch die KI bedroht sehen und sie deshalb regulieren wollen. Die Schweiz ihrerseits ist zurückhaltend damit, wenngleich sie die KI-Konvention des Europarates ratifiziert hat und an deren Umsetzung arbeitet. «So wenig wie möglich, so viel wie nötig», so fasste Rösti an der Medienkonferenz am Mittwoch die Haltung des Bundesrates zusammen. Vielleicht hilft der KI-Gipfel in Genf, ein gutes Mass zu finden.

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