Nürnberg kämpft mit Haushaltskrise: Stadt verhängt Ausgabensperre
Stand: 02.08.2026, 18:10 Uhr
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Schwache Gewerbesteuer, explodierende Sozialkosten, teure Klinikgesetze: Nürnbergs Stadtspitze zieht die Notbremse und sperrt den Haushalt 2026. Was das jetzt bedeutet.
Nürnberg – Nürnberg steckt in finanziellen Schwierigkeiten: Für den laufenden Haushalt 2026 hat die Stadtverwaltung eine sofortige Ausgabensperre angeordnet. Hinter der Entscheidung stehen schwächelnde Steuereinnahmen und gleichzeitig stark steigende Kosten.

Gewerbesteuer in Nürnberg bricht ein – Sozialkosten explodieren
Die Maßnahme geht auf eine gemeinsame Anweisung von Oberbürgermeister Marcus König (CSU) und Stadtkämmerer Thorsten Brehm zurück. Konkret bedeutet das: Alle noch nicht fest eingeplanten Investitionen, Fördermaßnahmen und sonstigen Ausgaben müssen künftig einer Einzelfallprüfung standhalten, bevor Geld fließen darf.
Gleich mehrere Faktoren haben die Haushaltslage der zweitgrößten bayerischen Stadt verschärft. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zeitgleich kletterten die Sozialausgaben in die Höhe. Zusätzlich belastet die jüngste Bundesgesetzgebung das Klinikum Nürnberg – das größte kommunale Krankenhaus in ganz Deutschland – mit weiteren Mehrkosten.
„Ziehen die Reißleine“: Jeder freie Euro wird auf den Prüfstand gestellt
„Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, und wir müssen uns auf ein nochmals deutlich schwierigeres zweites Halbjahr einstellen“, sagte König. „Wir ziehen die Reißleine, bevor sich die Lage weiter verschärft.“
Stadtkämmerer Brehm machte deutlich, wie ernst die Lage ist: Jeder nicht gebundene Euro müsse nun auf seine Notwendigkeit geprüft werden, betonte er. (Quelle: dpa) (res)
Auch in einer oberbayerischen Stadt droht eine Haushaltssperre – die Gewerbesteuer bricht um 15,7 Millionen Euro ein.