Tierischer Besuch in Waltroper Gartenteich: Warum eine Nutria Christa Koch Probleme macht


Welche Folgen eine zunehmende Ausbreitung dieser invasiven Tierart haben kann, erklärt Andreas Schneider vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen: "Bei den Nutrias kommt erschwerend dazu, dass die Nutrias Schäden an Wasserbauanlagen wie Deichen und Dämmen verursachen."

"Wenn wir Pech haben, geht er auch unter die Teichfolie. Und dann verlieren wir Wasser. Dann sind auf einmal über Nacht 15.000 Liter Wasser weg", sorgt sich Christa Koch.

"Und die Kois liegen im Trockenen. Dann können wir ganz viel Koikarpfen essen, das hatten wir eigentlich nicht vor." Christa Koch

Einige kleine rote und mehrere große weiße Kois sind die eigentlichen tierischen Bewohner in der Teichlandschaft der Familie Koch. Jetzt haben sie Gesellschaft bekommen.

Ein Jäger soll das Tier einfangen

Um die wilde Nutria aus dem Teich zu bekommen, wendet sich Christa Koch zunächst an den zuständigen Jäger. Der erklärt sich schnell bereit das verirrte Tier einzufangen, braucht dafür aber eine Genehmigung von der zuständigen Kreisverwaltung Recklinghausen. "Wir Jäger brauchen innerhalb der häuslichen Bebauung, also auch inklusive der Gärten, eine Ausnahmegenehmigung, weil das nicht mehr vom Jagdrecht abgedeckt ist", fasst Andreas Schneider vom Landesjagdverband NRW die Rechtslage zusammen.

Für Christa Koch wird das zur Geduldsprobe. Seit ihrer Entdeckung versucht sie täglich jemanden bei der Kreisverwaltung zu erreichen, zunächst ohne Erfolg. Auf eine WDR-Anfrage meldet sich der Kreis Recklinghausen dann zurück. In der unteren Jagdbehörde gäbe es aktuell krankheitsbedingte Ausfälle.

Kreis erteilt Ausnahmegenehmigung

Nachdem der WDR den Kontakt zwischen dem Kreis und Christa Koch vermittelt hat, gibt es eine Wende: Der Kreis hat noch am Mittwochabend die Ausnahmegenehmigung erteilt. Der Jagdpächter soll jetzt das Tier im Garten von Christa Koch einfangen. Das Tier muss danach außerhalb eines sogenannten befriedeten Gebietes getötet werden, weil es sich um eine invasive Art handelt.

Bis der Jäger zum Einsatz kommen und die Nutria einfangen kann, bleibt der ungewöhnliche Gartenbewohner erst einmal am Teich von Familie Koch. Trotz aller Sorgen versucht Christa Koch, die Situation mit Humor zu nehmen – sie hat dem Tier mittlerweile sogar einen Namen gegeben: Karlheinz.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 05.08.2026, 19:30 Uhr