Nicht der erste Vorfall: Obduktion bestätigt, dass vierjähriges Kind durch Bisse des Familienhundes starb


American Staffordshire Terrier

AUDIO: Hund beißt Kind: Ergebnis der Obduktion steht aus (2 Min)

Osternienburger Land

Obduktion bestätigt: Vierjähriges Mädchen starb durch Bisse von Familienhund

Stand: 27.07.2026 17:28 Uhr

Nach der tödlichen Hundeattacke im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat die Obduktion bestätigt, dass das Kind an den schweren Bissverletzungen gestorben ist. Gegen die Mutter und einen Bekannten wird nach wie vor ermittelt. Was mit dem Hund passiert, ist noch nicht klar. Das Innenministerim hatte angekündigt, den Fall zu prüfen.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Nach der tödlichen Hundeattacke in Drosa im Osternienburger Land ist nun das Ergebnis der Obduktion bekannt. Wie die Polizei Dessau-Roßlau und die Staatsanwaltschaft am Montag gemeinsam mitteilten, hat die Untersuchung bestätigt, dass das Kind infolge der schweren Bissverletzungen des Hundes gestorben ist. Andere Todesursachen wurden demnach nicht festgestellt.

Die Obduktion wurde bereits am 10. Juli durchgeführt, zwei Tage nach dem Tod des Kindes. Unter anderem wurden Gewebeproben im Labor untersucht, so dass es dauerte, bis Ergebnisse vorlagen.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde das vierjährige Mädchen vom Hund der Familie totgebissen. Demnach spielte das Kind in der Wohnung mit dem Hund, als dieser das Mädchen angriff und mehrfach zubiss. Den Angaben nach hatten anwesende Personen noch versucht, den Hund von dem Mädchen zu trennen. Es sei aber so schwer verletzt gewesen, dass auch ein Notarzt ihm nicht mehr helfen konnte. Notfallseelsorger betreuten Angehörige, weitere Beteiligte und Einsatzkräfte.

Nach wie vor ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei eigenen Angaben nach zur Frage, wie genau es zu dem Tod des Kindes kommen konnte. Gegen die Mutter des Mädchens und einen Bekannten wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Mitte Juli hatte die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt, dass beide auf freiem Fuß sind. Bei der Durchsuchung der Familienwohnung hatte die Polizei ihren Angaben nach auch geringe Mengen Betäubungsmittel gefunden. Medienberichten zufolge soll die Familie mehrere Kinder haben, unter anderem ein Neugeborenes, das während des Angriffs ebenfalls im Raum gewesen sein soll.

Ortseingangsschild Drosa

Vierjähriges Mädchen stirbt nach Hundebiss

In Drosa im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist am Mittwoch ein vierjähriges Mädchen durch einen Hundebiss tödlich verletzt worden. Der Hund gehörte der Mutter, er wurde in ein Tierheim gebracht.

Vorhergehender Beißvorfall mit Hund bekannt

Der Hund wurde demnach direkt nach dem Vorfall in ein Tierheim gebracht. Wie es mit dem Tier weitergeht, entscheidet das Ordnungs- beziehungsweise das Veterinäramt. Laut Polizei handelt es sich augenscheinlich um einen American Staffordshire Terrier, die in Sachsen-Anhalt als sogenannte Listenhunde eingestuft sind.

"Bailey", ein American Staffordshire Terrier Mischling, steht in seinem Käfig im Tierheim Süderstraße.

Der Bürgermeister des Osternienburger Landes, Thorsten Lorenz (CDU), sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass es bereits früher einen Beißvorfall mit dem Hund der Familie gegeben habe. Das Tier habe danach aber den sogenannten Wesenstest bestanden.

Das Innenministerium Sachsen-Anhalt teilte mit, der Vorfall werde geprüft und ausgewertet. Sollte sich aus der Auswertung gesetzgeberischer Handlungsbedarf ergeben, werde auch eine Änderung des Hundegesetzes geprüft, hieß es weiter.

MDR (D.Blatt, J.Heundorf, M.Rosebrock, L.-B. Zosel, C. Winkler, Alisa Sonntag), dpa; erstmals veröffentlicht am 08. Juli 2026