„Ohne Download wertlos“: Studie zeigt Probleme physischer Spiele auf PS5 und Xbox auf
Nach wie vor schlägt Sonys Ankündigung, PlayStation-Spiele ab Januar 2028 nur noch über den PlayStation Store oder als Download-Codes zu verkaufen, hohe Wellen. Wie eine Studie von DoesItPlay zeigt, kämpfen physische Spiele aber schon jetzt damit, dass sie ohne seperaten Download zunehmend an Wert verlieren.
Nachdem Sonys Ankündigung, die Disc als Medium für PlayStation-Spiele Anfang 2028 zu begraben, in den vergangenen Wochen für reichlich Gegenwind sorgte, äußerte sich das Unternehmen anlässlich der aktuellen Geschäftszahlen noch einmal zu dem Thema.
Auch wenn man die Kritik und das Feedback der Spieler vernommen habe, werde Sony an dieser Entscheidung festhalten. Gestützt wird Sonys Strategie dabei nicht nur durch Statistiken, die zeigen, dass der Anteil der auf Disc oder Cartridge verkauften Spiele weiterhin stark rückläufig ist.
Wie sich einem Bericht von Ars Technica entnehmen lässt, kommt erschwerend hinzu, dass physische Spiele zunehmend auf Downloads angewiesen sind und ohne diese teilweise kaum noch nutzbar seien.
Sei es aufgrund von Day-One-Updates, die kritische Fehler beheben, oder von Inhalten, die sich nicht auf dem Datenträger befinden und erst heruntergeladen werden müssen, damit ein Spiel überhaupt vollständig funktioniert.
Tests zeigen zunehmende Abhängigkeit von Downloads
Nachdem die Spieleerhaltungsgruppe DoesItPlay kürzlich davon sprach, dass mit 34 Prozent etwa ein Drittel der physischen PS5-Spiele und sogar knapp 50 Prozent der Xbox-Series-Spiele ohne einen zusätzlichen Download nicht richtig funktionieren, ging die Gruppe im Gespräch mit Ars Technica etwas näher ins Detail.
Wie es heißt, benötigten von 3.511 plattformübergreifend getesteten physischen Spielen 27 Prozent einen Download, „um spielentscheidende Fehler zu beheben oder zentrale Spielinhalte zu erhalten“, die nicht auf der Disc vorhanden sind. Als Beispiel nannten die Experten „Cyberpunk 2077“, das auf den Konsolen aufgrund schwerwiegender technischer Probleme ohne die Post-Launch-Updates quasi nicht spielbar ist.
„Es gibt einen klaren Trend dahin, dass größere Unternehmen physischen Veröffentlichungen zunehmend mit Ignoranz begegnen. Es gibt keinen Grund, warum physische Spiele jemals verschwinden müssten, außer jemand wie Sony würde sie absichtlich abschaffen“, sagte der Administrator von DoesItPlay.
DoesItPlay testet in seinen Studien, ob Spiele auf Disc auch ohne Internet und ohne Online-Konten richtig funktionieren. Dafür spielt die Gruppe die Spiele offline durch und prüft, ob wichtige Inhalte fehlen, Fehler auftreten oder Downloads nötig sind. So zeigt sie, wie gut ein Spiel ohne Internetverbindung nutzbar ist.
Dabei nutzt die Gruppe vier unterschiedliche Bewertungen für „Download erforderlich“, die sich wie folgt zusammenfassen lassen.
- Nein: Das komplette Spiel befindet sich auf dem physischen Medium – Disc oder Modul –, und es gibt keine bedeutenden Fehler, die Patches benötigen, und „nur unwesentliche Inhalte“ erfordern einen Download.
- Nein*: Das Spiel enthält alle Inhalte, hat aber „Fehler, die entweder zu schwerwiegend oder zu zahlreich sind, um sie zu akzeptieren“, oder es fehlen kleinere Inhalte, die nur über Downloads verfügbar sind.
- Ja*: Man kann das Spiel mit „einer sehr hohen Fehlertoleranz oder viel Glück“ abschließen, um Fortschrittsblockaden zu überwinden, oder das Spiel enthält keine „wesentlichen Nebeninhalte“ wie Story-DLCs, neue Charaktere und Ähnliches.
- Ja: Wenn eine „fest einprogrammierte Aufforderung zu einem Download“ den Spieler nicht bereits stoppt, verhindern spielentscheidende Fehler oder essenzielle Inhalte, die nur per Download verfügbar sind, den Abschluss des Spiels.
Vor allem Microsoft steht in der Kritik
Um beim Beispiel „Cyberpunk 2077“ zu bleiben: Die Spieler können das RPG von CD Projekt laut DoesItPlay zwar komplett offline spielen, kommen in der Praxis jedoch nicht um einen zusätzlichen Download herum. Ohne die technischen Updates kämpft der Titel auf der PS5 und der Xbox Series X/S mit zahlreichen Problemen wie Grafikfehlern, niedrigen Bildraten und Stabilitätsproblemen, die den Spielspaß deutlich beeinträchtigen.
Im abschließenden Fazit weist der Administrator von DoesItPlay darauf hin, dass sich vor allem Microsoft schon vor längerer Zeit von „echten physischen Veröffentlichungen“ verabschiedet habe.
„Xbox hat schon lange aufgegeben, vollständig funktionierende physische Veröffentlichungen zu produzieren“, sagt er mit Blick auf die Gerüchte, dass Microsoft einen Dienst testet, der Spiele von Disc in digitale Versionen umwandeln könnte.
„Viel zu oft benötigen sie Downloads oder zwingen Spieler dazu, ein Microsoft-Konto zu erstellen. Dadurch wird der Wert physischer Veröffentlichungen absichtlich untergraben, indem sie unvollständig oder auf andere Weise vom Internet abhängig gemacht werden“, heißt es weiter.
Dies betrifft jedoch nicht nur Xbox. Der Administrator sieht auch in den Game-Key-Cards der Switch 2 „eine Form der Täuschung“, da sie im Grunde lediglich Einlösungsschlüssel auf einer Speicherkarte enthalten.
Eines der größten Probleme sei, dass man es den Herstellern erlaubt habe, „einen Kauf in eine Lizenz umzubenennen“ – mit den entsprechenden rechtlichen Folgen.
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