Peking dreht auf: Selbstfahrende Autos sollen bis 2030 Alltag werden
Peking gibt Gas: China will bis 2030 selbstfahrende Autos zur Normalität machen
Stand: 14.09.2026, 19:10 Uhr
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China definiert in seinem neuen Fünf-Jahres-Plan für New Energy Vehicles relativ niedrige Marktanteilszuwächse für dieses Segment. Die wichtigen Ziele liegen woanders.
Peking – Vor wenigen Tagen haben das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) und neun andere Abteilungen den „15. Fünf-Jahres-Plan für die Entwicklung intelligenter, vernetzter Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien“ veröffentlicht. Dieser Plan zeigt die industriepolitischen Ziele für den Zeitraum von 2026 bis 2030 auf.

Der Plan sieht ein weiteres Wachstum bei elektrischen Antrieben vor. Bis 2030 sollen 70 Prozent der Pkw-Neuzulassungen auf die sogenannten „New Energy Vehicles“ (NEV) entfallen. Darunter fallen reine Elektroautos (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV), Range Extender und Brennstoffzellenautos. Im Nutzfahrzeugsegment soll die NEV-Quote bei 40 Prozent liegen. Auch technologisch sollen Fortschritte gemacht werden. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von Pkw mit Verbrennungsmotor soll bis 2030 bei 3,3 Litern pro 100 Kilometer liegen. BEVs sollen im Schnitt 11,5 kWh pro 100 Kilometer verbrauchen.
In China sollen bis 2030 70 Prozent der Neuwagenverkäufe auf NEV-Fahrzeuge entfallen
Das Ziel sollte im Pkw-Segment zu erreichen sein. Laut der China Passenger Car Association (CPCA) wurde im August bei den Verkäufen mit 65,2 Prozent ein neuer Rekordwert beim NEV-Marktanteil erreicht. Das ist ein Anstieg um 9,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum und um 0,1 Prozentpunkte gegenüber Juli.
Die chinesischen Behörden haben damit die Latte für die Marktdurchdringung bei NEV-Neuzulassungen relativ niedrig gehängt. Dennoch ist China Deutschland bereits weit enteilt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für das Jahr 2026 mit knapp einer Million Neuzulassungen elektrifizierter Pkws in Deutschland. BEVs sollen der Prognose zufolge um 30 Prozent auf 693.000 Einheiten zulegen. PHEVs dürften hingegen nach einem starken Anstieg im Jahr 2025 um fünf Prozent auf 286.000 Fahrzeuge zurückgehen.
Bei insgesamt 2,9 Millionen erwarteten Neuwagenverkäufen hätten BEVs und PHEVs somit einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Nur bezogen auf BEVs wären es immerhin knapp 24 Prozent. Wie das Portal Elektroauto-News berichtet, hat der Automobilanalyst Matthias Schmidt seine Prognose für dieses Jahr auf 741.000 neu zugelassene BEVs erhöht. Dies entspräche einem Anteil von 25,4 Prozent am gesamten Neuwagenmarkt.
Neuer chinesischer Fünf-Jahresplan für NEVs fokusiert auf autonomes Fahren
Ein anderer Punkt im neuen Fünf-Jahres-Plan ist viel weitreichender als die Verkaufsziele. Ein zentraler Fokus liegt auf dem autonomen Fahren. Bis 2030 strebt China ein hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen, städtischen Schnellstraßen und einigen innerstädtischen Straßen an. So soll das Land zu einer der weltweit führenden Automobilnationen gemacht werden.
Der Plan sieht außerdem vor, dass sich Fahrzeuge mit autonomen Fahrsystemen sicherer im Straßenverkehr bewegen als es einem menschlichen Fahrer möglich ist. Um die Kommerzialisierung voranzutreiben, wird China Demonstrationsprojekte mit autonomen Pkw und Bussen im Fern- und städtischen Lieferverkehr durchführen.
Um dieses Ziel zu erreichen, soll auch die unterstützende Infrastruktur ausgebaut werden. So sollen die digitale Infrastruktur und die Netzanbindung in wichtigen Städten sowie auf ausgewählten Bundesstraßen modernisiert und verbessert werden, um die Integration von Fahrzeugen, Straßen und Cloud zu unterstützen. (Quellen: MIIT, VDA, Elektroauto-News)