Italien in Sorge vor Pflanzenkeim – Hollywood-Star Helen Mirren schreitet ein


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Es ist eine Tragödie: Millionen abgestorbene Olivenbäume, zerstörte Landschaften und eine Region, die seit mehr als einem Jahrzehnt gegen einen unsichtbaren Feind kämpft – das Bakterium Xylella fastidiosa hat das Salento-Gebiet in der süditalienischen Adria-Region Apulien tief getroffen. Nun erhebt Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (81) ihre Stimme und fordert mehr Unterstützung für die betroffenen Menschen.

Bei einer Preisverleihung im süditalienischen Castro sprach die britische Schauspielerin eindringlich über die dramatischen Folgen der Pflanzenkrankheit. „Die letzten zehn Jahre waren für die Menschen im Salento sehr schwer“, sagte Mirren. Das Bakterium habe nicht nur Millionen von Olivenbäumen vernichtet, sondern auch die Wirtschaft und das einzigartige Landschaftsbild dieser wunderschönen Region zerstört.

Das Bakterium Xylella fastidiosa, auf Deutsch auch Feuerbakterium genannt, wird von Insekten auf Pflanzen übertragen. Es blockiert innerhalb der Bäume die Wasserversorgung. Die befallenen Bäume sterben nach kurzer Zeit ab, ein Pflanzenschutzmittel oder andere Heilungsmethoden gibt es bisher nicht.

Die Bewohner des Salento begegneten dieser Krise dennoch mit bemerkenswertem Mut, betonte die Schauspielerin. Doch sie benötigten dringend landwirtschaftliche, wissenschaftliche und finanzielle Unterstützung. Zugleich übte sie deutliche Kritik an der Politik: „Die Politiker haben die Menschen enttäuscht.“

Helen Mirren: Olivenhaine „genauso wichtig wie das Kolosseum in Rom“

Der von der Gemeinde Castro verliehene Preis würdigt Mirrens langjähriges Engagement für den Schutz des kulturellen und landschaftlichen Erbes Apuliens sowie ihren Einsatz für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Die Auszeichnung soll zugleich auf die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung und auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, die von Xylella zerstörten Olivenlandschaften wiederzubeleben.

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Dass sie sich überhaupt vor Ort einsetzt, hat auch mit ihrem Bauernhof vor Ort zu tun: Seit 18 Jahren verbringt Helen Mirren gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Taylor Hackford, jedes Jahr mehrere Monate auf diesem restaurierten Hof in der Ortschaft Tiggiano im Salento. Daher kennt sie die Region und ihre Menschen aus eigener Erfahrung.

Oscar-Preisträgerin bedankt sich mit bewegenden Worten bei den Italienern

Immer wieder plädiert sie für ein stärkeres Engagement der Europäischen Union , um die Regeneration der betroffenen Gebiete zu unterstützen. Besonders bewegend sind ihre Worte über die Menschen des Salento: „Ich bin im Laufe meines Lebens viel gereist, aber die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Menschen hier sind wirklich einzigartig.“

Hollywoodstar Helen Mirren setzt sich für Olivenbäume ein

Hollywood-Star Helen Mirren verbringt seit 18 Jahren mehrere Monate auf ihrem Bauernhof in Salento und setzt sich für die Gesundheit der Olivenbäume ein.© Save the Olives | Save the Olives

Bereits zuvor hatte Mirren die monumentalen Olivenbäume Apuliens mit einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler Italiens verglichen: „Die jahrhundertealten Olivenhaine sind genauso wichtig wie das Kolosseum in Rom. Es wäre eine unermessliche Tragödie, dieses einzigartige Erbe zu verlieren.“

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Die Dimension der Katastrophe ist enorm: In Apulien mussten in den vergangenen Jahren rund 21 Millionen Olivenbäume gefällt werden. Der wirtschaftliche Schaden wird auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt. Rund 8000 Quadratkilometer, also etwa 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Apuliens, sind inzwischen von Xylella betroffen.

Mirren unterstützt seit Längerem die Initiative „Save the Olives“, die sich für den Schutz des apulischen Olivenkulturerbes einsetzt. Mit ihrem öffentlichen Engagement möchte sie dazu beitragen, dass die Krise im Salento nicht in Vergessenheit gerät und Europa stärker Verantwortung für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft übernimmt.