Pilzsaison in NRW beginnt: Experte erklärt, wo beim Sammeln Gefahren lauern
Stand: 30.08.2026, 12:04 Uhr
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Im Herbst zieht es viele in den Wald, um Pilze zu sammeln. Doch der Griff zum falschen Pilz kann fatale Folgen haben. In NRW wachsen auch giftige Exemplare.
Hamm – Steinpilz, Pfifferling, Marone: In den Wäldern Nordrhein-Westfalens startet langsam die Saison für Pilzsammler. Doch wer mit Korb und Messer losziehen will, sollte einige Regeln kennen – und wissen, worauf es ankommt. Denn ein falscher Pilz in der Pfanne oder im Kochtopf kann fatale Schäden anrichten.

Experte Dr. Wolfgang Tietz aus Rheda-Wiedenbrück ist Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Im Gespräch mit wa.de erklärt er, worauf es beim Sammeln ankommt und welche Dinge man in jedem Fall vermeiden sollte. Er erklärt, dass die Saison für Herbstpilze im August beginnt und bis circa Oktober andauert.
Pilze sammeln: Witterung sorgt für verspäteten Start
Doch die aktuellen Witterungsverhältnisse sorgen dafür, dass sich der Saisonstart ein wenig verschiebt. Tietz erzählt, dass der Boden feucht genug sein muss, damit die Herbstpilze in den Wäldern wachsen können. Der Waldboden ist dann feucht genug für Pilze, wenn die Nässe mehrere Zentimeter tief in die Erde eingedrungen ist und der Boden nicht mehr nur oberflächlich trocken und hart ist.
Dass es in den vergangenen Wochen viel zu trocken war, sorgt damit für schlechte Bedingungen. „Bislang habe ich noch nicht viele Pilze im Wald gesehen“, so der Experte. Wer sich, sobald die Witterungen mitspielen, auf die Suche machen möchte, sollte bestimmte Orte aufsuchen. Lohnen kann es sich prinzipiell überall – aber an bestimmten Orten ist die Suche nach Steinpilzen, Pfifferlingen, Maronenröhrlingen und Co. ergiebiger als an anderen. Dazu gehört etwa die Eifel, in der laut Tietz Pilze in Hülle und Fülle wachsen.
Doch kann jeder einfach losziehen und Pilze sammeln? Tietz mahnt hier zur Vorsicht. „Man sollte sich gut auskennen, um Pilze zu sammeln“, erzählt er. Denn in Nordrhein-Westfalen gibt es auch giftige Pilze, die beim Verzehr Schäden anrichten können. So unter anderem der grüne Knollenblätterpilz, der der gefährlichste und giftigste Pilz in Mitteleuropa ist. Der Verzehr kann für den Menschen tödlich enden. „Er befällt die Leber und zersetzt sie“, erklärt Tietz. „Der Pilz kommt in NRW immer häufiger vor, weil er es warm mag“. Der Giftpilz meidet eisige Kälte. Das ist auch der Grund, warum seine Hauptsaison im wärmeren Spätsommer und Frühherbst liegt.
Giftige Pilze auch in NRW: Beim Sammeln lauern Gefahren
Natürlich gibt es auch weitere, giftige Pilze in NRW, die Pilzliebhaber nicht verzehren sollten. Viele davon sind Magen/Darm-giftig. Das bedeutet, dass sie für Probleme wie Erbrechen und Durchfall sorgen können. Die gute Nachricht: Die Pilze sind nicht kontaktgiftig, wie Tietz erklärt. Also das reine Berühren des Pilzes sorgt für keinerlei Probleme.
Einen Fehler, den viele Sammler schnell machen: sich alleine auf Apps zu verlassen. Mittlerweile gibt es einige Programme und Tools, mit denen man anhand eines Fotos den Pilz bestimmen lassen kann. Doch davon rät Tietz ab. Denn alleine ein Foto reicht nicht aus, um einen Pilz zu bestimmen. Auch der Geruch ist entscheidend, so der Experte. Es gibt zum Beispiel einen giftigen Champignon, der dem nichtgiftigen sehr ähnlich sieht, sich jedoch im Geruch unterscheidet. Wer sammelt, sollte sich daher unbedingt gut auskennen beziehungsweise mit jemandem unterwegs sein, der fachkundig ist.
Und was sollte man tun, wenn versehentlich doch ein giftiger Pilz verzehrt wurde? Betroffene sollten in jedem Fall den Giftnotruf wählen, rät Tietz. Dort helfen Experten weiter und es wird geschaut, welcher Pilz gegessen wurde und was die weiteren Schritte sind. Natürlich sollten Betroffene zudem einen Arzt aufsuchen, wenn Symptome auftreten.
In NRW finden sich übrigens auch ganz besondere Pilze. Einer davon: Der als Hexenbutter bekannte Schleimpilz, der sein Aussehen ändern und kriechen kann. Die Gelbe Lohblüte ist ein besonderes Lebewesen.