Plagiatsvorwurf gegen Richterin Brosius-Gersdorf nicht bestätigt
Universität Hamburg
Plagiatsvorwurf gegen Richterin Brosius-Gersdorf nicht bestätigt
Die Universität Hamburg hat Plagiatsvorwürfe gegen die Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf zurückgewiesen. Der Sachverhalt sei nach Eingang der Hinweise ordnungsgemäß untersucht worden, teilte die Universität am Mittwoch mit.
"Im Ergebnis konnten die gegen Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf vorgebrachten Plagiatshinweise nicht bestätigt werden. Die zuständigen Gremien sahen somit den Vorwurf eines wissenschaftlichen Fehlverhaltens als nicht gerechtfertigt an", so die Universität. Das Verfahren sei abgeschlossen und Brosius-Gersdorf über das Ergebnis informiert worden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Unionsfraktion hatte Wahl von Brosius-Gersdorf verhindert
Die Vorwürfe gegen Brosius-Gersdorf waren im Juli 2025 in Zusammenhang mit ihrer Kandidatur für das Amt einer Richterin am Bundesverfassungsgericht erhoben worden. Damals hatte die Unionsfraktion im Bundestag die Absetzung der Wahl von Brosius-Gersdorf gefordert. Als Begründung wurden unter anderem Plagiatsvorwürfe gegen die von der SPD nominierte Potsdamer Professorin angebracht. Die Juristin zog ihre Kandidatur später selbst zurück.
Urheber der Vorwürfe, die sich auf die Doktorarbeit der Juristin bezogen, war der österreichische Privatdozent Stefan Weber. Dieser nimmt regelmäßig insbesondere wissenschaftliche Arbeiten von Politikerinnen und Politikern ins Visier.
SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sprach damals von "einer Hetzkampagne" und einer "Hetzjagd" gegen Brosius-Gersdorf. Diese sei "eine hoch angesehene Staatsrechtslehrerin, eine hoch angesehene Juristin, die fachlich über jeden Zweifel erhaben ist".
Die Prüfung erfolgte laut der Universität Hamburg gemäß bundesweit akzeptierter Verfahrensregeln. Diese seien in der Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zur Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens an der Universität Hamburg rechtlich bindend festgeschrieben. Zu Details äußerte sich die Universität unter Hinweis auf diese Regeln nicht.
Sendung: rbb 88.8, 29.07.2026, 12:00 Uhr
Audio: rbb 88.8, 29.07.2026, Michael Ernst