Einst Gewinnperle, jetzt Sorgenkind: Porsche-Krise zwingt VW wohl zu massivem Stellenabbau
Porsche-Krise kostet VW Milliarden: Über 4000 weitere Stellen könnten fallen
Stand: 19.09.2026, 16:31 Uhr
Die Krise von VW scheint noch lange nicht überstanden. Vor allem Porsche bereitet dem VAG-Konzern Probleme. Nun soll sich der Sparkurs weiter verschärfen.
Wolfsburg/Stuttgart – Die Flaute bei den deutschen Autobauern scheint nicht abzureißen. Für das Geschäftsjahr 2026 hat Volkswagen seine Prognose weiter abgesenkt. Die Gründe sind die milliardenschwere Abschreibung auf Porsche, schwache Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau. Nun gibt es die Sorge im VAG-Konzern, dass die angedachten Sparmaßnahmen nicht ausreichen. Konsequenzen könnte das für Porsche haben. Laut einem Bericht des Handelsblatts vom Samstag zufolge könnten beim Sportwagenhersteller über 4000 weitere Stellen gestrichen werden.

Luxusmarke Porsche belastet VW: bis zu 4100 Stellen könnten abgebaut werden
Das geht aus Unterlagen zum Aufsichtsratsbeschluss bei Volkswagen von Anfang September hervor, wie das Handelsblatt schreibt. Für die Markengruppe „Sport Luxury“, zu der Porsche gehört, sehe die Vorlage eine Reduktion um rund 4100 Mitarbeiter vor. Allein bei den Gemeinkosten fehlen demnach rund 700 Millionen Euro. Der VW-Plan solle dabei ausdrücklich „zusätzlich zu bestehenden Vereinbarungen“ gelten. Weder Volkswagen noch Porsche waren zunächst für eine Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zu erreichen.
Gerade der Ableger Porsche ist das Sorgenkind des VAG‑Konzerns. Die Abschreibung auf die Stuttgarter Sportwagentochter beläuft sich auf rund sechs Milliarden Euro. Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam und belastet den operativen Gewinn im dritten Quartal von VW. Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung von Porsche. Die Luxusmarke – einst Gewinnperle des Konzerns – steckt bereits seit einiger Zeit in der Krise. Belastend wirken unter anderem die US-Zollpolitik und Kurskorrekturen bei der Elektro-Strategie.
Umsatzeinbruch in China für Porsche dramatisch – Prognose rechnet mit 2 Milliarden Euro Minus
Doch das Hauptproblem bleibt der Umsatzeinbruch in China. Laut Angaben des Handelsblatts verkaufe Porsche außer dem Modell Cayenne kaum noch Fahrzeuge in China. Sollte sich der Trend fortsetzen, könne Porsche in China auf unter 30.000 Auslieferungen im laufenden Jahr abrutschen. Vor einigen Jahren verkaufte Porsche dort noch 100.000 Fahrzeuge.
Neben Volkswagen hatte auch Porsche seine Erwartungen heruntergeschraubt. Die Porsche SE rechnet nun mit einem Konzernergebnis zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro. Das sind jeweils zwei Milliarden Euro weniger als bisher erwartet. In der Holding mit Sitz in Stuttgart bündeln die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ihre Anteile an Volkswagen und Porsche, investieren aber auch in andere Bereiche. (Quellen: dpa/Reuters/Handelsblatt) (sischr)