Prinz Harry berichtet von Depressionen nach dem Rückzug aus dem Königshaus


Stand: 09.10.2026, 21:55 Uhr

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Prinz Harry ist mit seiner Familie zurück in England.

Prinz Harry ist mit seiner Familie zurück in England. © picture alliance/dpa/AP | Evgeniy Maloletka

In einem Video zum Welttag für psychische Gesundheit verknüpft der Herzog von Sussex seine mentalen Probleme mit dem Umzug nach Kanada.

LONDON - Prinz Harry hat in einem Gespräch über psychische Gesundheit offenbart, dass er nach dem Rückzug von seinen königlichen Pflichten im Jahr 2019 und dem Umzug nach Kanada in eine zweiwöchige Depression geraten ist. Wie die britische Rundfunkanstalt BBC berichtete, beschrieb der Herzog von Sussex einen scharfen Abfall seines Adrenalinspiegels innerhalb von zwei bis drei Tagen nach der Ankunft in Nordamerika. Nach Jahren in einer Umgebung unter extremem Hochdruck fühlte er sich im eigenen Haus plötzlich völlig nutzlos, da sein Gehirn gewohnheitsmäßig Belastung benötigte, um überhaupt richtig zu funktionieren.

Langjährige emotionale Taubheit nach dem Verlust von Prinzessin Diana

In dem Videobeitrag für die Lernplattform MasterClass reflektierte der Herzog auch über die jahrzehntelangen Folgen des Todes seiner Mutter, Prinzessin Diana. Wie die thailändische Zeitung Thairath berichtete, lebte der 42-Jährige nach der öffentlichen Tragödie im Alter von zwölf Jahren für lange Zeit in einem emotional erstarrten Zustand und hatte Mühe, sich an das Lachen oder das Gesicht seiner Mutter zu erinnern. Um seinen aufgewühlten Gefühlen zu entkommen, trat er in seinen Zwanzigern zweimal den Dienst in Militäreinsätzen an. Während seiner zehnjährigen Laufbahn in den britischen Streitkräften diente er unter anderem in Afghanistan als Fluglotse und Hubschrauberpilot, wie die Australian Broadcasting Corporation berichtete.

Therapeutischer Durchbruch und persönliche Schutzmaßnahmen

Auf Empfehlung seines Therapeuten nutzte Prinz Harry schließlich das Parfüm seiner verstorbenen Mutter, um verschüttete Emotionen und Erinnerungen wieder zugänglich zu machen, was ihm half zu erkennen, dass seine Mutter für ihn vor allem Glück gewollt hätte, wie Thairath berichtete. Das im Sommer in Kalifornien aufgezeichnete Gespräch mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O’Connor behandelte zudem konkrete Bewältigungsstrategien gegen Trauer und Verlust. Um derartigen Belastungen künftig vorzubeugen, stellte der Herzog strikte Verhaltensregeln für seinen Alltag auf und legte unter anderem fest, für gemeinsame Zeit mit der Familie niemals länger als zehn Tage am Stück zu verreisen. (Redaktion)