Multi Frame Generation für Radeon: Plugin umgeht Intels Sperre


Die Community rund um OptiScaler hat mit XeFGUnlock ein Plugin veröffentlicht, das die Multi Frame Generation ("MFG") von Intels XeSS 3 auf Grafikkarten anderer Hersteller freischaltet. Interessant ist das vor allem für Besitzer einer Radeon-Grafikkarte:

AMD bietet bislang keine eigene Multi Frame Generation an, Nvidia wiederum behält seine DLSS-Variante der Geforce RTX 50 ("Blackwell") vor. Radeon-Grafikkarten dürfen per Plugin sogar mehr Zwischenbilder berechnen, als Intel seinen Arc-Grafikkarten offiziell zugesteht. Bis zu sechs Zwischenbilder sind per XeFGUnlock möglich.

Stabil funktioniert der Umweg bislang allerdings nur mit einer Vorabversion und unter einer Reihe von Auflagen.

MFG für Radeon und Geforce: Was OptiScaler Nightly freischaltet

Die XeSS MFG auf Radeon- und Geforce-Grafikkarten setzt zwei Bausteine voraus: den Nightly Build von OptiScaler v10 ab dem 12. September 2026 und das Plugin XeFGUnlock, das Intels Bibliothek libxess_fg.dll zur Laufzeit anpasst.

Zusammen ermöglichen sie den Faktor 6x, während Intel seine eigenen Arc-Grafikkarten offiziell bei 4x deckelt. XeSS 3 samt MFG steht seit dem Grafiktreiber 32.0.101.8509 aus dem Februar 2026 auf allen Arc-Grafikkarten ab Xe ("Alchemist") bereit; GPUs anderer Hersteller bleiben dabei außen vor.

Seit dem genannten Nightly Build verzichtet der Wrapper auf die bis dahin fest im Code verankerte Obergrenze von 4x und übernimmt stattdessen den Maximalwert, den Intels Bibliothek meldet. Die Stable-Fassung von OptiScaler steht weiterhin bei Version 0.9.x, und das offizielle Wiki führt XeMFG nach wie vor als Arc-exklusiv.

Verteilt wird das Plugin seit dem 18. September über das Repository "Optiscaler-MFG-Extras" aus dem Umfeld des OptiScaler Clients, das nach eigener Aussage nicht mit dem offiziellen Projekt verbunden ist. Wer XeFGUnlock einsetzt, bewegt sich damit in doppelter Hinsicht abseits eines offiziellen Releases: mit einer Vorabversion des Wrappers sowie einem Eingriff von Dritten.

Intels MFG-Sperre sitzt im Code, nicht im Chip

Auf GPUs von AMD und Nvidia meldet Intels Bibliothek libxess_fg.dll für die Multi Frame Generation maximal ein Zwischenbild, weil sie nur in Intels eigener Build-Variante igxess_fg.dll mehr zulässt.

Eine Abfrage der verbauten Hardware findet nicht statt; OptiScaler blendet die Auswahl höherer Faktoren deshalb gar nicht erst ein. So beschreibt es Entwickler Coldwood1026 in einem Commit auf GitHub, der den Mechanismus offenlegt.

XeFGUnlock setzt zur Laufzeit fünf Byte-Patches auf das bereits geladene Abbild der Bibliothek; die Datei auf dem Datenträger bleibt unangetastet. Jeder Patch wird vorab Byte für Byte geprüft. Passt auch nur eine Stelle nicht, nimmt das Plugin sämtliche Änderungen zurück. Im schlechtesten Fall fehlt dann die MFG; ein beschädigtes Programmabbild soll es nicht geben.

Intels Beschränkung ist damit eine reine Software-Entscheidung. Berichte über modifizierte Bibliotheken, die DP4a statt XMX nutzen, greifen deshalb zu kurz: Einen Rechenpfad für GPUs ohne XMX-Einheiten bringt Intels Bibliothek ohnehin mit, XeFG mit 2x läuft schließlich schon seit OptiScaler 0.9 herstellerübergreifend.

Der Commit korrigiert zudem das Frame-Pacing oberhalb von 2x. Ohne gemeldete Renderzeit orientierte sich Intels Bibliothek am Abstand zwischen zwei Präsentationen, welcher die eigene Wartezeit bereits enthielt, und verteilte die Zwischenbilder dadurch dementsprechend ungleichmäßig.

Multi Frame Generation: Wie viele Zwischenbilder sinnvoll sind

Für XeSS MFG auf einem Monitor mit 165 Hz empfiehlt ein ausführlicher Youtube-Guide mit einer AMD Radeon RX 6800 XT den Faktor 3x; rechnerisch genügen dafür 55 Bilder pro Sekunde als Basis-Framerate. Der Autor kombiniert das XeMFG-Plugin mit Intels Latenzreduzierung XeLL, Streamline 2.14.1 und FSR 4.1.1b zu einem einzigen Nightly-Ordner, der sich in kompatible Spiele kopieren lässt.

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Den Ausschlag gibt die Basis-Bildrate. Zusätzliche Zwischenbilder glätten die Darstellung, die Eingabelatenz richtet sich weiterhin nach den real gerenderten Frames. Ab dem Faktor 5x verlangen die Entwickler des Forks OptiScaler-MFG, der denselben Patch nativ einbaut, V-Sync.

Besitzer einer Radeon RX 6000 ("RDNA 2") erhalten mit diesem Setup zwei Funktionen, auf die AMD sie offiziell noch warten lässt: FSR Upscaling 4.1, dessen Treiberfreigabe erst für Anfang 2027 ansteht, und eine Multi Frame Generation, die AMD bislang nur in SDK-Dokumentation und Treibercode andeutet.

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Quelle: GitHub via 3DCenter-Forum