„Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab“: Trump floh unbemerkt aus Ankara – und ließ die Presse im Dunkeln


Raketenbedrohung nach Nato-Gipfel: Trump entkam heimlich – Presse an Bord wurde nicht informiert

Stand: 12.08.2026, 22:19 Uhr

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Iran kannte Trumps genauen Aufenthaltsort in Ankara – sogar das Stockwerk. Wie der Secret Service den Präsidenten mit einem Täuschungsmanöver in Sicherheit brachte.

Washington – Eine Raketenbedrohung – mutmaßlich aus dem Iran – hat das spektakuläre Täuschungsmanöver beim Rückflug von US-Präsident Donald Trump vom Nato-Gipfel in der Türkei ausgelöst. Laut CNN befürchteten US-Beamte, Trump sei in höchster Gefahr gewesen, weil der Iran „offenbar detaillierte Informationen über Trumps Aufenthalt in der Türkei“ gehabt habe. Die New York Times berichtet unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, Teheran habe gewusst, „genau, wo sich Herr Trump in Ankara aufhielt, einschließlich des Stockwerks“.

Trumps Abreise vom NATO-Gipfel in Ankara wirft Fragen auf. Berichten zufolge wurde er aus Vorsicht kurz vor Abflug auf eine andere Airline verlegt.

US-Präsident Trump beim Einstieg in die Air Force One © dpa/AP | Mark Schiefelbein

Trump selbst hatte die Täuschung am Dienstagabend bestätigt und die Verantwortung klar zugewiesen: „Das liegt allein beim Secret Service“, sagte er auf Nachfragen von Reportern. „Ich tue, was sie sagen.“ Zum genauen Hintergrund äußerte er sich knapp: „Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab.“ Er habe nicht weiter nachgefragt.

Trump stieg nach dem Nato-Gipfel vor laufender Kamera in die Regierungsmaschine

Die Washington Post hatte das Manöver am Montag (10. August) enthüllt. Demnach stieg Trump nach dem Nato-Gipfel in Ankara zwar vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine, verließ sie dann aber unbemerkt über einen seitlich platzierten Catering-Container. Dessen Lastwagen brachte ihn inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog. Die Zeitung beruft sich auf eingesehene Dokumente sowie auf Angaben eines mit dem Manöver vertrauten US-Beamten und einer weiteren Person.

CNN berichtete von einer Bedrohung durch eine schultergestützte Rakete; die New York Times schrieb von einer Boden-Luft-Rakete gegen die Air Force One. Zudem sei in der Nähe des Nato-Gipfels eine Person mit einer schultergestützten Rakete gesichtet worden.

Nach Nato-Gipfel: Außenminister Rubio sei über die Bedrohung informiert worden

In der Regierungsmaschine blieben derweil Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent – beide wussten laut Fox News, dass Trump nicht an Bord war. Rubio sei zudem über die Bedrohung informiert gewesen, berichtete die New York Times unter Berufung auf US-Beamte. Das Flugzeug wurde auf dem Flug von der Türkei nach Großbritannien von Kampfjets begleitet und geschützt.

Nach der Landung in Großbritannien wechselte Trumps Tross von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, den Katar dem Präsidenten geschenkt hatte. Auch Trump stieg dort zu. In den USA verließ er das Flugzeug schließlich vor laufenden Kameras – der Öffentlichkeit sollte der Eindruck vermittelt werden, er habe die gesamte Reise in Regierungsmaschinen zurückgelegt.

Trump über Manöver nach Nato-Gipfel: „Bekomme viele Drohungen“

Der Washington Post zufolge wussten selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die in Ankara in den Regierungsjet gestiegen waren, nichts von Trumps tatsächlichem Aufenthaltsort. Auch die Journalistengruppe, die den Präsidenten regelmäßig auf Reisen begleitet und an Bord war, wurde demnach nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt.

Bemüht, dem Vorfall keine allzu große Bedeutung beizumessen, sagte Trump: „Ich bekomme viele Drohungen.“ Und: „Jeder Präsident, der etwas bewirkt, ist mit zahlreichen Drohungen konfrontiert. Präsidenten, die nichts bewirken, bekommen keine Drohungen.“ (Quellen: dpa) (tt)