AMD RDNA 4m: Linux-Treiber kennt die unangekündigte Radeon-Grafik


Wer für 2027 ein Ryzen-Notebook einplant, findet derzeit im freien Grafikstack die verlässlichsten Hinweise auf AMDs nächste integrierte Grafikeinheit ("IGP"). Der neue Merge Request 43094 im Repository von Mesa3D ergänzt den Zielcode GFX1171 für RADV und RadeonSI. Neue Funktionen bringt der Commit nicht, wohl aber die Bestätigung, dass AMD mindestens zwei Varianten von RDNA 4m parallel in Vorbereitung hat: Das Radeon-Refresh mit FSR 4.1 nimmt Gestalt an.

Der neue Zielcode GFX1171 bringt in Mesa ausschließlich zusätzliche Kennungen mit und folgt ansonsten denselben Codepfaden wie GFX1170, welches wiederum auf den GFX115X-Pfaden von RDNA 3.5 aufsetzt. Die Unterstützung für GFX1170 hatten die Entwickler bereits im April in RADV und RadeonSI verankert.

RDNA 4m taucht als GFX1171 in Mesa 26.3 auf und ist bereits die zweite Variante des Refreshs.

Quelle: Mesa-Git

RDNA 4m taucht als GFX1171 in Mesa 26.3 auf und ist bereits die zweite Variante des Refreshs.

Der Merge fiel auf denselben Tag, an dem das Mesa-Projekt Version 26.2 als stabiles Release freigab; GFX1171 landet deshalb erst im nächsten Quartalsrelease. Für Anwender ist davon vorerst nichts spürbar. Praktische Bedeutung bekommt der Eintrag erst, wenn passende IGPs in Notebooks und Handhelds auftauchen.

RDNA 4m ist RDNA 3.5 mit RDNA-4-Anleihen

RDNA 4m zählt trotz der Vier im Namen zur GFX11-Familie, welche AMD für RDNA 3 und RDNA 3.5 verwendet, während die dedizierten Radeon-Grafikkarten aus der Serie RX 9000 unter GFX12 laufen.

Frühere LLVM-Patches ergänzten für GFX117X die Konvertierungsbefehle FP8 und BF8 sowie die Matrixbefehle WMMA und SWMMAC, welche für KI-Upscaling nach Art von FSR 4 nötig sind. Gegenüber GFX115X kamen zudem SALUFloatInsts und DPPSrc1SGPR hinzu.

Für die Spielepraxis zählt davon vor allem die FP8-Unterstützung; die übrigen Befehlserweiterungen betreffen Compute-Workloads und bleiben im Alltag unsichtbar. Der vollständige GFX12-Befehlssatz fehlt jedoch, weshalb RDNA 4m eher ein aufgebohrtes RDNA 3.5 als eine mobile RDNA-4-Variante darstellt.

Zen 6 im Notebook: wo RDNA 4m landen dürfte

Geekbench-Einträge der APU-Serie Ryzen AI 500 (“Medusa Point”) weisen bereits eine Grafikeinheit aus der Reihe GFX117X aus, womit RDNA 4m dort inzwischen als gesetzt gilt. Denkbar sind ebenso Ableger von Gorgon Point beziehungsweise Gorgon Halo.

Besitzer aktueller APUs gehen hingegen leer aus: RDNA 3.5 in Strix Point und Strix Halo bleibt außen vor, weil die nötigen FP8-Befehle in der Hardware fehlen. AMD selbst hat sich zu RDNA 4m bislang nicht geäußert.

Wann die Unterstützung beim Anwender ankommt

Mesa 26.3 folgt dem Quartalsrhythmus des Projekts und erscheint im vierten Quartal 2026. Distributionen mit Rolling Release wie Arch Linux oder CachyOS reichen neue Mesa-Versionen üblicherweise binnen weniger Tage nach, während Nutzer von Ubuntu LTS auf Fremdquellen wie das Kisak-Mesa-PPA angewiesen sind.

Wer die Änderungen im Detail nachvollziehen möchte, findet sie im Merge Request 43094 auf GitLab. Ob RDNA 4m auch FSR 4 auf integrierten Grafikeinheiten ermöglicht, beantwortet der Commit nicht. Die dafür nötigen Befehle liegen inzwischen seit Februar dieses Jahres im Compiler bereit.

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Quellen: GitLab via Phoronix