Deutsches Springreit-Team wieder stark: Holt Deutschland am Freitag Gold?
Daniel Deußer reckte die Faust triumphierend in Richtung Tribüne, die Zuschauer jubelten ähnlich ausgelassen zurück. Soeben hatte Deußer mit Otello den Parcours im Aachener Hauptstadion ohne Strafpunkte gemeistert. Weil auch die beiden vorherigen deutschen Paare makellos geblieben waren, stand schon vor dem Auftritt von Deutschlands Schlussreiter Richard Vogel fest: Die deutsche Mannschaft verteidigt in der Teamwertung ihre Führung aus dem Zeitreiten.
Die deutsche Equipe um Marcus Ehning, Sophie Hinners, Deußer und Vogel geht mit insgesamt nur 3,48 Strafpunkten auf Rang eins in die Medaillenentscheidung am Freitagabend. Auch die USA (4,85) blieb am ersten Tag des Nationenpreises fehlerfrei und folgt auf Platz zwei. Den dritten Rang teilen sich Belgien und Italien (7,69).
Nationenpreis im Springreiten - Zwischenstand
| Rang | Nation | Strafpunkte |
|---|---|---|
| 1. | Deutschland | 3,48 |
| 2. | USA | 4,85 |
| 3. | Belgien | 7,69 |
| Italien | 7,69 | |
| 5. | Großbritannien | 8,98 |
Auch Vogel gelingt starke Runde
"Das war heute top, genau wie gestern" sagte Bundestrainer Otto Becker im WDR-Interview. "Alle sind in Schuss, alle haben auf dieses Ziel hier hingearbeitet. Wir haben eine gute Mischung und einen guten Teamgeist. Aber: Für die Führung können wir uns nichts kaufen. Das wird morgen noch einmal eine Hausnummer."
Auch in der Einzelwertung sieht es aus deutscher Sicht gut aus: Hinners rückte auf Platz zwei vor, direkt dahinter folgt Deußer auf Rang drei. Auch Vogel verbesserte sich dank einer fehlerfreien Runde: Von Rang 46 kletterte der aktuelle Europameister auf Position 23. Neuer Führender im Individualranking ist der Brite Scott Brash mit Hello Mango.
Ehning und Hinners legen stark vor
Wie schon am Vortag beim Zeitspringen war Ehning als erster deutscher Reiter ins Aachener Hauptstadion geritten. Und wie am Mittwoch zeigte der 52-Jährige mit Wallach Coolio eine souveräne Leistung: Ohne Abwürfe und innerhalb des Zeitlimits kam das Paar ohne Strafpunkte davon.
Als sichere Bank präsentierte sich erneut auch Hinners auf Singclair. Auch das zweite deutsche Paar zeigte eine makellose Runde. "Wir haben einen sehr guten Teamspirit", sagte Hinners nach ihrer Runde im WDR-Studio. "Ich finde, das gibt immer noch die letzten Extra-Prozentpunkte."
Deußer macht dritte Nullrunde perfekt
Die Ausgangslage für Deußer war damit klar: Würde auch er ohne Strafpunkte durchkommen, bliebe Deutschland mit "dreimal Null" im Team-Ranking vorne, weil das schwächste Ergebnis jedes Vierer-Teams gestrichen wird. Im mittlerweile gut ausgelasteten Stadion herrschte angespannte Stille, während Deußer und sein Otello den Parcours absolvierten.
Auch das dritte deutsche Paar hielt sich aber schadlos, sodass sich die Anspannung schnell in Jubel verwandelte - sowohl bei Reiter als auch bei den Fans. "Der Druck ist auf jeden Fall noch da", sagte Deußer nach seinem Ritt. "Gewonnen ist noch gar nichts. Morgen wird es mit Sicherheit noch einmal schwerer. Aber das heute war trotzdem wichtig."
Der Ritt von Vogel und United Touch war angesichts der perfekten Vorleistungen des Teams vor allem für die Einzelwertung wichtig. Das mit großen Ambitionen angereiste Paar hatte im Zeitreiten schon 3,38 Fehlerpunkte angesammelt. Dank einer diesmal souveränen Vorstellung blieb es dabei. "Ich bin glücklich, dass ich das heute gutmachen konnte", sagte der erleichterte Vogel zu seinem Ritt. "Ich habe versucht, gegenüber United so viel Ruhe wie möglich auszustrahlen."
Team-Medaillenentscheidung am Freitagabend live im WDR
Das deutsche Team hatte sich die knappe Führung schon am Mittwoch zum Auftakt der Springreit-Konkurrenz erarbeitet. Weil das Team beim Zeitreiten starke Leistungen zeigte, fiel Vogels Abwurf als Streichergebnis nicht ins Gewicht - Ehning, Hinners und Deußer ritten fehlerfrei und schneller als die Konkurrenz.
Am Freitagabend fällt beim zweiten Tag des Nationenpreises die Medaillenentscheidung im Teamwettbewerb (20.15 - 22.45 Uhr, live im WDR Fernsehen und auf wdr.de). Mit drei fehlerfreien Ritten unter dem Aachener Flutlicht hätte Deutschland den Team-Weltmeistertitel sicher. Die Einzelmedaillen werden am Sonntag vergeben (14.15 - 16.52 Uhr live im ZDF und im ZDF-Livestream).
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Sport im Westen live: Reit-WM Aachen 2026 - Springreiten Nationenpreis, 20.08.2026, 14:20 Uhr
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