„Schlichtweg untauglich“: Benkos 60-Millionen-Luxusvilla soll Hotel werden – mit Blauer Grotte im Keller


René Benkos 60-Millionen-Villa mit Kopie der blauen Grotte: Bald ein Luxus-Hotel?

Stand: 04.08.2026, 22:02 Uhr

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Die Benko-Villa verfügt über eine eigene Blaue Grotte im Keller. Das Anwesen soll möglicherweise ein Hotel werden.

Die Benko-Villa verfügt über eine eigene Blaue Grotte im Keller. Das Anwesen soll möglicherweise ein Hotel werden. © Montage privat/Imago

Der Insolvenzverwalter von René Benkos Stiftung prüft eine Umwidmung seiner Luxusvilla zu einem Hotel. Als Privathaus sei das Anwesen „schlichtweg untauglich“.

Innsbruck/München – Zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz des Immobilien-Imperiums von René Benko (49) deutet sich eine Lösung für dessen Privatresidenz im Innsbrucker Stadtteil Igls an. Der Insolvenzverwalter seiner Privatstiftung prüft die Möglichkeit einer Hotelnutzung, um das Anwesen verkaufen zu können. Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Rund 3000 Gläubiger fordern von ihm über 40 Milliarden Euro. Die Immobilien von Benkos insolventem Unternehmen Signa in München – darunter Objekte wie die Alte Akademie, das Oberpollinger-Gebäude und das Karstadt-Areal am Hauptbahnhof – wurden nach der Pleite des Unternehmens schrittweise an neue Investoren verkauft oder neu geordnet.

ARCHIV - 10.12.2025, Österreich, Innsbruck: Der Angeklagte René Benko sitzt im Landesgericht. (zu dpa: „Benko will im Gefängnis als Tischler arbeiten“) Foto: Expa/ Johann Groder/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Angeklagte René Benko im Dezember 2025 im Landesgericht. (Archivbild) © Expa/ Johann Groder/dpa

Der Innsbrucker Anwalt Stefan Geiler, der als Insolvenzverwalter die Geschäfte der pleitegegangenen Laura Privatstiftung führt, die die Villa über eine Tochtergesellschaft besitzt, zieht neben anderen Möglichkeiten eine Nutzung der „Villa N“ als Hotel in Erwägung. „Es macht Sinn, zu erheben, inwieweit nicht eine neuerliche Hotelwidmung hilfreich wäre. Das Objekt ist für die Privatnutzung (unter normalen Verhältnissen) schlichtweg untauglich“, schreibt Geiler in einem vertraulichen Bericht, den er jetzt ans Insolvenzgericht schickte. „Das ist ein internes Papier für Gläubiger, ich weiß nicht, wie es an die Öffentlichkeit gekommen ist“, so Geiler gegenüber der tz. Die Tiroler Tageszeitung hatte am Montag (3. August) daraus zitiert.

Insolvenzverwalter prüft Nutzung der Benko-Villa als Hotel – Capris Blaue Grotte als Kopie im Keller

Geiler weiter: „Wir haben den Verkauf noch gar nicht gestartet. Wir evaluieren Möglichkeiten und Verwertungskonzepte. Das kann ein Hotel sein, ein Chalet, Villen auf dem Grundstück. Es können mehrere Personen nutzen, unter Umständen ist auch eine Gewerbenutzung möglich.“ Geler weiter: „Die Frage ist: Was kostet ein Umbau? Ist eine Umwidmung möglich?“

In dem Schreiben heißt es allerdings, ein Verkauf des auf 60 Millionen Euro taxierten Luxusanwesens als Privathaus dürfte kaum ohne große Abschläge umsetzbar sein. „Es wird derzeit jedenfalls keine realistische Chance gesehen, im Rahmen der Verwertung die dokumentierten Herstellungskosten auch nur annähernd einbringlich machen zu können“, führt Geiler aus. Er will daher mit der Stadt Innsbruck Rücksprache über eine mögliche Umwidmung in ein Hotel halten und anschließend gemeinsam mit einem Immobilienbüro ein Verwertungskonzept erarbeiten.

Der letzte Versuch der Benkos, das Anwesen in ein Hotel umzuwandeln, scheiterte.

Auf dem Areal in Igls stand bereits ein Hotel mit 18 Zimmern, Suiten und einem rund 200 Quadratmeter großen Luxusapartment. Im Mai 2016 hatte Benko das damalige Schlosshotel Igls für brutto 11,1 Millionen Euro erworben. Das Luxushotel verfügte über 18 Zimmer und Suiten sowie ein 200 Quadratmeter großes Luxusapartment.

Benko ließ das Hotel abreißen, um sich dort eine private Luxus-Residenz zu errichten, die er mit seiner Familie als Hauptwohnsitz nutzte. Highlight ist die detailgetreue Nachbildung der Blauen Grotte von Capri im Keller. Seit dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe lastet auf der Villa ein Pfandrecht zugunsten der Republik Österreich sowie ein weiteres über 18 Millionen Euro zugunsten der Liechtensteinischen Landesbank. Bereits voriges Jahr gab es von Benkos Laura Privatstiftung, die damals noch nicht in Konkurs war, Überlegungen, die Villa in ein Hotel mit Wellnessoase umzubauen. Eine rasche Umwidmung schloss Bürgermeister Johannes Anzengruber damals aus.

Im Keller des Anwesens befindet sich das Privat-Spa mit Nachbildung der Blauen Grotte von Capri.

Im Keller des Anwesens befindet sich das Privat-Spa mit Nachbildung der Blauen Grotte von Capri. © privat

Ärger mit Luxusanwesen ist man in Österreich gewohnt: In Salzburg gab es gerade viel Wirbel um die Porsche-Villa, für die auf städtischem Grund eine unterirdische Zufahrt genehmigt wurde. In Kitzbühel streitet man wiederum über die „Putin-Villa“, die offenbar russische Oligarchen über Strohmänner kauften.