Rente aufbessern mit 45, 50 oder 55: So viel Vermögen ist mit 200 Euro im Monat noch möglich


Stand: 30.09.2026, 08:16 Uhr

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Zwei Ordner mit den Beschriftungen „ETF-Sparplan“ und „Altersvorsorge“

Mit 45, 50 oder 55 für die Rente investieren © IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER

Für die Altersvorsorge zählt nicht nur, wie viel jeden Monat investiert wird. Auch der Zeitpunkt des Einstiegs kann einen großen Unterschied machen. Eine Beispielrechnung zeigt, wie sich zehn Jahre mehr oder weniger Anlagezeit auswirken können.

Mit 45 noch nicht investiert? Oder erst mit 50 oder 55 festgestellt, dass für die Altersvorsorge zusätzliches Vermögen aufgebaut werden soll? Dann entsteht schnell das Gefühl, bereits zu spät zu sein.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Gerade wenn für die Altersvorsorge nicht mehr mehrere Jahrzehnte zur Verfügung stehen, wird eine klare Anlagestrategie wichtiger. Dabei geht es nicht darum, verlorene Zeit mit möglichst hohen Risiken aufzuholen, sondern Ziele, Anlagezeitraum, Sparrate und Risikobereitschaft sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Im kostenlosen Webinar „6-Schritte-Anlagestrategie“ von Fortunalista zeigt Finanzexpertin Margarethe Honisch, wie Frauen ihre finanzielle Ausgangslage analysieren und Schritt für Schritt eine persönliche Strategie für den langfristigen Vermögensaufbau entwickeln können.

Mehr Informationen:
https://finanzen.fortunalista.de/6-schritte-anlagestrategie/

Tatsächlich spielt Zeit beim Investieren eine wichtige Rolle. Trotzdem kann sich auch ein späterer Einstieg noch lohnen.

„Wer später beginnt, hat weniger Zeit für den Vermögensaufbau. Das bedeutet aber nicht, dass gar nicht mehr angefangen werden sollte“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Entscheidend ist, die verbleibende Zeit bewusst zu nutzen und eine Strategie zu wählen, die zur eigenen Situation passt.“

200 Euro monatlich: So groß kann der Unterschied sein

Eine vereinfachte Beispielrechnung zeigt, welche Rolle der Einstiegszeitpunkt spielen kann.

Angenommen, eine Anlegerin investiert jeden Monat 200 Euro und erzielt im Durchschnitt fünf Prozent Rendite pro Jahr. Für den Vergleich wird angenommen, dass bis zum Alter von 67 Jahren investiert wird.

Wer mit 45 beginnt, investiert 22 Jahre lang. Die eigenen Einzahlungen betragen insgesamt 52.800 Euro. Rechnerisch könnten daraus bei gleichmäßiger Rendite rund 96.000 Euro werden.

Beim Start mit 50 bleiben noch 17 Jahre. Insgesamt werden 40.800 Euro eingezahlt. Daraus könnten rechnerisch rund 64.000 Euro entstehen.

Beginnt die Anlegerin erst mit 55, bleiben zwölf Jahre. Die eigenen Einzahlungen liegen bei 28.800 Euro. Bei derselben angenommenen Rendite könnten daraus rund 39.000 Euro werden.

Die Zahlen sind Modellrechnungen. Sie berücksichtigen weder Steuern noch Kosten und unterstellen eine gleichmäßige Rendite von fünf Prozent pro Jahr. Tatsächliche Kapitalmarktrenditen schwanken und sind nicht garantiert.

Zehn Jahre machen mehr aus als nur die fehlenden Einzahlungen

Zwischen einem Einstieg mit 45 und einem Einstieg mit 55 liegen zehn Jahre. Der Unterschied beim möglichen Endvermögen entsteht jedoch nicht ausschließlich dadurch, dass zehn Jahre länger Geld eingezahlt wird.

Auch die bereits erzielten Erträge können wiederum Erträge erwirtschaften. Dieser Zinseszinseffekt wird mit zunehmender Anlagedauer immer bedeutender.

„Zeit ist beim Investieren ein Faktor, der sich später nicht nachholen lässt“, erklärt Honisch. „Deshalb kann langes Warten einen größeren Unterschied machen, als nur die Summe der ausgelassenen Sparraten vermuten lässt.“

Später anfangen bedeutet nicht, möglichst viel Risiko einzugehen

Wer erst mit 50 oder 55 beginnt, könnte versucht sein, die kürzere Anlagedauer durch höhere Risiken auszugleichen. Eine besonders hohe Aktienquote oder spekulative Investments sind jedoch keine Garantie dafür, eine vermeintlich verlorene Zeit aufzuholen.

Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem das Geld benötigt wird, desto wichtiger wird die Frage, welche Schwankungen finanziell und persönlich getragen werden können.

Ein späterer Einstieg sollte deshalb nicht automatisch zu einer riskanteren Strategie führen.

Eine höhere Sparrate kann einen Teil des Zeitunterschieds ausgleichen

Anders als die vergangenen Jahre lässt sich die zukünftige Sparrate zumindest teilweise beeinflussen.

Wer beispielsweise mit 55 monatlich 400 statt 200 Euro investieren kann, zahlt bis zum Alter von 67 Jahren insgesamt 57.600 Euro ein. Bei derselben Modellannahme von fünf Prozent Rendite könnten daraus rechnerisch rund 79.000 Euro werden.

Das zeigt: Ein späterer Start verändert die Voraussetzungen, macht den Vermögensaufbau aber nicht automatisch unmöglich.

Welche Sparrate sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Rücklagen, laufenden Ausgaben und den bereits vorhandenen Rentenansprüchen ab.

Zuerst die tatsächliche Versorgungslücke kennen

Bevor eine bestimmte Summe investiert wird, sollte geklärt werden, wie viel zusätzliches Vermögen überhaupt benötigt wird.

Dafür lohnt sich ein Blick auf die gesetzliche und gegebenenfalls betriebliche Altersvorsorge, bereits vorhandenes Vermögen und die voraussichtlichen Ausgaben im Ruhestand.

Erst daraus ergibt sich ein konkretes Ziel.

„Die Frage sollte nicht nur lauten, wie viel mit 50 noch investiert werden kann“, sagt Honisch. „Wichtiger ist zu wissen, welche finanzielle Lücke geschlossen werden soll und welcher Weg dafür realistisch ist.“

Mit 45, 50 oder 55 zu beginnen, führt damit zu unterschiedlichen Ergebnissen. In allen drei Fällen kann der entscheidende Schritt jedoch derselbe sein: nicht weiter auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, sondern die eigene finanzielle Situation zu prüfen und daraus eine langfristige Strategie abzuleiten.