Rot ist in Unterstedt die bestimmende Farbe


Stand: 16.08.2026, 21:29 Uhr

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Marlon Scholtyssek bringt Unterstedts Kapitän Florian Liszkowski zu Fall. Sein Mitspieler Jonathan Bars (2.v.r.) sieht nach dieser Situation sogar die Rote Karte.

Oytens Max Niemann bringt Unterstedts Kapitän Florian Liszkowski zu Fall. Sein Mitspieler Jonathan Bahrs (2.v.r.) sieht nach dieser Situation sogar die Rote Karte. © Blömer

Zwei Platzverweise, eine blutende Nase und ein zurückgenommener Elfmeter sorgen beim Unterstedter 2:2 gegen Oyten für den einen oder anderen Aufreger.

Unterstedt – Der Anblick war nicht sonderlich schön. Mit Tüchern vor dem Gesicht und einer blutverschmierten Hose machte sich Niclas Lüdemann mit dem Halbzeitpfiff, begleitet von zwei Sanitätern, auf den Weg in Richtung Krankenwagen. In einem Zweikampf hatte der Mittelfeldakteur der SG Unterstedt einen Schlag auf die Nase bekommen. „Die ist wohl durch“, mutmaßte sein Trainer Patrick Werna später. Weitaus weniger wichtig, aber dennoch ärgerlich war da, dass seine Bezirksliga-Fußballer anschließend im ersten Heimspiel der Saison nicht über ein 2:2 (1:2) gegen den TV Oyten hinauskamen.

Rot war an diesem Nachmittag ohnehin die bestimmende Farbe auf dem Unterstedter Sportplatz. Denn nach Lüdemanns blutigem Aus sahen sowohl Unterstedts Nico Nachtigall als auch Oytens Jonathan Bahrs die Rote Karte. Ausgangspunkt war Nachtigalls Treffer zum 2:2 (55.). Nach einer Ecke traf er und jubelte, wie er gestand, wohl etwas provokant mit Kapitän Florian Liszkowski. Kurz darauf brachte Oytens Max Niemann Gegner Liszkowski zu Fall und es kam zur Rudelbildung.

Rot gegen Nachtigall und Bahrs

Zunächst erwischte es dabei nur Nachtigall, dem Schiedsrichter Joel Weber (TVV Neu Wulmstorf) nach einem Schubser gegen Bahrs Rot zeigte. „Es war wohl wegen der Intensität. So kann ich es mir zumindest nur erklären“, sagte Nachtigall und schob hinterher: „Ich wollte die Situation eigentlich entschärfen.“ Niemann kam dagegen ohne Karte davon. Bahrs wiederum musste ebenfalls vorzeitig vom Feld, nachdem sich Weber noch einmal mit seinem Assistenten kurzgeschlossen hatte.

„Für beide Seiten wäre es auch mit einer Gelben Karte getan gewesen“, ärgerte sich Unterstedts Trainer Patrick Werna. Ohnehin nahm das Gespann aus seiner Sicht an diesem Nachmittag zu viel Raum ein: „Es war einfach zu viel Fokus auf den Schiedsrichterentscheidungen.“

Erst Elfmeter, dann doch nicht

Dabei dachte Werna auch an eine andere strittige Szene aus der ersten Hälfte. Simon Maruhn war im Strafraum nach einem Zweikampf mit Oytens Felix Schröter zu Fall gekommen. Weber zeigte zunächst auf den Punkt, nahm die Entscheidung nach Rücksprache mit seinem Assistenten jedoch wieder zurück. „Der Linienrichter stand genau neben uns. Dass er behauptet, das von dieser Position sehen zu können, finde ich sehr mutig“, sagte Werna.

Hadern musste der Unterstedter Trainer allerdings auch mit der Chancenverwertung seines Teams. Vor allem im zweiten Durchgang ließen die Hausherren einige gute Möglichkeiten liegen. Unter anderem verpassten Daniel Moderau (74.) und Tim Jansen (82.) den möglichen Führungstreffer. „Das Chancenplus war auf unserer Seite, die Effektivität auf Oytens“, bilanzierte Werna.

Das Chancenplus war auf unserer Seite, die Effektivität auf Oytens.

So musste Unterstedt im ersten Durchgang gleich zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Oytens Tom Mittmann hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht (14.), ehe Nachtigall nach einer Flanke von Theo Kettenburg per Kopf ausglich (23.). Keine zehn Minuten später brachte Jan-Niklas Schalati die Gäste wieder in Front (30.). Nach dem Seitenwechsel kam von den Gästen nur noch wenig. Entsprechend ärgerte sich Werna auch über das Remis: „Wir sind alle extrem enttäuscht über das Ergebnis. Ich finde, dass wir eindeutig die aktivere und bessere Mannschaft waren.“

SG Unterstedt: Genkel - Nachtigall, T. Kettenburg, Rinne, Lüdemann (31. Liszkowski), Jansen (90.+3 Maier) Maruhn, Rössel (81. Bacinovic), Nehrke (63. Rosebrock), Schulwitz (88. Prokopenko), Moderau.