Rotavirus-Fälle in Stormarn, Segeberg und Pinneberg nehmen zu: Was gegen die Erkrankung hilft
Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Durchfall. Rotaviren verursachen bei Menschen unangenehme Symptome. Im vergangenen Jahr sind die gemeldeten Fälle der Erkrankung im Hamburger Umland häufiger geworden. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. In den Kreisen Segeberg, Pinneberg und Stormarn sind die Zahlen teils um mehr als die Hälfte angestiegen.

44 statt 30 Erkrankungen im Vorjahr flossen 2025 in die Stormarner Statistik ein. Im Kreis Segeberg verzeichnete das RKI sogar 54 Fälle, während im Jahr 2024 nur 32 Infektionen registriert wurden. Mit deutlichem Abstand lag der Kreis Pinneberg, der auch der bevölkerungsreichste Kreis in Schleswig-Holstein ist, in der Statistik vorn: 105 Fälle wurden dort im vergangenen Jahr verzeichnet. Allerdings fiel der Anstieg moderat aus. Schon 2024 lag die Zahl bei 87 Fällen.
Mehr Rotavirus-Erkrankungen als im Vorjahr: Besonders Kleinkinder gefährdet
„Rotaviren sind eine der häufigsten Erreger für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern. Aufgrund der steigenden Zahlen raten wir allen Eltern, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen vorzunehmen und auf bestimmte Hygieneregeln zu achten“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.
Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verlaufe die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. Ein Schutz gegen diesen Erreger entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Kinder reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeits- und Salzverlust. Daher sei es wichtig, ihnen genügend Flüssigkeit zuzuführen. Wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen werden kann, könne der Zustand lebensbedrohlich werden.
Rotavirus: AOK empfiehlt häufiges Händewaschen und Desinfizieren
Da es keine Medikamente gegen Rotaviren gibt, können nur die Beschwerden gelindert werden. „Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt wird“, erklärt Reinhard Wunsch. Je nachdem, welcher Impfstoff verwendet wird, seien zwei oder drei Impfstoffdosen im Mindestabstand von vier Wochen notwendig.
Rotaviren gelten als leicht übertragbar und hochansteckend. Auch Erwachsene können sich mit dem Virus infizieren. Die Übertragung erfolgt meistens über eine Schmierinfektion. Die Viren werden durch kleinste Stuhlreste an den Händen weitergegeben. Von der Hand gelangen die Erreger in den Mund und weiter in den Verdauungstrakt. Die Ansteckung erfolgt auch über verunreinigte Gegenstände wie Handgriffe, Toiletten, Armaturen oder auch über Lebensmittel, auf denen Erreger haften.
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Neben Kleinkindern, die häufig die Hände oder Dinge in den Mund nehmen, sind aber auch Senioren und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem gefährdet. „Umso wichtiger ist es, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, so Wunsch. Dazu gehöre, sich die Hände immer wieder zwischendurch gründlich mit Seife zu waschen und ein wirksames Desinfektionsmittel zu verwenden. Das RKI empfiehlt Produkte in der Wirkkategorie ‚begrenzt viruzid PLUS‘ oder ‚viruzid‘.