Rotes Meer: Huthi beschießen Tanker aus Saudi-Arabien
Rotes Meer Warum die Huthi saudische Tanker beschießen
Stand: 23.07.2026 • 12:55 Uhr
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen. Die Schiffe hätten gegen das Durchfahrtsverbot verstoßen. Saudi-Arabien spricht von einem Verstoß gegen das Völkerrecht.
Nach der Straße von Hormus am Persischen Golf wird auch die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer für den Schiffsverkehr wieder gefährlicher. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen teilte mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen.
"Unsere Streitkräfte haben eine gezielte militärische Operation durchgeführt, die auf zwei saudische Öltanker abzielte", erklärt der Militärsprecher. Diese hätten gegen das von den Streitkräften verhängte Durchfahrtsverbot im Roten Meer verstoßen. Der Angriff sei mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen erfolgt. Die Streitkräfte des Jemen hätten auch fast zehn Schiffe zum Rückzug und zur Umkehr gezwungen.
Krieg gegen die jemenitische Regierung
Mit "Streitkräfte" meint der Militärsprecher der Huthi-Miliz deren Kämpfer. Die schiitische Miliz kontrolliert die Hauptstadt Sanaa und weite Teile der Küste am Roten Meer. Seit mehr als zehn Jahren führen die Huthi, unterstützt von Iran, einen Bürgerkrieg gegen die international anerkannte jemenitische Regierung im Süden des Landes. Die wiederum hat Saudi-Arabien hinter sich.
Die saudische Verkehrsbehörde bestätigten einen Vorfall im Roten Meer. Nach Angaben des Kapitäns wurde ein Schiff von einem unbekannten Geschoss getroffen, das Feuer auslöste. Der Angriff verstoße gegen das Völkerrecht und das Prinzip der sicheren Passage von Handelsschiffen.
Warnung vor Folgen für Weltwirtschaft
Kapitän Haitham Shaaban aus Beirut berät internationale Seeschifffahrts-Organisationen. Er warnt im katarischen Fernsehsender Al-Arabi vor den Folgen für die Weltwirtschaft:
"Die Mehrheit der Reeder und Schifffahrtsgesellschaften könnten gezwungen sein, ihre Schiffe nicht mehr durch die Bab al-Mandab-Straße fahren zu lassen. Dies ist ein Zeichen für das rücksichtslose Vorgehen der Huthi. Wir stehen vor einem massiven Chaos in den Lieferketten." Vier Schiffe hätten bereits die Route verlassen und würden den Weg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen. Dies werde die Seereise um einen zusätzlichen Monat verlängern.
Saudi-Arabien nutzt Meerenge als Alternative
Bislang richten sich die Huthi-Angriffe im Roten Meer auf Saudi-Arabien. Das Königreich nutzt als größter Erdölexporteur die Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste zunehmend als Alternative für den Transport nach Asien. Auch, um die durch Iran immer wieder blockierten Straße von Hormus zu umgehen.
Die Huthi hatten am Montag verkündet, Schiffe aus Saudi-Arabien dürften nicht mehr durch das Roten Meer passieren. Diese Ankündigung kam rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit Saudi-Arabien. Einen mehrjährigen Waffenstillstand mit dem benachbarten Königreich erklärten die Huthi damit für hinfällig.