Sanierung auf dem Blomberg kostet mehr als doppelt so viel wie geplant


Stand: 14.09.2026, 19:01 Uhr

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Im historischen Herzstück der Hütte wurde möglichst viel erhalten, berichten Hüttenwart und Bauleiter Toni Singer (li.) und Bergwacht-Bereitschaftsleiter Horst Stahl Die Küche hat nun fließend Wasser. Der klobige Kachelofen wurde durch einen neuen Holzherd ersetzt.

Im historischen Herzstück der Hütte wurde möglichst viel erhalten, berichten Hüttenwart und Bauleiter Toni Singer (li.) und Bergwacht-Bereitschaftsleiter Horst Stahl. Die Küche hat nun fließend Wasser. Der klobige Kachelofen wurde durch einen neuen Holzherd ersetzt. © Arndt Pröhl

Statt 125.000 Euro flossen gut 300.000 Euro in die Diensthütte der Bergwacht auf dem Blomberg. Die Rücklagen sind damit aufgezehrt – weshalb die Bergwacht weiter auf Spenden angewiesen ist.

Bad Tölz/Wackersberg – Die Veränderung ist nicht zu übersehen. Der klobige Kachelofen ist verschwunden, genauso wie die Treppe, die ins Lager unterm Dach führte. Stattdessen steht ein Holzofen, auf dem auch gekocht werden kann, an einer Wand. Das Innere der Bergwacht-Hütte auf dem Blomberg wirkt nun viel größer. Es ist nicht die einzige Veränderung, die es in den vergangenen Monaten gab. Nach über einem Jahr ist die Sanierung der Diensthütte abgeschlossen. Das Projekt entpuppte sich als deutlich aufwendiger und teurer als anfangs gedacht. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Statt auf Holzpfählen steht die Hütte nun auf einem gemauerten Untergeschoss. Die Terrasse wurde ein ganzes Stück angehoben.

Statt auf Holzpfählen steht die Hütte nun auf einem gemauerten Untergeschoss. Die Terrasse wurde ein ganzes Stück angehoben. © Arndt Pröhl

Eichensäulen waren marode

Die erste Überraschung wartete im Untergeschoss. Die Eichensäulen, die die Hütte trugen, sollten eigentlich nur freigelegt und stabilisiert werden. Allerdings wurde schnell klar, dass an vielen Stellen kaum noch Holz übrig war. Die Hütte, deren Herzstück ein etwa 400 Jahre alter Troadstadl ist, brauchte ein neues Fundament. Nun verfügt sie über ein gemauertes Untergeschoss, das viel Stauraum bietet. Über eine Treppe geht es nach oben. Dort sind im Vorraum die schweren Holzklappen verschwunden, die geöffnet werden mussten, wenn man etwas Tageslicht haben wollte. Stattdessen gibt es nun einfache Fenster, durch die die Sonne fällt. Zur Holzterrasse, die ein gutes Stück angehoben wurde, öffnet sich eine Doppelschiebetür. Im Vorraum führt nun auch die steile Treppe ins Lager unterm Dach.

Zum ersten Mal gibt es fließendes Wasser

Im historischen Troadstadl wurde möglichst viel erhalten. „Tisch und Bänke sind original“, sagt Hüttenwart und Bauleiter Toni Singer. Eine Bank sei lediglich etwas verbreitert worden, damit sich dort zur Not auch mal jemand hinlegen kann. Eine weitere Liegemöglichkeit gibt es in der anderen Ecke, direkt neben dem Funktisch. Auf den alten Boden kamen Lärchenholzverbundplatten. „Uns aus dem Rest hat uns ein Schreiner, der bei der Bergwacht ist, die Küche gebaut.“ Die steht in einer Ecke – und verfügt zum ersten Mal über fließendes Wasser. Im Zuge der Sanierung wurde die Diensthütte nämlich ans Kanal- und Wassernetz der Stadt angeschlossen.

Das bedeutet auch: Das Plumpsklo, das es bislang gab, hat ausgedient. Stattdessen gibt es nun ein modernes WC samt Handwaschbecken. Ein Frostwächter sorgt dafür, dass im Winter das Wasser nicht einfriert.

Siebenschläfer hatte sich eingenistet

Komplett entfernt werden musste die Dämmung. In der hatten sich immer wieder Siebenschläfer eingenistet. „Es gab eigentlich keinen Quadratmeter, der nicht versifft war“, sagt Singer. Jetzt habe man versucht, „möglichst alle Ritzen dicht zu machen, damit der Siebenschläfer nicht mehr reinkommt“.

Das Plumpsklo hat ausgedient: Dank Wasser- und Kanalanschluss gibt es jetzt ein modernes WC.

Das Plumpsklo hat ausgedient: Dank der Anschlüsse gibt‘s jetzt ein modernes WC. © Arndt Pröhl

Bei der Ausstattung wurde darauf geachtet, dass alles zum historischen Troadstadl passt. Haken, Lampen – alles wurde mit Bedacht ausgesucht, was möglich war, aus dem Bestand wiederverwertet.

Gut 300.000 Euro mussten investiert werden

Vieles wurde in Eigenleistung erbracht. Heimische Handwerksfirmen kamen der Bergwacht preislich entgegen. Dennoch reichten die anfangs veranschlagten rund 125.000 Euro bei Weitem nicht aus. Gut 300.000 Euro flossen in die Sanierung – finanziert über Spenden, Einnahmen aus Aktionen wie dem Christkindlmarkt und Rücklagen. „Uns fehlt auch nichts mehr“, sagt Bereitschaftsleiter Horst Stahl. „Aber die Rücklagen sind natürlich aufgezehrt.“ Daher freut sich die Bergwacht weiter über Spenden – zumal es heuer keinen Stand auf dem Christkindlmarkt geben wird. Man brauche mal eine Pause, sagt Stahl. Der Winter sei fordernd für die ehrenamtlichen Retter: „Wir brauchen fünf Leute am Brauneck, fünf am Blomberg und dann auch noch Leute für den Markt. Es ist schon gut, jetzt mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen.“

Vor einigen Tagen gab es schon ein Helferfest auf der Diensthütte. Für 18. September ist die offizielle Einweihungsfeier mit den Bürgermeistern aus Bad Tölz und Wackersberg geplant.