Schauspielerin stirbt mit 44 Jahren an Rektumkrebs – Krankheit trifft immer mehr Jüngere
Stand: 18.09.2026, 18:00 Uhr
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Die japanische Schauspielerin Yuri Nakamura ist im Alter von 44 Jahren an Rektumkrebs gestorben. Warum die Erkrankung auch immer mehr Jüngere trifft und wie wichtig Vorsorge ist.
Die japanische Schauspielerin koreanischer Herkunft Yuri Nakamura ist im Alter von 44 Jahren an Rektumkrebs gestorben. Bekannt wurde sie vor allem durch die Netflix-Serie „Romantics Anonymous“ und den Film „Pacchigi! Love & Peace“. Die Erstdiagnose erhielt sie bereits vor 13 Jahren im Alter von 31 Jahren. Nach initialer Behandlung erlitt sie jedoch einen Rückfall mit unheilbaren Metastasen.
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Dieser Artikel von Francesco Palma entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Rektumkrebs ist eine bösartige Neubildung aus der Gruppe der Kolorektalkarzinome. Meist handelt es sich um ein Adenokarzinom, das aus den Zellen der Darmschleimhaut entsteht. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend. Wie das Schicksal von Yuri Nakamura zeigt, trifft die Krankheit auch junge Menschen. Solange der Tumor auf die Rektumwand begrenzt ist, bestehen hohe Heilungschancen.
Risikofaktoren und Entstehung von Rektumkrebs
Es gibt keine einzelne Ursache für Rektumkrebs, was die Diagnose erschwert. Die Erkrankung entwickelt sich, wenn Zellen der Rektumwand genetische Veränderungen ansammeln, die das normale Zellwachstum stören. Der genaue Auslöser ist unbekannt. Mehrere Faktoren erhöhen jedoch das Risiko:
- Alter (wenngleich zunehmend Jüngere erkranken)
- Familiäre Vorbelastung
- Polypen oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
- Lebensstil: Adipositas, Rauchen, Alkoholkonsum sowie eine Ernährung mit viel rotem Fleisch und stark verarbeiteten Lebensmitteln
Zu Beginn verläuft Rektumkrebs oft vollkommen beschwerdefrei. Erste Anzeichen zeigen sich meist erst im Verlauf. Dazu gehören Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen mit dem Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung oder Blut im Stuhl. Mit zunehmendem Tumorwachstum können rektale Blutungen, stärkere Schmerzen beim Stuhlgang und Bauchkrämpfe hinzukommen. Der Blutverlust kann eine Blutarmut (Anämie) verursachen, die zu starker Müdigkeit führt. Auch ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann auf eine Erkrankung hindeuten.
Rektumkrebs auch bei jungen Erwachsenen
Yuri Nakamura erkrankte bereits mit 31 Jahren und verstarb mit 44. Das verdeutlicht: Die Erkrankung betrifft keineswegs nur ältere Menschen. Laut einer Studie der American Cancer Society stieg die Zahl der Rektumkarzinome bei unter 50-Jährigen in 27 von 50 untersuchten Ländern an. Als Ursache vermuten Fachleute seltene Vorsorgeuntersuchungen in dieser Altersgruppe sowie die Tendenz, frühe Symptome zu unterschätzen. Dies verzögert die Diagnose oft entscheidend.
Die American Cancer Society weist zudem darauf hin, dass die Ursachen für diesen Anstieg bei Jüngeren noch nicht vollständig geklärt sind. Aktuelle Studien untersuchen, inwiefern Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol und zuckerhaltige Getränke dazu beitragen. Bei jungen Patientinnen und Patienten handelt es sich meist um sporadische Formen ohne klare genetische Ursache. Das erschwert die Früherkennung zusätzlich. Ein wichtiger erster Untersuchungsschritt ist die digitale rektale Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt den unteren Abschnitt des Rektums austastet.
Untersuchungen und Stadieneinteilung
Zentrale Verfahren zur Diagnose sind die Rektosigmoidoskopie und insbesondere die Koloskopie (Darmspiegelung). Bei der Koloskopie lässt sich die Schleimhaut direkt beurteilen und eine Gewebeprobe (Biopsie) zur gesicherten Diagnose entnehmen. Bestätigt sich der Verdacht, folgen bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens und Computertomografie (CT). Sie zeigen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.
Das US-amerikanische National Cancer Institute teilt Rektumkarzinome in fünf Stadien ein:
- Stadium 0: Tumor ist auf die oberste Schleimhautschicht begrenzt.
- Stadium 1: Tumor infiltriert die Rektumwand, ohne Lymphknoten zu befallen.
- Stadium 2: Tumor dringt tiefer in Rektumwand oder benachbartes Gewebe ein, noch kein Lymphknotenbefall.
- Stadium 3: Ein oder mehrere regionale Lymphknoten sind befallen.
- Stadium 4: Tumor hat Fernmetastasen gebildet (meist in Leber und Lunge, seltener im Gehirn).
Die Therapie richtet sich nach Stadium, Tumorlokalisation, biologischen Eigenschaften und dem Allgemeinzustand der erkrankten Person. Die chirurgische Entfernung bleibt bei lokal begrenzten Tumoren die wichtigste Maßnahme. Sehr frühe Stadien lassen sich lokal durch den Analkanal oder endoskopisch entfernen. Bei tiefer eingewachsenen Tumoren muss meist ein Teil des Rektums inklusive benachbarter Lymphknoten operiert werden. Strahlen- oder Chemotherapien vor dem Eingriff können den Tumor verkleinern; nach der Operation reduzieren sie das Rückfallrisiko.
Therapien, Rückfallrisiko und schlafende Tumorzellen
Bei fortgeschrittenen Tumoren kommen zielgerichtete Medikamente sowie Immuntherapien zum Einsatz, die das Immunsystem gegen Krebszellen aktivieren. Welcher Ansatz gewählt wird, hängt von den molekularen Eigenschaften und Biomarkern des Tumors ab.
Trotz erfolgreicher Erstertherapie kann Rektumkrebs zurückkehren. Das Rückfallrisiko bestimmt sich vor allem durch das ursprüngliche Stadium, Lymphknotenbefall und Metastasen. Untersuchungen des italienischen Istituto Superiore di Sanità zeigen: Einige Tumorzellen können in einen Ruhezustand übergehen. In diesem Zustand überstehen sie Therapien, aktivieren sich Jahre später erneut und verursachen so einen Rückfall.