Schiffsunglück: Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste


Schiffsunglück Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste

Jakarta · In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

13.09.2026 , 14:02 Uhr

Nach einem Fährunglück in Indonesien werden zahlreiche Menschen vermisst.

Nach einem Fährunglück in Indonesien werden zahlreiche Menschen vermisst.

Foto: Iman Satria/AP/dpa

Eine Fähre ist im Inselstaat Indonesien verunglückt. Es wird nach zahlreichen Vermissten gesucht. Noch unklar ist das Ausmaß des Unglücks auf rauer See. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, wie die Rettungsbehörde Basarnas am Sonntag mitteilte. 115 Menschen seien von anderen Schiffen in der Javasee gerettet worden, mehr als 120 würden noch vermisst. Deren Schicksal war bis zum Abend (Ortszeit) ungewiss. 

Die Fähre „Virgo Transport 8“ war mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Großstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Am frühen Morgen (Ortszeit) riss die Funkverbindung zu der Fähre ab, wie die Behörde weiter mitteilte. Die letzte bekannte Position des Schiffs war demnach etwa 150 Kilometer vor Banjarmasin. 

Oft unzureichende Sicherheitsstandards

Gerettete wurden von medizinischem Personal betreut.

Gerettete wurden von medizinischem Personal betreut.

Foto: Iman Satria/AP/dpa

Der südostasiatische Inselstaat Indonesien mit rund 280 Millionen Einwohnern besteht aus mehr als 17.000 Inseln, weswegen Fähren eine große Rolle für den Transport von Passagieren und Fracht spielen. Sicherheitsstandards werden jedoch oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Fährschiffe oft überfüllt. Unfälle sind in dem Land keine Seltenheit.

Zahlreiche Passagiere wurden gerettet.

Zahlreiche Passagiere wurden gerettet.

Foto: Iman Satria/AP/dpa

Erst im vergangenen Monat war eine Fähre zwischen den bei Touristen beliebten Inseln Bali und Lombok in Brand geraten. Fast alle der mehr als 170 Menschen an Bord der „Putri Yasmin“ wurden nach Behördenangaben in Sicherheit gebracht. Die Einsatzkräfte bestätigten aber ein Todesopfer.

Bei einem der schwersten Schiffunglücke in dem Land waren im Dezember 2006 bis zu 500 Menschen ums Leben gekommen, als die „Senopati Nusantara“ zwischen Borneo und Java bei schwerem Sturm in der Javasee sank.

Fährunglück auch in den Philippinen

Auch in den nordöstlich von Indonesien gelegenen Philippinen war es erst vor wenigen Tagen zu einem schweren Fährunglück gekommen. Das Passagierschiff „MV June Aster“ war am Mittwochabend auf dem Weg von der Hauptstadt Manila nach Coron, als es aus noch unbekannter Ursache in Brand geriet. Überlebende berichteten von einer lauten Explosion aus dem Laderaum, gefolgt von dichtem Rauch und Flammen. Die Fähre befand sich zu diesem Zeitpunkt rund zwei Kilometer vor der Küste.

An Bord waren etwa 130 Passagiere und Crewmitglieder. Einige Passagiere sollen Berichten zufolge nach dem Ausbruch des Brandes in Panik ins Wasser gesprungen sein. Bislang wurden mindestens 76 Leichen geborgen. 43 Menschen seien gerettet worden, hieß es nach Angaben der Küstenwache. Etwa 13 Menschen gelten noch als vermisst.

© dpa-infocom, dpa:260913-930-676850/4