Schlagersängerin aus Trier: Früher Grundschullehrerin, jetzt Ballermann-Bühne – Der Weg von „minnie rock“


Schlagersängerin aus Trier Früher Grundschullehrerin, jetzt Ballermann-Bühne – Der Weg von „minnie rock“

Trier/Palma de Mallorca · Schon als Mädchen war sie von Schlagermusik fasziniert. Heute singt sie als „minnie rock“ im Megapark auf Mallorca. Doch vorher musste sie eine schwere Entscheidung treffen.

09.09.2026 , 07:29 Uhr

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Ballermann-Sängerin minnie rock aus Trier will hoch hinaus

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Foto: minnie rock

Ende August stand sie noch auf der Bühne am Ballermann. Am 13. September geht es wieder nach Mallorca. Mit dem Megapark hat die Sängerin mit dem Künstlernamen „minnie rock“ einen Vertrag, tritt dort regelmäßig auf. Zwischendurch ist sie aber immer wieder zu Hause in der Region Trier. Bei ihrem letzten Heimatbesuch haben wir sie in einem Trierer Café zum Gespräch getroffen.

minnie rock: Wer ist diese Frau, die auf dem Streamingdienst Spotify 85.000 monatliche Hörer hat? Dazu gibt sie nur eingeschränkt Einblicke. Ihr privater Name soll im Artikel nicht genannt werden, ebenso wenig ihr Alter. Der Grund dafür: „Ich möchte die Figur minnie rock so gut es geht von meinem Privatleben trennen.“ Was sie jedoch erzählt: Sie ist in Wincheringen an der Obermosel aufgewachsen, die Region Trier ist ihre Heimat. Und auf dem Weg auf die Bühnen der Mallorca-Festzelte hat sie einiges hinter sich.

Triererin träumt seit der Kindheit von einer Karriere als Schlagersängerin

„Seit ich denken kann, ist es mein Traum, auf Mallorca aufzutreten. Das wurde mir im Prinzip in die Wiege gelegt.“ Ihr Vater, dem sie mit „Papa Song“ inzwischen ein eigenes Lied gewidmet hat, sei ein großer Karnevalsfan. Auf Mallorca habe sie bereits als kleines Mädchen mit der Familie Urlaub gemacht und sei von der Kulisse dort begeistert gewesen.

Konkreter wurde ihr Traum dann vor mittlerweile elf Jahren. „Durch den Musiker Rick Arena habe ich Kontakt zu einem Produzenten bekommen und 2015 meinen ersten eigenen Song ‚Ekstase ohne Grenzen‘ veröffentlicht. Im selben Jahr hatte ich meinen ersten Auftritt auf dem Festival Seepark 6 am Bodensee.“ Das erste Mal auf einer Bühne, das erste Mal Menschen, die jubeln.

In den nächsten Jahren habe die junge Frau sich immer mehr auf ihre Musik-Karriere konzentriert: „Ich habe im Prinzip alle Anfragen angenommen, die es gab. Das Ziel war es, mich als Künstlerin zu etablieren.“ 2017 war es dann so weit: Der erste Auftritt im Megapark auf Mallorca. Und ihr Name? „Ich habe auf der Bühne noch nie einen Minirock getragen und habe das auch in Zukunft nicht vor.“ Der Name passe ganz einfach zu der frechen, selbstbewussten Musikerin.

Grundschullehrerin und Ballermann-Sängerin: Geht das?

Das einzige Problem bei der Musikkarriere der jungen Triererin: Es gab einen Konflikt mit ihrer anderen Leidenschaft. „Ich habe Grundschullehramt studiert und von 2015 bis 2017 mein Referendariat absolviert. Im selben Jahr, in dem ich zum ersten Mal im Megapark aufgetreten bin, habe ich als Lehrerin an einer Grundschule in Trier angefangen.“

Es beginnt eine Art Doppelleben, das die Sängerin vor den meisten Menschen in ihrem beruflichen Umfeld geheim hält. „Mein Alltag sah so aus: Unter der Woche Lehrerin in der Grundschule, am Wochenende Schlagersängerin auf Malle. Außer der Schulleiterin, die mich zum Glück unterstützt hat, wusste an der Schule niemand von meiner Leidenschaft.“

Irgendwann musste sie sich jedoch für einen Weg entscheiden: Lehrerin oder Musikerin? „Das ist mir nicht leicht gefallen. Meiner eigenen Klasse mitzuteilen, dass ich die Schule verlasse, hat mir das Herz gebrochen. Unter dem Strich bin ich mir aber sicher: Hätte ich mich gegen die Musik entschieden, hätte ich mich mein ganzes Leben lang gefragt, was gewesen wäre, wenn.“ Mittlerweile habe sie sogar schon ein paar ihrer ehemaligen Schüler an der Playa getroffen.

Kontakt mit Franco Piccolini und Luigi Ferrari führt zu großem Hit

Also Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Denn direkt nachdem minnie sich Anfang 2020 mit der Musik selbstständig machte, schlug die Coronapandemie zu. Große Auftritte vor Tausenden von Leuten? Jahrelang Fehlanzeige. „Natürlich war ich in dieser Zeit nicht jeden Tag gut gelaunt. Ich bin aber ehrlich: Ich habe trotzdem keine Sekunde an meiner Entscheidung gezweifelt.“

Dabei habe ihr auch der Kontakt zu zwei bekannten Trierer Musikern geholfen: Franco Piccolini und Luigi Ferrari. „Ich habe die beiden bei einem Auftritt in Trier kennengelernt. Da wir uns von Anfang an gut verstanden haben, haben sie mich zu einer gemeinsamen Songproduktion eingeladen.“ Gleich beim ersten Treffen sei dann das Lied „Unterhopft“ entstanden, das auf Spotify mittlerweile mehr als elf Millionen Mal gehört wurde. „Während Corona habe ich mich dann noch mehr auf meine eigene Musik konzentrieren können“, sagt die Musikerin.

minnie rock aus Trier: Wie trennt man Kunstfigur und Privatperson?

Sechs Jahre später ist minnie rock am Ballermann eine feste Größe geworden. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz tritt sie regelmäßig auf Oktoberfesten, Festivals oder Privatveranstaltungen auf. Sie bringt regelmäßig eigene Songs raus und verkauft eigenes Merchandise. Auf Instagram folgen ihr fast 20.000 Menschen. Mit ihrer Vergangenheit als Lehrerin geht sie mittlerweile offen um und hat sie mit „Leererin“ sogar in einem Lied verarbeitet.

Bei einem großen Label hat sie jedoch nicht unterschrieben. „Ich mache alles selbst, mit einem kleinen Team von Freunden und Familie, die mich in- und auswendig kennen.“ Eines der wichtigsten Teammitglieder, ihre Tourbegleiterin Alex, begleitet sie auch beim Interviewtermin mit dem Volksfreund. Ein Leben als unabhängige Musikerin, die im Prinzip machen kann, was sie will. Klingt erst einmal toll, aber auch nach viel Verantwortung. „Also richtigen Urlaub habe ich bestimmt seit zehn bis fünfzehn Jahren nicht mehr gemacht“, sagt minnie.

Und auch privat merke sie, wie ihre Kunstfigur und Privatperson immer mehr verschmelzen. „Ich sehe das aber nicht als Verlust oder als Belastung. Die Musik ist einfach mein Leben und ich fühle mich dabei nicht, als würde ich arbeiten. Wäre mein Plan ein eigenes Haus, Kind und Heirat gewesen, hätte ich Lehrerin bleiben müssen. Wenn ich auf der Bühne stehe, sind alle Sorgen vergessen.“

Ein Leben als Ballermann-Sängerin: Zukunft, Ziele und die Kontroverse Alkohol

Ein Thema, das in Ballermann-Texten häufig dazugehört, ist der Alkohol. Auch bei minnie rock spielt er eine Rolle. Im Lied „Mon Cherie“ heißt es beispielsweise: „Ich glaub‘, du bist mein Mon Cherie heut‘ Nacht, denn du bist komplett gefüllt mit Schnaps.“

Was denkt sie über solche Texte, die auch von jungen Menschen gehört werden und in denen Alkoholkonsum in gewisser Weise verharmlost wird? „Ich denke, die Leute wissen bei mir, dass meine Texte nicht eins zu eins meine Lebenseinstellung widerspiegeln. Ich spiele mit dem Thema Alkohol und ja, ich stoße auch schon mal von der Bühne aus mit den Fans an. Aber ich baue einfach darauf, dass meine Hörerinnen und Hörer das richtig einordnen können.“

Und was steht für minnie rock in Zukunft an? Fest steht: Für sie hat ihr Leben als Ballermann-Sängerin kein Ablaufdatum. „Ich mache das so lang, wie ich das fühle. Ich sehe es nicht so, dass man diese Art von Musik in einem bestimmten Alter nicht mehr machen kann.“

In den nächsten Jahren soll es weiter nach oben gehen. Mehr Musik, mehr Auftritte. Ob sie sich in ferner Zukunft auch eine eigene Tour vorstellen könnte? Knappe Antwort: „Warum nicht?“ Ansonsten hat die Musikerin einen ganz bestimmten Moment als Ziel im Kopf: „Ich möchte es einmal erleben, dass ich auf der Bühne stehe, das Licht geht aus und die Leute singen meine Musik alleine weiter.“