Schlendernd durch die Kulturnacht – Kunst in Fenstern, Musik, Lesungen und „Nacht der Liebe“ locken Besucher
Stand: 21.09.2026, 20:07 Uhr
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Uslar – Spontane Trauungen in der Johanniskirche, Gemälde in Schaufenstern, Lesungen, Musik und mehr: Das Programm der 19. Nacht der Kultur in Uslar war vielfältig und zahlreiche Besucher schlenderten kreuz und quer durch die Innenstadt.
Hinter etlichen Scheiben waren dort schon den ganzen Tag über Gemälde, Zeichnungen und Graffiti zu betrachten. Dazu kamen Ausstellungen unter anderem im Café Lücke und dem AnStadtBüro. Die Schau im Rathaussaal hatte der Verein Arte Events organisiert. Etliche Besucher schauten hier vorbei, um Gemälde und andere Arbeiten von Carmen Vera Rosenberg (Ca Ro Caparazzi), Theresa Torn und Deborah Stix zu betrachten.

Um Fantasy ging es etwas weiter im Gewölbekeller des Rathauses. Einige Zuhörer nahmen sogar im Vorraum Platz, um die Lesung von Juliane Deinert mitzuerleben. Die Jugendbuchautorin, die etliche Jahre in Uslar gelebt hat, las Ausschnitte aus „Enalis“ über das Leben eines 15-Jährigen, der auf magische Weise in die Seiten eines Buches gezogen wird.

Gleich auf der anderen Straßenseite hatte die Ortsfeuerwehr ihre Drehleiter aufgebaut, und verkaufte Grillwurst und Pommes. An dem lauen Spätsommerabend saßen aber auch viele Menschen lange vor Lokalen der Innenstadt und hatten so teils gute Sicht auf den Platz vor dem Rathaus. Hier startete nicht nur Redner Bode mit vielen Interessierten zu einer Stadtführung im Dunkeln.
Zuvor war Jürgen Fischer schon in die Rolle von Wilhelm Grimm geschlüpft, um eine moderne Fassung von Rapunzel zu erzählen. Rapunzel anno 2026 fürchtet die Zauberin nicht mehr. Als die zum Essen ruft, meldet der genervte Teenager von oben: „Hab keinen Hunger.“
Kein Stuhl frei war etwas später in der Geschäftsstelle der Volksbank, wo Justus Pahlow aus der Kurzgeschichtensammlung „Der Geist der Mirabelle“ (Siegfried Lenz) vorlas. Den musikalischen Part übernahmen Stefanie und Klaus Keirat.

„Einfach heiraten“
Live-Musik – nicht zuletzt für ein jüngeres Publikum – gab es im Kulturbahnhof, wo zum Auftakt die Northeimer Nachwuchsband Five Strings spielte.
Viele Besucher schauten im Laufe des Abends in der bunt erleuchteten Johanniskirche vorbei. Im Juni hatte die Landeskirche Hannover die Aktion „Einfach heiraten“ gestartet.

In Uslar wurde daraus eine „Nacht der Liebe“. Die Idee, sich spontan trauen zu lassen oder den Segen für die Partnerschaft zu empfangen, stieß auf große Resonanz. Man habe sich sehr kurzfristig zu der Trauung entschlossen, berichtete ein frisch getrautes Paar, das seine Kinder mitgebracht hatte, gegenüber der HNA.
Andere hatten lange Wege auf sich genommen. Ein Paar sei eigens aus Hildesheim, ein anderes aus Erlangen gekommen, berichtete Pastor Max Apel, der von Pastorin Astrid Jasper, Pastor Hartmut Günther (Bodenfelde) und Pastor Carsten Schiller (Schönhagen) unterstützt wurde.

Am Ende ließen sich fünf Paare kirchlich trauen. Dazu kamen mehr als 20 Segnungen. An der Orgel spielte Kreiskantor Ole Hesprich, und außerdem traten Ralf Dreith und der Gospelchor unter der Leitung von Hesprich auf.
Für einen Farbtupfer sorgte am späten Abend noch die Walking-Act-Gruppe „Augenblicke“ des SC Volpriehausen, die in auffälligen Kostümen die Lange Straße entlang schlenderte.