Schleusungskriminalität: Ermittler melden Schlag gegen Schleuserring
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Bei einer Aktion gegen Schleusungen von Migranten sind drei Verdächtige festgesetzt worden. Einer von ihnen soll einem berüchtigten Schleuserclan angehören.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
bda
- August 2026, 13:59 Uhr
Bayerische Staatsanwälte und die Bundespolizei sind in Zusammenarbeit mit Europol gegen grenzübergreifende Schleusungen von Migranten vorgegangen. Dabei wurden in Saarbrücken und in Serbien drei Haftbefehle vollstreckt, wie die Bundespolizei in München mitteilte. Sechs Gebäude wurden durchsucht. An der Aktion in Saarbrücken waren den Angaben zufolge 240 Einsatzkräfte beteiligt. Die Ermittlungen wurden von einer von Europol koordinierten Arbeitsgruppe geführt.
Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Bundespolizei München werfen einer Gruppe mit Verbindungen zu einer libyschen Miliz vor, seit Oktober 2024 mindestens 125 meist syrische Migranten auf Booten von Libyen auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa und damit in die Europäische Union geschleust zu haben. Die Bande erzielte dabei den Angaben zufolge einen Gewinn von mindestens 875.000 Euro.
Festnahmen in Saarbrücken und Serbien
Im Rahmen der Ermittlungen wurde ein 26-jähriger Mann aus Syrien in Saarbrücken verhaftet. Der Mann war bereits seit Februar 2025 mehrfach bei Grenzkontrollen aufgefallen. Ein weiterer Erfolg gelang der Staatsanwaltschaft Landshut: In Serbien wurde per internationalem Haftbefehl ein 31-jähriger Syrer festgenommen, der dem berüchtigten Sarawi-Schleuserclan angehören soll.
Zeitgleich verhaftete eine serbische Sondereinheit in Belgrad im
Auftrag der Staatsanwaltschaft Weiden einen 32-jährigen Syrer. Ihm wird
die Beteiligung an 37 Schleusungsfällen zwischen Juni 2023 und Juni 2024
mit mindestens 625 transportierten Personen zur Last gelegt. Das
Netzwerk forderte bis zu 10.000 Euro pro Person für Transporte über die
Balkanroute nach Deutschland.
Alle drei Verfahren werden nach dem 2018 eingeführten »Traunsteiner Modell« geführt. Diese Spezialabteilungen für grenzüberschreitende Kriminalität arbeiten eng mit internationalen Ermittlern zusammen.