Prinz George: Internat Eton kostet 70.000 Euro im Jahr
An diesem Dienstag muss der 13 Jahre alte Prinz George zum ersten Mal in seine neue Schuluniform schlüpfen – das kragenlose weiße Hemd, die gestreiften Hosen und die schwarze Jacke mit den Schwalbenschwänzen. So ist es Vorschrift in Eton, dem traditionsreichsten Internat in England, das sich nach seinem eigenen Credo als eine „moderne, vorausdenkende Schule“ versteht, die „offen ist für Innovationen und neue Möglichkeiten, um eine herausragende, progressive und abgerundete Erziehung zu bieten“.
Aus der Perspektive einer 1000 Jahre alten Monarchie stimmt das unbedingt. Georges Großvater, König Charles III., war das erste gekrönte Haupt Großbritanniens, das überhaupt eine Schule besuchte, statt von Hauslehrern erzogen zu werden. Der König hegt allerdings keine glücklichen Erinnerungen an seine Internatszeit im schottischen Gordonstoun, das von dem deutschen Reformpädagogen Kurt Hahn gegründet wurde, der sich dorthin vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen konnte. Charles beschrieb den Ort angeblich später als „Colditz in Kilts“ und spielte damit auf ein berüchtigtes deutsches Gefängnis für gefangene britische Offiziere im Zweiten Weltkrieg an.
Die Schulgebühren liegen bei 70.000 Euro im Jahr
Seine eigenen Söhne William und Harry schickte der heutige König lieber nach Eton, und Thronfolger William folgt nun diesem Beispiel. Die hastige Rückkehr Prinz Harrys mit seiner Familie bringt es mit sich, dass auch dessen Kinder Archie und Lilibet an diesem Dienstag zu den englischen Schulanfängern zählen, allerdings ist die Institution, welcher das Herzogspaar von Sussex seine Sprösslinge anvertraut, aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht worden.

Auf jeden Fall wird es sich – wie bei Eton – um eine private Bildungsstätte handeln. Das lässt sich schon daraus ersehen, dass das Privatschuljahr gemeinhin eine Woche später beginnt als der staatliche Schulturnus, ungeachtet der heftigen Gebühren, die für den Unterricht dort entrichtet werden müssen. Am Internat von Eton betragen sie gegenwärtig umgerechnet rund 70.000 Euro im Jahr, die Grundschulkosten von Georges Cousin und Cousine dürften halb so hoch sein.
Warnende Hinweise an die Eltern der Mitschüler
Britische Zeitungen berichteten am Wochenende, die Eltern einer exklusiven Privatschule in den Cotswolds hätten einen Rundbrief der Schulleitung bekommen, in dem ihnen mitgeteilt worden sei, neu eingeschulte Kinder einer Familie könnten womöglich höhere öffentliche Aufmerksamkeit erregen; daher sei daran zu erinnern, dass das Anfertigen von Fotos oder Videos von Mitschülern streng untersagt bleibe.
Das Schreiben stützt die Mutmaßung, dass Harry und Meghan sich in der Bilderbuchlandschaft niedergelassen haben, deren idyllische Hügel zwischen Oxford im Osten und Gloucester im Westen die Anwesen zahlreicher englischer Aristokraten und wohlhabender Persönlichkeiten verstecken. Zu ihnen zählen Sir David Beckham und Lord David Cameron sowie König Charles III. selbst, dessen Landsitz Highgrove gleichfalls in dieser Landschaft liegt.
Auch Prinz William und Prinzessin Catherine ließen kürzlich einen Hinweis an die Öffentlichkeit ergehen, gerichtet nicht nur an Mitschüler und deren Eltern, sondern auch an Journalisten und Touristen, dass die Privatsphäre des Eton-Schülers George Wales zu wahren sei. Seine Bildungsanstalt liegt immerhin nicht diskret auf dem Lande, sondern mitten in der gleichnamigen Kleinstadt Eton, die wiederum nur durch eine historische Eisenbrücke über die Themse von der gleichfalls pittoresken Kleinstadt Windsor getrennt ist – einem der beliebtesten Ausflugsziele für Städtereisende, die das nahe gelegene London besuchen.
Am Sonntag kann George zum Mittagessen nach Hause fahren
Und die Internatsschüler sind in der mittelalterlichen Kulisse Etons ihrer Schultracht wegen mühelos zu identifizieren, auch wenn zu ihrer Montur nicht länger ein Zylinder gehört. Dessen obligatorisches Tragen außerhalb des Schultors wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben, weil die Seide für die Hutbespannung damals nur schwer zu beschaffen war.
Die Lage der Schule mag ein Grund gewesen sein, der für Georges Eltern bei der Schulwahl den Ausschlag gab – schließlich hat die Familie des Prinzen von Wales ihren Hauptwohnsitz in dem ausgedehnten Windsor Park, und der älteste Sohn könnte an schulfreien Sonntagen (an Samstagen haben die jüngsten Jahrgänge in Eton noch Unterricht, außerdem ist dieser Tag für Sportwettkämpfe reserviert) zum Mittagessen nach Hause kommen. Prinz William überquerte an seinen freien Tagen vor Jahrzehnten gelegentlich die Themsebrücke, um im Schloss gegenüber von seiner Großmutter, Königin Elisabeth II., mit Tee und Sandwiches bewirtet zu werden.