Zwei Boote krachen aufeinander: Schwerer Bootsunfall vor Cannes mit vielen Verletzten
Schwerer Bootsunfall vor Cannes: Ein Vermisster, viele Verletzte
Stand: 17.08.2026, 20:41 Uhr
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Nach der Kollision vor Cannes spricht ein Seenotrettungschef von Unachtsamkeit. Die französischen Ermittler schließen Alkohol und Drogen nicht aus.
Cannes – Eine laue Sommernacht an der Côte d’Azur – und plötzlich ein dumpfer Aufprall im Dunkeln. Mitten im Golfe de la Napoule, westlich von Cannes in Frankreich, kollidieren zwei Freizeitboote. Was als geselliger Abend auf dem Mittelmeer begann, endet für 21 Menschen in einem Albtraum.

Am Sonntagabend, dem 16. August 2026, kurz vor 23 Uhr krachten nahe Théoule-sur-Mer zwei Boote zusammen: ein Hartschalenboot mit elf Passagieren und ein Schlauchboot mit festem Rumpf mit zehn Personen an Bord. Beide Boote fuhren unter französischer Flagge. Laut Nice-Matin prallte das Schlauchboot auf das andere Boot, das in diesem Moment gerade den Hafen von Mandelieu-la-Napoule verließ. Jean-François Léonard, Präsident der örtlichen Seenotrettungsstation SNSM Cannes-Golfe Juan, erklärte nach einer Pressekonferenz am Hafen: „Vielleicht haben etwas Ausgelassenheit und ein Moment der Unachtsamkeit zu dem Zusammenstoß geführt.“ Und weiter: „Wenn man die Schäden sieht, kann man sagen, dass die Geschwindigkeit tatsächlich recht hoch war.“
Unfall vor Cannes: Ein 24-Jähriger bleibt vermisst
Alle zehn Insassen des Schlauchboots wurden durch den Aufprall ins Wasser geschleudert. Zehn Menschen zogen Rettungskräfte aus dem Wasser – sechs mit leichteren Verletzungen, vier in Lebensgefahr. Darunter befanden sich laut France 3 Côte d‘Azur auch mehrere Jugendliche. Per Hubschrauber und Boot brachte das CROSS MED die Verletzten in die Häfen von La Napoule und La Rague. Von dort gelangten sie in Krankenhäuser in Cannes, Antibes, Nizza und Toulon. Ein Marinehelikopter mit Wärmebildkamera war ebenfalls im Einsatz. Die Rettungsaktion mobilisierte laut Nice-Matin 64 Feuerwehrleute mit 32 Fahrzeugen sowie Einheiten der Gendarmerie und der Stadtpolizei Mandelieu.
Ein 24-jähriger Mann bleibt noch vermisst. Hubschrauber und Boote der SNSM sowie des SDIS durchkämmten das Gebiet rund um den Urlaubs-Hotspot die ganze Nacht – ohne Ergebnis. Die Suche wurde gegen 3:45 Uhr unterbrochen und am Montagmorgen mit Tauchern unter Wasser fortgesetzt.
Der Hintergrund des Ausflugs: Laut 20 Minutes stand die Fahrt im Zusammenhang mit einer Geburtstagsfeier. Sébastien Leroy, Bürgermeister von Mandelieu-la-Napoule, schließt auf Facebook einen möglichen Einfluss von Alkohol oder Drogen nicht aus: „Es wird an den Ermittlungen und den Justizbehörden liegen, die Fakten und die Verantwortlichkeiten jedes Einzelnen festzustellen.“ Die Feuerwehr der Alpes-Maritimes appelliert: „Auf See sind die Einhaltung der Navigationsregeln, eine ständige Wachsamkeit und das Tragen von Sicherheitsausrüstung unerlässlich, um Seeunfälle zu verhindern.“ An einer anderen Küste gab es zuletzt Aufregung um einen Ansturm wegen der Sonnenfinsternis. (Quellen: dpa, Nice-Matin, France 3 Côte d‘Azur, 20 Minutes) (cgsc)