Seehundstation Norddeich: Ernie, Tiffy und Lucy erreichen auf Juist endlich die Freiheit
Seehunde im Video: Ernie, Tiffy und Lucy zurück in der Nordsee
Stand: 14.08.2026, 21:01 Uhr
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Die ersten Heuler der Saison sind zurück in der Nordsee: Ernie, Tiffy und Lucy wurden auf Juist ausgewildert. Hinter dem kurzen Weg ins Wasser liegen Wochen der Pflege und Vorbereitung.
Juist – Auf Juist beginnt für drei junge Seehunde ein neuer Abschnitt. Ernie, Tiffy und Lucy sind die ersten Heuler der Saison, die von der Seehundstation Norddeich zurück in die Nordsee gebracht wurden. Für die Tiere liegen intensive Wochen hinter ihnen: Nach ihrer Bergung wurden sie in der Station versorgt, beobachtet und Schritt für Schritt auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Die Auswilderung ist dabei kein spontaner Abschied, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Betreuung. Entscheidend ist, dass die Jungtiere körperlich stabil sind und genügend Reserven für die ersten Tage in ihrem natürlichen Lebensraum haben. Dafür gilt ein Mindestgewicht von 25 Kilogramm. Der Transport führt per Schiff an die Ostspitze der ostfriesischen Insel. Dort wartet kein Gehege und kein vertrauter Pfleger, sondern Strand, Wind und das offene Wasser.
Der Weg zurück ins Wattenmeer
Mit jeder Auswilderung endet für das Team der Station ein Betreuungsabschnitt – zugleich beginnt für die jungen Seehunde der anspruchsvollste Teil. In der Natur müssen sie sich orientieren, Nahrung finden und mit den Bedingungen der Nordsee zurechtkommen. Die Helfer können diesen Übergang vorbereiten, begleiten lässt er sich nur bis zum Strand. Nach Angaben der Station werden in Norddeich in der Saison mehr als 100 Jungtiere aufgezogen. Viele von ihnen verlieren den Kontakt zur Mutter nicht wegen einer einzelnen Ursache: Wetterlagen können eine Rolle spielen, ebenso menschliche Störungen im Lebensraum der Tiere. Bleibt die Verbindung dauerhaft aus, werden die Heuler von staatlich bestellten Wattenjagdaufsehern geborgen und nach Norddeich gebracht. Dort erhalten sie die nötige Ruhe und Versorgung, bis eine Rückkehr vertretbar ist. Für Spaziergänger an der Küste bleibt deshalb ein wichtiger Grundsatz: Abstand halten, nicht anfassen und bei einem allein wirkenden Jungtier die zuständige Station informieren. Die Rückkehr in die Freiheit steht am Ende einer Kette aus Beobachtung, Pflege und Geduld. Das Video zeigt den Moment der Auswilderung.