„Selbstmord“: So schockiert reagiert die Welt auf das CDU-Wahl-Debakel in MV und Berlin


Stand: 21.09.2026, 08:18 Uhr

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Nach dem CDU-Absturz in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern urteilt die Weltpresse gnadenlos: Merz‘ Tage als Kanzler seien gezählt, niemand wolle seinen Job übernehmen – vorerst.

Berlin – Es war ein Wahlabend, der die Welt aufhorchen ließ. In Mecklenburg-Vorpommern fliegt die CDU mit nur 4,9 Prozent erstmals aus einem Landtag raus. In Berlin landet sie mit 18,8 Prozent weit hinter der Linken (25,7 Prozent). Was für viele Deutsche wie ein innenpolitisches Erdbeben wirkt, ist für internationale Beobachter längst ein globales Warnsignal.

Friedrich Merz blickt Düster in seine Zukunft als Bundeskanzler und CDU-Chef.

Friedrich Merz (CDU) muss nach Wahl-Desaster in MV und Berlin harsche Kritik einstecken. © Rolf Vennenbernd

Am schärfsten kommentiert die französische Presse den Zustand des deutschen Kanzlers. „Libération“ schreibt ohne Umschweife: „Kanzler Deutschlands zu sein, kommt derzeit einem angekündigten Selbstmord gleich.“ Das Blatt bezweifelt offen, dass Friedrich Merz seine Amtszeit übersteht – und stellt fest: Niemand drängele sich, seinen Job zu übernehmen. Weder Hendrik Wüst noch Markus Söder wollen ihr Bundesland verlassen, um „Deutschland zu retten“, heißt es.

Internationale Presse nach CDU-Debakel bei Wahlen in Berlin und MV: „Gefühl der Instabilität“

Der Telegraph aus London fasst die Lage in einer Frage zusammen: „Merz stolpert weiter. Aber wie lange noch?“ Mit einer Zustimmungsquote von nur zehn Prozent gilt er laut dem Blatt in der eigenen Partei als realitätsfern, unsensibel und arrogant. Der Guardian sieht durch den schwindenden Rückhalt für Merz ein „Gefühl der Instabilität“ in Europas größter Volkswirtschaft entstehen – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da in Frankreich, Italien, Spanien und Polen Wahlen bevorstehen.

Die britische Times markiert das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern das schlechteste der CDU bei einer Landtagswahl überhaupt und spricht von „düsterer Symbolkraft“ für eine Partei, die sich stets als Stütze der deutschen Demokratie verstanden habe. Die New York Post bringt es auf den Punkt: Die CDU erzielt das „schlechteste Wahlergebnis seit 1949“ – seit der Gründung der Bundesrepublik hat Merz‘ Partei nie so tief gelegen.

Die polnische Gazeta Wyborcza erinnert daran, was Merz einst versprochen hatte: „Als er die Führung der CDU übernahm, hatte Merz versprochen, dass er die Unterstützung für die AfD halbieren würde. Heute wird ihm vorgeworfen, dass er zum Wachsen ihrer Popularität beigetragen hat.“ Das US-Magazin Politico geht noch einen Schritt weiter und listet bereits fünf Szenarien für Merz‘ politische Zukunft auf – von freiwilligem Rücktritt bis Misstrauensvotum.

Schweigen nach Wahlen in MV und Berlin: Warum Trump, Musk und Orbán dieses Mal still bleiben

Nach dem AfD-Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt am 6. September war die Reaktion international laut und unmittelbar: US-Präsident Donald Trump postete die Hochrechnung auf seiner Online-PlattformTruth Social, Elon Musk schrieb auf X „Gut gemacht!“, Viktor Orbán jubelte: „Das ist erst der Anfang!“ Dieses Mal – nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – bleibt es zunächst still.

Der Grund liegt auf der Hand: Die Ergebnisse liefern keine eindeutige Jubel-Vorlage für die internationale Rechte. Zwar gewinnt die AfD erneut in Mecklenburg-Vorpommern – doch gleichzeitig triumphiert ausgerechnet die Linke in Berlin. Ein Bild, das sich für Musk, Orbán und Co. schwer als Sieg der rechten Bewegung verkaufen lässt. Was bleibt, ist das Bild eines taumelnden Kanzlers – und eine Presselandschaft von London bis New York, die sich fragt, wie lange Merz noch durchhält. (Quellen: Tagesspiegel, Welt, eigene Recherche) (nmr)