Siedenburg plant 350.000 Euro für Wohnbauflächen – Gebiet noch geheim
Stand: 16.07.2026, 13:00 Uhr
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Die Gemeinde Siedenburg will 2026 insgesamt 350.000 Euro in den Erwerb und die Erschließung von Wohnbauflächen investieren. Um welches Gebiet es sich handelt, hält Verwaltungschef Rainer Ahrens aus taktischen Gründen noch geheim.
Siedenburg – „Ihr werdet nicht umhinkommen, die Hebesteuersätze mittelfristig zu erhöhen“, gab Kämmerin Stephanie Harms-Wiegmann den Ratsmitgliedern bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2026 mit auf den Weg. Diese liegen aktuell bei 400 von Hundert (Grundsteuer A und Gewerbesteuer) beziehungsweise 260 von Hundert (Grundsteuer B). Der Fleckensrat, der am Dienstag ohne die Mitwirkung von Thomas Bückmann, Stefan Treichel und Ralf Landwehr tagte, nahm das zur Kenntnis und verabschiedete das Zahlenwerk einstimmig.
Im Ergebnishaushalt sind ordentliche Erträge von 1.662.800 Euro und Aufwendungen von 1.955.600 Euro eingeplant. Das Defizit von 292.800 Euro kann durch einen Griff in die Überschussrücklage ausgeglichen werden. Ende 2026 verbleiben hier noch rund 1,1 Millionen Euro; 2027 wird vermutlich ebenfalls eine Entnahme erforderlich sein. Straßenunterhaltungsmaßnahmen sind 2026 mit 155.000 Euro kalkuliert, weitere größere Ausgabeposten sind die Ortsplanung (30.000 Euro), die Unterhaltung der gemeindeeigenen Grundstücke und baulichen Anlagen (19.000 Euro), die Unterhaltung des DGH (12.600 Euro) sowie die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung und der Wasserläufe (je 10.000 Euro).
Eine freiwillige Aufgabe ist die Förderung der Jugendarbeit. Auf die Abfrage unter den örtlichen Vereinen nach deren Aktivitäten im Jugendbereich hatten sich die SBS, der MSC, der Angelsportverein und der Tennisverein gemeldet. Sie erhalten in diesem Haushaltsjahr jeweils 500 Euro – auf Vorschlag von Bürgermeister Helge Kühling ohne Nachweis („Wir sollten unseren Vereinen vertrauen“). Der Beschluss fiel mit sieben Ja-Stimmen, Steffen Gerdes war als Vorsitzender des Fischereivereins im Mitwirkungsverbot.
Im Jahr 2026 summieren sich die Fehlbeträge im Finanzhaushalt aus laufender Verwaltungstätigkeit (– 268.700 Euro), Investitionstätigkeit (– 173.400 Euro) und Finanzierungstätigkeit (für die Tilgung eines Kredits werden 7.600 Euro aufgewendet) auf 449.700 Euro.
Auf der „hohen Kante“ lagen Anfang 2026 noch 840.000 Euro, dieser Betrag sinkt zum Jahresende infolge umfangreicher Investitionen nach den Planzahlen auf 391.000 Euro. „Die Liquidität der Gemeinde ist derzeit nicht gefährdet“, erklärte Kämmerin Harms-Wiegmann. Sie erwartet in den Jahren 2027 bis 2029 jährliche Einzahlungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich durch den Verkauf von noch zu erwerbenden Wohnbau- und Gewerbeflächen.
Die höchsten Ausgabeposten im Haushaltsjahr 2026 sind die Erneuerung der Heizungsanlage im Sportheim Siedenburg (16.500 Euro), die Fahrbahnverschwenkung und Verlängerung des Gehwegs am Ortsausgang Richtung Mellinghausen (45.000 Euro) sowie der Grunderwerb und die Erschließung von Wohnbauflächen von insgesamt 350.000 Euro. „Wir sind an einem Gebiet dran“, sagte Verwaltungschef Rainer Ahrens. Aus taktischen Gründen könne er noch nicht sagen, um welche Flächen es gehe.
Für die Neugestaltung des Dorfzentrums „Siedepunkt“ sind 2027 300.000 Euro eingeplant, kalkuliert sind Einzahlungen im Rahmen der Dorfentwicklung in Höhe von 195.000 Euro. Außerdem sollen im kommenden Jahr 50.000 Euro in die gemeindeeigenen Wohnungen Mühlenstraße 2 und 2a investiert werden.
Der Hebesatz der Kreisumlage wurde von 41,5 auf 42,5 Prozent erhöht, die Samtgemeindeumlage liegt bei 64 Prozent, 1,5 Punkte höher als im Vorjahr. In beiden Fällen sei es vermutlich nicht die letzte Anhebung gewesen, sagte Rainer Ahrens. Allein die Mehrkosten für den Breitbandausbau, von dem die Gemeinde sehr profitiere, machten ein Prozent der Samtgemeindeumlage aus.