„Keiner redet darüber“ – Gabriel rechnet mit der AfD ab
Sigmar Gabriel: Brandmauer gescheitert – AfD will „Regierungsgewalt missbrauchen“
Stand: 18.08.2026, 14:13 Uhr
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Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel schlägt Alarm: Die Brandmauer sei gescheitert – und die AfD habe ein klares Ziel vor Augen.
Ex-SPD-Parteichef Sigmar Gabriel warnt eindringlich vor den Folgen eines AfD-Wahlsiegs auf Landesebene. In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur äußerte der frühere Vizekanzler seine Befürchtung, dass die AfD bei einem Regierungseintritt versuchen werde, „die Exekutive, also die Regierungsgewalt, zu missbrauchen“. Anlass ist der aktuelle Umfragestand in Sachsen-Anhalt, wo die AfD inzwischen bei über 40 Prozent liegt. Gabriel, der die politische Entwicklung seit Jahren kritisch begleitet, hält die Brandmauer-Strategie der demokratischen Parteien für gescheitert: „Wenn zwischen 20 und 40 Prozent einer Wahlbevölkerung bereit sind, AfD zu wählen, dann hat das Feuer sich bereits kräftig ausgebreitet.“
Brandmauer, Bürgergeld, Vertrauensverlust: Was Gabriel den Parteien wirklich vorwirft
Gabriel spart dabei auch nicht an Kritik gegenüber seiner eigenen Partei. Die SPD habe mit dem Bürgergeld viele Arbeitnehmer verprellt, weil Langzeitarbeitslose plötzlich annähernd so viel vom Staat erhielten wie Menschen, die ihr Leben lang in unteren Einkommensgruppen gearbeitet hatten. Dazu komme ein Staatsversagen, das viele Bürger direkt spüren: marode Schulen, fehlender Wohnraum, wachsende Kriminalität – während politische Debatten um Sprache und Gendern dominierten. Genau auf diesem „Angstüberschuss“, so Gabriel, habe die AfD ihr Geschäftsmodell aufgebaut. Die Partei lebe von der Angst – und das einzige Gegenmittel sei, wieder Hoffnung zu erzeugen. Welche konkreten Schritte Gabriel für die demokratischen Parteien fordert und warum er eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem AfD-Programm für dringend notwendig hält, erklären wir im Video.