Hans Werner Kilz mit Faux Pas im "Sonntags-Stammtisch" des BR
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und Vorsicht lässt man beim Bayerischen Rundfunk walten. Das bedeutet im konkreten Fall: Die Aufzeichnung der Sendung „Der Sonntags-Stammtisch“ vom 11. Oktober ist um wenige Sekunden kürzer als die Originalausstrahlung. Warum? So bei Minute 53 etwa, als es um die Olympiabewerbung von München geht, erzählt Christian Neureuther, welche Hoffnungen er damit verbindet, wie sehr er auf den Sport als Brückenbauer setzt und dass er sich wünsche, im Jahr 2036 in der gleichen Runde zusammenzusitzen und darüber zu sprechen, wie schön es war, dass München den Zuschlag bekam.
Der für trockenen Humor nicht unbekannte, 82 Jahre alte Moderator Hans Werner Kilz bedankt sich für die Aussicht auf die ihm verbleibende Lebenszeit und erinnert daran, es sei dann genau hundert Jahre her, dass Sportler 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin Adolf Hitler grüßten, und deutet gestisch kurz an, wie der Hitlergruß aussah. Die kurze Verrenkung war erkennbar anders gemeint, als wir es etwa von Elon Musk kennen, und doch setzte man beim Bayerischen Rundfunk hernach, um sämtlichen möglichen Missverständnissen und Entrüstungskaskaden vorzubeugen, die Schere an.
Das Thema in den letzten Minuten der Sendung, heißt es beim BR auf unsere Nachfrage, sei unter anderem „Münchens Olympiabewerbung um die Sommerspiele ab 2036“ gewesen, dabei sei „kurz auf die Spiele von 1936 in Berlin Bezug genommen“ worden. „Als Anspielung unterlief dem Moderator eine Geste, von der sich der BR und die zuständige Redaktion ausdrücklich distanzieren.“ Nach der Sendung habe man schnell das direkte Gespräch gesucht. Hans Werner Kilz „entschuldigt sich für die im Kontext des Gesprächs getätigte, sarkastisch gemeinte Geste und bedauert diese ausdrücklich. Rechtes Gedankengut ist ihm fremd.“ Anderes hätten wir uns auch nie gedacht. Auf seiner eigenen Website und in der ARD-Mediathek hat der BR den Schnitt kenntlich gemacht.