Kommentar zu Transfergerücht um Olise: Spanische Medienmärchen werden ihn nicht zu Real holen
Stand: 13.07.2026, 14:58 Uhr
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Der FC Bayern und Real Madrid haben vereinbart, dass Michael Olise auch 2026/27 in München spielen wird. Dies wollen nicht alle respektieren. Ein Kommentar.
München – Während Michael Olise mit seiner Nationalmannschaft bei der WM 2026 den dritten Titel für Frankreich gewinnen möchte, reißen die Spekulationen spanischer Medien um einen Wechsel des 24-Jährigen vom FC Bayern zu Real Madrid nicht ab. Nach einem aktuellen Bericht der digitalen Tageszeitung El Debate mit Sitz in Madrid kann sich der FCB-Superstar einen Wechsel zu den Königlichen bestens vorstellen.

Das Boulevardblatt berichtet, dass es Michael Olises Traum sei, zu Real Madrid zu wechseln, um dort mit Kylian Mbappe zusammenzuspielen. Während der Weltmeisterschaft, bei der der 24-Jährige sich die Umkleidekabine mit den Real-Stars Mbappe, Aurelien Tchouameni und Ibrahima Konate (ab 1. Juli vom FC Liverpool) teilt, sei er mit Blick auf einen Abschied vom FC Bayern ins Grübeln gekommen, wie El Debate wohl mehr spekuliert als weiß.
Abenteuerlicher Artikel in Madrid über Olise
Seine Gedankengänge bezüglich eines Wechsels nach Madrid wolle Olise „unmittelbar nach Ende der Weltmeisterschaft“ mit dem Präsidenten des FC Bayern, also Herbert Hainer, besprechen, so berichtet die spanische Boulevardzeitung. Von diesem wolle er aus erster Hand hören, ob ihm der Verein bei einem Wechselwunsch wirklich Steine in den Weg legen werde.
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Spätestens hier weiß jeder Insider des FC Bayern, dass es sich vielmehr um ein Medienmärchen aus Madrid handelt als um eine ansatzweise seriöse Recherche. Der erste Ansprechpartner an der Säbener Straße für diesen Fall wäre gewiss nicht Hainer, sondern Sportvorstand Max Eberl. Der Autor des Beitrags, Tomas Gonzalez-Martin, leicht als glühender Real-Fan zu identifizieren, zog wohl aus Hainers Besuch Ende Juni in Madrid die falschen Schlüsse.
Natürlich hat aber auch der FCB-Präsident, wie sämtliche anderen Bosse des Rekordmeisters, einem baldigen Olise-Wechsel einen klaren Riegel vorgeschoben. Ganz im Gegenteil: Der Superdribbler und beste Vorlagengeber der europäischen Topligen soll möglichst schnell mit einem neuen Vertrag über 2029 hinaus gebunden werden. Dabei wird über eine Verdopplung seines Gehalts spekuliert.
Die madrilenische Digitalzeitung sieht sich auch hier besser informiert und jongliert dabei mit Nettozahlen, die hierzulande so niemand kennt. Für Sr. Gonzalez-Martin ist es sogar unwahrscheinlich, dass Olise einen bis 2031 verlängerten Kontrakt an der Säbener Straße unterzeichnet. Er beruft sich dabei auf Olises Managerin Rebecca James, die ihm dazu geraten haben soll, „den Vertrag bei den Bayern nicht zu verlängern, um Druck auszuüben“.
Olise-Behauptungen ohne Fakten aus Spanien
El Debate beruft sich in dem Beitrag auf keine belegbaren Fakten, nicht einmal auf Aussagen von Mbappe & Co., nach welchen diese sich künftig einen Vereinskollegen Michael Olise wünschen würden. So hat sich FCB-Teamkollege Dayot Upamecano zuletzt nach einer Frankreich-Partie mit einem breiten Lächeln ganz sicher über die Olise-Zukunft geäußert: „Er bleibt, er bleibt.“ Für die Zeitung aus Madrid reicht es für diese Spekulationen schon aus, dass Olise die Kabine mit drei Real-Spielern teilt. Es sind derzeit übrigens auch fünf Spieler von CL-Sieger Paris Saint-Germain…
Von Olise ist bekannt, dass er beim FC Bayern bestens integriert ist und sich in der Stadt München äußerst wohlfühlt. Er hat mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Dayot Upamecano mindestens drei sehr gute Kumpel in der Mannschaft, mit Vincent Kompany nicht nur einen ausgezeichneten Trainer, sondern auch einen Mentor, der ihn innerhalb von zwei Jahren zum Weltklassestürmer geformt hat.
Zusammen mit Harry Kane, Luis Diaz & Co. bildete Olise in der vergangenen Spielzeit die weltbeste Offensive im Vereinsfußball. Hat der 24-Jährige all dies nach einem sechswöchigen Aufenthalt bei der französischen Nationalmannschaft tatsächlich vergessen?
Olises „Ausnahme-Charakter“
Der Beitrag von El Debate behauptet, dass sich mit dem Scheinwerferlicht der Weltmeisterschaft Olises „persönliches wie professionelles Leben“ vollkommen verändert, gar „revolutioniert“ hätte. Eine wagemutige Einschätzung eines Journalisten, der sich gewiss nicht als Olise-Insider bezeichnen kann. Weiß man in Madrid um den ganz speziellen Charakter des FCB-Superstars? Einer, der im Gegensatz zu vielen Berufskollegen das Rampenlicht scheut, lieber abseits des Platzes zurückgezogen bleibt und lebt.
In München wird dies respektiert – die zahlreichen Beiträge aus Madrid lassen dort eher das Gegenteil erahnen. Olise ist eher ein „Buch mit sieben Siegeln“, als dass er viel Persönliches von sich mitteilen würde. Harmonie und Zurückgezogenheit scheinen ihm wichtiger zu sein, als dass er mit zahlreichen Werbe- und Ausrüsterverträgen zusätzlich hohe Millionenbeträge verdienen möchte.
Der 24-jährige Franzose benötigt offensichtlich eine Wohlfühloase für seine ehrgeizigen Ziele. Ist diese im Haifischbecken Real Madrid nur ansatzweise gegeben? Beim CL-Viertelfinal-Aus der Königlichen gegen Bayern (1:2; 3:4) haben sich deren zahlreiche Weltklassespieler nicht unbedingt als eine Einheit präsentiert. El Debate (Tomas Gonzalez-Martin) berichtet aktuell ebenfalls, dass Vinicius Jr. von einem Verbleib in Madrid mit dem „Argument“ überzeugt werden soll, dass er auf dieselbe Gehaltsstufe mit Mbappe gestellt wird.
So wie sich Olise in den zwei Jahren in München bislang dargestellt hat, wäre es keine Überraschung, wenn für ihn eine erhebliche Anhebung des Gehalts beim Rekordmeister keine große Motivation wäre. Verlängert er in diesem Sommer nicht, muss das somit gar nichts bedeuten. Allerdings: Verlängert er tatsächlich, ist dies ein ganz eindeutiger Fingerzeig.
Spanische Real-Fans erkennen Clickbait im Artikel
Auch wenn der Beitrag von El Debate gerade hierzulande größere Wellen schlägt: Im Gegensatz zur Marca, der „Hauspostille“ von Real Madrid, ist es in Spanien eher ein unbedeutendes Blatt. Der Olise-Artikel sollte wohl erhöhte Aufmerksamkeit bringen. Dies ist hierzulande offensichtlich durch Vervielfältigungen mehr gelungen als im Real-Madrid-Cosmos in Spanien. In den Social Media findet der Beitrag wenig Beachtung, er wird als Clickbait betrachtet und nahezu verlacht. Ein Facebook-Kommentar (auf Spanisch) brachte es stellvertretend auf den Punkt: „Und der Weihnachtsmann kommt im August …“
Wahrscheinlich werden dennoch weitere ähnliche Meldungen zu Olise und Real Madrid folgen. So lange, bis sich der Franzose, wahrscheinlich wenn er im August das Training an der Säbener Straße wieder aufgenommen hat, dazu selbst äußert. Es könnte aber auch noch länger dauern, weil der Weltklassespieler ganz, ganz wenig Lust auf Medienrummel hat. Sein Umfeld beim FC Bayern wird dies weiterhin nicht beunruhigen. Upamecano: „Er bleibt. Er bleibt!“