Über 100.000 Kürbisse werden zu Hollywood-Stars – diese Ausstellung in Brandenburg müssen Sie sehen


Spektakuläre Bilder aus Klaistow: Hier werden 100.000 Kürbisse zu Hollywood-Legenden

Stand: 03.10.2026, 08:00 Uhr

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Dieses Jahr kehren Kürbisse für einen Moment zu ihren amerikanischen Wurzeln zurück – und werden zu Stars der Filmgeschichte. In Klaistow verwandeln sie sich in gigantische Figuren aus Film und Popkultur.

Beelitz – Der Herbst ist da – und mit ihm beginnt in Deutschland traditionell die Kürbiszeit. In Klaistow in Beelitz (Brandenburg) wird daraus in diesem Jahr buchstäblich ein Schauspiel: Für eine Kürbisausstellung wurden mehr als 100.000 lokal angebaute Kürbisse zu riesigen Figuren aus Film und Popkultur zusammengesetzt.

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Dieser Artikel von Kevin Koehrmann entstand in Kooperation mit Euronews

Besucherinnen und Besucher können zwischen den Skulpturen hindurchspazieren und erleben, wie sich die sonst eher unscheinbare Feldfrucht in bunte Hauptdarsteller verwandelt. Zu den Motiven gehören unter anderem bekannte Figuren und Persönlichkeiten aus Film und Popkultur wie Harry Potter, Yoda, Marilyn Monroe, Superman und Micky Maus.

In Klaistow verwandeln sich Kürbisse in gigantische Figuren aus Film und Popkultur.

In Klaistow verwandeln sich Kürbisse in gigantische Figuren aus Film und Popkultur. © picture alliance/dpa | Michael Bahlo

Die aufwendig gestalteten Kürbisskulpturen zeigen, wie vielseitig das Naturmaterial eingesetzt werden kann, und verbinden die traditionelle Herbstfrucht mit moderner Unterhaltungskultur. Die größte Figur der Ausstellung ist King Kong, der als imposanter Blickfang die Vielfalt und Dimension der Schau besonders eindrucksvoll macht.

Das Konzept „Pumpkins go to Hollywood“ spielt mit den ikonischen Bildern der Filmgeschichte und überträgt sie in eine herbstliche Umgebung. Familien, Schulklassen und Touristengruppen nutzen die Anlage als Fotomotiv und Ausflugsziel, wodurch sich das regionale Landwirtschaftsgebiet zeitweise in eine bunte Bühne verwandelt.

Vom Alltagsgemüse zum herbstlichen Star

Kürbisse haben in Deutschland und Europa eine lange landwirtschaftliche und kulinarische Tradition. Sie galten über lange Zeit als günstiges und nahrhaftes Lebensmittel und wurden in der Küche vielseitig verwendet, etwa für Suppen, Eintöpfe, Breie und Beilagen.

Aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit eigneten sie sich außerdem besonders für die Vorratshaltung und konnten über längere Zeit für die Wintermonate aufbewahrt werden, was sie vor allem in ländlichen Regionen unverzichtbar machte. Auch in verschiedenen herbstlichen Bräuchen spielten ausgehöhlte Früchte und Gemüse eine Rolle.

Schon mal Harry Potter aus Kürbissen gesehen? In Klaistow ist das möglich!

Schon mal Harry Potter aus Kürbissen gesehen? In Klaistow ist das möglich! © picture alliance/dpa | Michael Bahlo

In einigen europäischen Regionen wurden beispielsweise Rüben ausgehöhlt und mit einer Kerze versehen, um daraus einfache Laternen herzustellen, die Haus und Hof erleuchteten.

Lichtbräuche und Kürbis: Herbst-Tradition zwischen Erntezeit und Halloween

Solche Lichtbräuche stehen in Verbindung mit der dunkler werdenden Jahreszeit und sind älter als die heute verbreitete Halloween-Tradition mit geschnitzten Kürbissen, die erst im 20. Jahrhundert ihren Durchbruch in Europa erlebte.

Der Kürbis war damit lange Zeit vor allem ein Bestandteil der bäuerlichen Landwirtschaft, der herbstlichen Küche und der Vorratshaltung.

Erst später kamen weitere kulturelle Bedeutungen hinzu, durch die der Kürbis zu einem Symbol für den Herbst wurde. Heute steht er nicht nur für regionale Küche und Erntezeit, sondern auch für Freizeitangebote, Dekoration und Veranstaltungen wie die Ausstellung in Klaistow.

Historische Wurzeln und moderne Bräuche

Die Geschichte des Kürbisses führt in die USA. Viele der heute bekannten Kürbisarten haben ihren Ursprung in Nord- und Mittelamerika und gelangten nach der europäischen Entdeckung des Kontinents nach Europa.

In den USA entwickelte sich der Kürbis zu einem festen Bestandteil der Herbstkultur und wurde insbesondere durch Halloween weltweit bekannt, das mit Umzügen, Verkleidungen und Hausdekorationen gefeiert wird. Die ausgehöhlte und geschnitzte Kürbislaterne, der sogenannte „Jack-o’-Lantern“, ist heute eines der bekanntesten Symbole des amerikanischen Halloween-Festes.

Auch King Kong können Besucher in Klaistow bestaunen.

Auch King Kong können Besucher in Klaistow bestaunen. © picture alliance/dpa | Michael Bahlo

Damit kehrt der Kürbis gewissermaßen zu seinen Ursprüngen zurück: Seine Geschichte ist eng mit Nord- und Mittelamerika verbunden, und auch seine heutige Symbolik als typische Herbstfrucht wurde maßgeblich durch die amerikanische Kultur geprägt.

In der Ausstellung „Pumpkins Goes to Hollywood“ schließt sich dieser Kreis auf besondere Weise, denn die gezeigten Figuren erinnern an weltbekannte Filme und Erzählungen. Die Kürbisse werden zu bekannten Gestalten aus amerikanischen Filmen und der Popkultur gestaltet und verbinden so die ursprüngliche Herkunft der Pflanze mit ihrer modernen kulturellen Bedeutung.

Gleichzeitig zeigt die Schau, wie sich globale Kulturmotive in regionale Feste integrieren lassen. Während die Figuren eindeutig auf Hollywood und US-Popkultur verweisen, stammen die Kürbisse selbst aus der unmittelbaren Umgebung und wurden von landwirtschaftlichen Betrieben der Region angebaut.

Nachhaltiges Konzept nach Saisonende

So entsteht ein Zusammenspiel aus internationaler Bildsprache und lokaler Produktion, das sowohl Touristen als auch Einheimische ansprechen soll.

Eins der Highlights ist ein Raumschiff aus „Raumschiff Enterprise“.

Eins der Highlights ist ein Raumschiff aus „Raumschiff Enterprise“. © picture alliance/dpa | Michael Bahlo

Die Veranstalter setzen auf ein umweltfreundliches Konzept: Nach dem Ende der Ausstellung am 15. November werden die 100.000 Kürbisse nicht weggeworfen. Sie wandern entweder als Dünger zurück auf die Felder oder werden in einer regionalen Biogasanlage in Energie umgewandelt, wodurch sich der ökologische Fußabdruck der Veranstaltung verringern soll.

Auf diese Weise bleibt die Schau nicht nur ein optisches Spektakel, sondern fügt sich auch in einen möglichst geschlossenen regionalen Kreislauf ein.