Spitzentreffen in Bonn - Bundesverkehrsminister Bilger kündigt Sofortmaßnahmen gegen Niedrigwasser-Folgen an
Bundesverkehrsminister Bilger hat angesichts des anhaltenden Niedrigwassers auf wichtigen Flüssen kurzfristige Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft angekündigt. Ziel sei es, Lieferketten auf Rhein, Donau und Elbe trotz der schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten, sagte Bilger nach Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern, Verbänden und Behörden in Bonn.
07.08.2026

Man werde mit den Ländern über Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw für besonders betroffene Güter sprechen. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik gab zu bedenken, bei einer Aufhebung des Sonntagsfahrverbots müssten die Fahrer stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die Ruhezeiten einzuhalten.
Bilger sagte weiter, auch sei die bundeseigene Autobahngesellschaft angewiesen worden, Ausweichverkehre nicht durch vermeidbare Baustellen zu behindern. Gleichzeitig soll laut Bilger der Schienengüterverkehr gestärkt werden. Das Gütertransportunternehmen DB Cargo habe zugesagt, betroffene Industriebetriebe beim Transport von Waren auf der Schiene zu unterstützen und zusätzliche Kapazitäten in Europa zu organisieren.
Der Bundesverkehrsminister bezeichnete das extreme Niedrigwasser als erhebliche Herausforderung für die Wirtschaft und die Versorgungssicherheit. Deshalb werde man den engen Austausch mit den betroffenen Branchen fortsetzen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer begrüßte die Ankündigungen und erklärte, mehr Angebote auf Straße und Schiene könnten bei den Unternehmen kurzfristig für Entlastung sorgen. Langfristig müssten die deutschen Wasserstraßen aber auf Niedrigwasser und andere Extremwetterereignisse vorbereitet werden.
Krischer (Grüne) fordert mehr Anstrengungen vom Bund
Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Krischer hatte darauf verwiesen, dass das Thema Niedrigwasser in Zukunft regelmäßig auf der Tagesordnung stehen werde. Mit Blick auf die heutige Krisensitzung sagte
der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk , die Konferenz in Bonn dürfe keine einmalige Veranstaltung sein. Es gelte, auszuloten, wie man die Transformation der Binnenschifffahrt seitens der Politik sinnvoll begleiten und die Branche beispielsweise bei der Anschaffung von Niedrigwasserschiffen unterstützen könne.
Wirtschaftsverband: Bislang keine Engpässe an Tankstellen
Zu den Auswirkungen des Niedrigwassers sagte der Wirtschaftsverband Fuels und Energie dem Deutschlandfunk: "Binnenschiffe müssen mit geringerem Frachtvolumen beladen werden – teilweise zu einem Viertel der Normalkapazität, oder sie mussten den Betrieb vorübergehend ganz einstellen." Der Transport werde, wo möglich, auf Kesselwagenzug und Tankkraftwagen verlagert. Allerdings seien auch hier die Kapazitäten begrenzt, was verfügbare Fahrzeuge und Fahrer anbelange. Engpässe an Tankstellen würden aber bislang nicht verzeichnet.
Eine Sprecherin des Duisburger Hafens - größter Binnenhafen weltweit - sagte dem Deutschlandfunk, derzeit gebe es dort etwa 50 bis 60 Prozent mehr Schiffsanläufe. Der Grund: Auf Teilen des Mittel- und Oberrheins sei der Einsatz von Binnenschiffen aufgrund der niedrigeren Wasserstände bereits nicht mehr möglich.
Die Länder-Verkehrsminister berieten heute in München ebenfalls zu diesem Thema.
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Diese Nachricht wurde am 07.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.