Stabhochsprung: Besondere Generalprobe für Ben Kribelbauer


Stabhochsprung Besondere Generalprobe für Ben Kribelbauer

Zweibrücken/Hannover · Fünf Stabhochspringerinnen und Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken schwingen sich ab diesem Donnerstag bei der Deutschen Meisterschaft der Aktiven in Hannover in die Lüfte. Für Ben Silas Kribelbauer bedeutet der nationale Höhepunkt zugleich den Lackmustest vor der U20-Weltmeisterschaft Anfang August in den USA.

22.07.2026 , 20:31 Uhr

Ben Silas Kribelbauer fliegt zur U20-WM in die USA. Die Aktiven-DM an diesem Donnerstag ist seine Generalprobe.

Ben Silas Kribelbauer fliegt zur U20-WM in die USA. Die Aktiven-DM an diesem Donnerstag ist seine Generalprobe.

Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Stefan Mayer

So viele Leichtathleten wie in diesem Jahr haben schon lange nicht mehr die Farben des LAZ Zweibrücken bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven vertreten. Mit Lars Urich, Jakob Legner, Ben Silas Kribelbauer, Tamineh Steinmeyer und Paula Legner messen sich gleich fünf Stabhochspringerinnen und Stabhochspringer des Vereins mit der nationalen Konkurrenz. Zudem geht mit Sprinterin Sina Mayer eine weitere Zweibrücker Athletin auf die Bahn (Bericht folgt).

Der Trainer und Sportliche Leiter des LAZ, Alexander Gakstädter, würde diese stolze Zahl durchaus als Zeichen dafür interpretieren, welch gute Arbeit der Verein in den vergangenen Jahren auf vielen Ebenen geleistet hat. „Das sind alles Athleten, die wir schon länger fördern – und es kommen auch noch welche nach.“

Für Tamineh Steinmeyer wird die Deutsche Meisterschaft an diesem Freitag der erste Wettkampf nach ihrer Fußverletzung.

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Während die meisten Leichtathletik-Disziplinen bei den DM-Titelkämpfen am Samstag und Sonntag im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid ausgetragen werden, sind die Wettbewerbe der Stabhochspringer in die „Finals“ in Hannover eingebunden, bei denen in dieser Woche 143 deutsche Meistertitel in 24 Sportarten vergeben werden. Und auf dem Opernplatz, mitten im Herzen der niedersächsischen Landeshauptstadt, ermitteln die Höhenflieger bereits am Donnerstag (Männer) und Freitag (Frauen) ihre nationalen Titelträger.

Lars Urich könnte an einem guten Tag um eine DM-Medaille mitspringen.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports/imago sport

Von den Zweibrücker Jungs am weitesten vorne in der Meldeliste zu finden ist LAZ-Höhenflieger Lars Urich. Mit 5,45 Metern (höhengleich mit zwei weiteren Athleten) weist er die viertbeste Vorleistung auf. Der Dritte dieser Liste ist Constantin Rutsch von der LG Dortmund mit 5,52 Metern. An einem guten Tag kann Urich also um eine DM-Medaille springen. Das traut ihm auch Gakstädter zu. „Bei Lars ist noch mehr drin, das zeigt er im Training. Er muss es aber auch im Wettkampf abrufen“, fordert der Trainer. Das war Urich zuletzt bei der U23-DM in Wattenscheid nicht gelungen. Mit für Urich eher durchwachsenen 5,12 Metern hatte er dort Bronze gewonnen. Da will der 19-Jährige an diesem Donnerstag in Hannover einige Zentimeter draufpacken. Und das gelingt ihm in diesem Jahr grundsätzlich sehr gut. Mit den 5,45 Metern, die er Anfang Juni gesprungen ist, hat er seine Bestleistung im Vergleich zu 2025 insgesamt schon um 25 Zentimeter verbessert.

Für Paula Legner geht es bei der DM auch darum, „zu technischer Stabilität zu finden“, sagt ihr Trainer Alexander Gakstädter.

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Zwar ohne A-Norm (5,30 Meter), aber mit der geknackten B-Norm (5,10) ebenfalls ins DM-Feld gerutscht sind die beiden LAZ-Athleten Jakob Legner (Bestleistung: 5,20 Meter) und Ben Silas Kribelbauer (5,17). Der 22-jährige Legner hatte sich im Laufe des Jahres über 5,06 Meter zunächst auf 5,12 verbessert. In Wasserburg am Inn knackte er dann im Mai erstmals die 5,20 Meter. Für den Zehnten der Meldeliste geht es am Donnerstag in Hannover darum, sich bestmöglich zu präsentieren.

Jakob Legner komplettiert das Zweibrücker Quintett in Hannover.

Foto: Svenja Hofer

Für den erst 18 Jahre alten Kribelbauer wird es etwas Besonderes sein, bei der DM der „Großen“ mitzumischen. „Zudem ist es für ihn nochmal eine gute Generalprobe für Eugene“, erklärt Gakstädter. In den USA geht der Mörsbacher im kommenden Monat bei der U20-Weltmeisterschaft (5. bis 9. August) für Deutschland an den Start. Das Ticket dafür hatte Kribelbauer mit Platz zwei bei der U20-DM in Wattenscheid und seiner dort überflogenen neuen Bestmarke von 5,17 Metern gelöst. Zuvor hatte sich der 18-Jährige in diesem Jahr schon von 5,02 über 5,05 Meter auf die WM-Normhöhe von 5,12 gesteigert.

Der große Favorit auf den DM-Titel bei den Männern ist Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics). Bei ihm scheint in dieser Saison der Knoten endlich wieder geplatzt zu sein – auf die 5,82 Meter in Hof Ende Juni folgten Mitte Juli in Madrid 5,90 Meter. Diese Höhe ist der 27-Jährige erst zum zweiten Mal in seiner Karriere gesprungen. Mit Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen) sowie Oleg Zernikel (ASV Landau) fehlen verletzungsbedingt gleich zwei der besten DLV-Stabhochspringer. Entsprechend hat auch Vorjahressieger Gillian Ladwig (Schweriner SC; 5,62 Meter) wieder sehr gute Chancen auf einen Podestplatz. Dahinter folgen mit Blick auf die persönlichen Bestleistungen Constantin Rutsch – und dann bereits Urich.

Als Dritte weit vorne in der Meldeliste der Frauen liegt mit ihrer in diesem Jahr aufgestellten neuen Bestleistung von 4,40 Metern auch die LAZ-Springerin Tamineh Steinmeyer. Allerdings ist der Start bei der DM für die 20-Jährige der erste seit dem Wettkampf in Düsseldorf Mitte Juni, bei dem sie sich eine Verletzung am linken Fuß zugezogen hatte. „Daher wird sie auch noch aus verkürztem Anlauf von elf Schritten springen“, erklärt Alexander Gakstädter. Im Training sei sie wieder schmerzfrei und springe nur noch vorsorglich mit Schiene: „Es fehlen ihr jetzt auch nur noch die technischen Sprünge und die komplette Sicherheit“, so Gakstädter. Dennoch werde es für Steinmeyer aus der Verletzung kommend und „aus verkürztem Anlauf eher schwierig“, in Hannover ganz vorne anzugreifen.

Für Paula Legner, die mit ihrer Bestleistung von 4,05 Metern und damit erfüllter DM-B-Norm (4,00) als Zwölfte der 14 Starterinnen die DM-Quali geschafft hat, gehe es bei dem Wettkampf der Frauen am Freitag darum, „nochmal zur technischen Stabilität zu finden“. Das habe in dieser Saison bei der 19-Jährigen nicht immer gut geklappt, sagt Trainer Gakstädter. Bei der U20- und der U23-DM war Legner in den vergangenen Wochen mit 3,70 – beziehungsweise 3,60 Metern unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Nach der Absage von Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) geht Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart) mit ihrer Saisonbestmarke von 4,60 Metern als Goldkandidatin an den Start. Vorne mitmischen dürften auch Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing, Saisonbestleistung: 4,47 Meter) und Friedelinde Petershofen (Werder Bremen, SB: 4,35). Aber vielleicht schafft es ja auch Tamineh Steinmeyer trotz ihrer gerade erst überwundenen Verletzung, in den Kampf um Edelmetall einzugreifen.