Staffel 4: Diese neuen Regelungen gibt es bei „Die Verräter“ – bringen sie Quote?


Staffel 4 Diese neuen Regelungen gibt es bei „Die Verräter“ – bringen sie Quote?

RTL schickt „Die Verräter“ zum vierten Mal ins Rennen – mit mehr Teilnehmern, neuen Spielregeln und einer ungewöhnlichen Programmstrategie. Doch die bisherigen Zahlen zeigen: Im Fernsehen blieb der große Durchbruch aus.

26.08.2026 , 19:48 Uhr

 Ein Buzzer ist nur eine Neuerung, die es in der vierten Staffel von „Die Verräter“ gibt. RTL hofft auf steigende Quoten.

Ein Buzzer ist nur eine Neuerung, die es in der vierten Staffel von „Die Verräter“ gibt. RTL hofft auf steigende Quoten.

Foto: RTL/Folge 04_001

Der Kölner Sender RTL will es noch einmal wissen. Die vierte Staffel von „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ läuft seit dem 3. August auf RTL+ und startete am Montag, 17. August, auch im Free-TV. Acht Folgen lang ziehen Sonja Zietlow und ihre prominenten Mitspielerinnen und Mitspieler in das belgische Château de Mielmont ein. Die entscheidende Frage lautet diesmal nicht nur: Wer verrät wen? Sondern auch: Schafft es RTL, aus einem Streaming-Erfolg endlich einen verlässlichen TV-Hit zu machen?

Das ist alles neu in Staffel vier von „Die Verräter“

Mehr Tempo, mehr Misstrauen, mehr Gesprächsstoff

Das Spielprinzip bleibt unverändert: Unter den prominenten Teilnehmern verstecken sich Verräter, während die Loyalen versuchen müssen, die Täter zu enttarnen. Wer am Ende die falschen Verdächtigen an den Runden Tisch zitiert, spielt den Verrätern in die Hände. Wer zu lange wartet, riskiert, selbst zum Opfer zu werden.

Neu ist vor allem, wie schnell die vierte Staffel diesen Mechanismus in Gang setzt. Noch bevor sich alle im Schloss richtig orientiert haben, sorgt ein ominöser Buzzer für Unruhe. Seine Betätigung schützt zwar vor dem ersten nächtlichen „Mord“. Zugleich zwingt die Entscheidung die betreffende Person, fünf Kandidatinnen und Kandidaten auszuwählen, von denen eine Person ausscheidet. Eine Entscheidung, mit der man sich nicht gerade beliebt macht im Schloss.

Die Zutaten von „Die Verräter“ passen – doch gelingt das Kochen

Das ist ein cleverer Start, weil er sofort eine persönliche Verantwortung schafft: Wer Namen nennt, macht sich angreifbar. Und wer nach wenigen Minuten noch nicht alle Mitspieler auseinanderhalten kann, muss womöglich eine Entscheidung treffen, die er später bereut. Für das Publikum entsteht dabei ein Vorteil, den die Kandidatinnen und Kandidaten nicht haben: Es darf beobachten, wie sich unmittelbar zu Sendebeginn die ersten Allianzen bilden – und wer sich schon früh verdächtig macht.

Auch die Rollenverteilung wird komplizierter. Ein weiterer Verräter wird per Telefonanruf vor den Augen der Gruppe bestimmt. Dadurch verändert sich die Dynamik: Die Mitspieler wissen, dass ein neues Mitglied der dunklen Seite nicht heimlich, sondern unter Beobachtung in das Spiel geschickt wurde. Ob der öffentliche Vorgang die Loyalen tatsächlich auf die richtige Spur bringt oder nur für noch mehr Ablenkung sorgt, gehört zu den spannendsten Fragen der Staffel.

Die Glaskugel setzt schließlich auf ein besonders direktes Element. Statt sich nur auf Gesten, Blicke, Versprecher und widersprüchliche Aussagen verlassen zu müssen, bekommt eine Person die Chance, eine andere unmittelbar nach ihrer Rolle zu fragen. Das klingt nach einer Abkürzung im großen Täuschungsspiel. Doch selbst eine direkte Antwort muss nicht automatisch die Wahrheit sein – und genau daraus kann neues Misstrauen entstehen. Das Rezept für einen Quotenerfolg ist also da. Wie gut ist aber der Koch?

Die Quoten der alten „Verräter“-Staffeln

Die Kurzbilanz: Im TV startete „Die Verräter“ meist ordentlich und verlor danach Zuschauer. Bei RTL+ war das Interesse stärker – die Zahlen sind aber nicht direkt mit TV-Quoten vergleichbar.

Staffel 1 (2023)

Staffel 2 (2024)

Staffel 3 (2025)

Kann die Event-Strategie die Quote von „Die Verräter“ retten?

RTL setzt in Staffel vier auf zwei Hebel gleichzeitig. Inhaltlich soll das Spiel durch Buzzer, Telefonanruf und Glaskugel schneller und unberechenbarer werden. Programmlich wird aus der Show ein zweiwöchiges Event mit vier linearen Abenden pro Woche. Das ist ein deutlicher Kurswechsel gegenüber den ersten Staffeln, bei denen sich die Spannung über mehrere Wochen verteilen musste.

Die Event-Programmierung hat einen Vorteil: Wer einmal einsteigt, kann deutlich schneller dranbleiben. Gerade bei einem Format, das stark vom Austausch über Verdächtigungen und Wendungen lebt, kann das wichtig sein. Zugleich bleibt ein Risiko. Auf RTL+ sind die Folgen bereits seit zwei Wochen verfügbar. Wer dort schaut, kennt die Entwicklungen früher als das TV-Publikum. Die lineare Ausstrahlung muss also gegen die eigene Vorabveröffentlichung ankämpfen – und gegen die Spoilergefahr in sozialen Netzwerken und Medien. (kig)