Stimmung gut, WM-Test der Frauen-Nationalmannschaft weniger


Stand: 24.08.2026, 23:09 Uhr

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Germany - HungarySpielerin Germany 	Brita Daub  Spielerin  Hungary -

In der deutschen Starting Five: Die Göttingerin Britta Daub (links, gegen die Ungarin Eszter Ratkai) erzielte in der Anfangsphase zwei Punkte und stand 19:57 Minuten auf dem Parkett. © Alciro Theodoro da Silva

Die deutschen Basketballerinnen haben ihren WM-Test in Göttingen verloren. Das Team leistete sich 19 Ballverluste und lief dem Rückstand hinterher.

Göttingen – Das war doch ein würdiger Rahmen! 2073 Zuschauer sorgten am späten Sonntagnachmittag für ein tolles Flair beim zweiten WM-Test der deutschen Frauen-Basketballnationalmannschaft gegen Ungarn – 13 Jahre nach dem Testspiel der deutschen Männer seinerzeit gegen Portugal. Während rund um das Match fast alles gut war, zeigte sich das Team von Bundestrainer Olaf Lange und Assistenzcoach Stefan Möller noch nicht in WM-Form.

Frauen-Basketball ist manchmal komisch.

Lange war erst 90 Minuten vor Spielbeginn aus Kanada über Frankfurt kommend in der S-Arena eingetroffen. Gerade noch rechtzeitig, sonst wäre Möller (als Stefan Mienack vor 14 Jahren einst BG-Trainer) der Chef an der Seitenlinie gewesen. „Wir sind nicht gut gestartet, Ungarn hat uns physisch lahmgelegt“, meinte Lange, der beim WNBA-Team Toronto Tempo assistiert. „Wir müssen gegen Druck besser sein. Wir haben aber viel gelernt in diesem Spiel“, so Lange weiter, der 19 Ballverluste seines Teams beklagte. Und überhaupt: Frieda Bühner, Nyara Sabally und Leonie Fiebich fehlten noch.

Dabei war dagegen die Göttingerin Britta Daub, die in der Bundesliga für Freiburg spielt. „Wir haben den Start ins erste und dritte Viertel verschlafen, sind aber aus dieser Bredouille zurückgekommen. Wir hatten zu viele Turnover in der Offensive und auch in der Defensive fehlte es“, so Daub.

Gleicher Meinung war auch Möller: „Wir hatten zuerst keine Kontrolle über das Spiel, in der zweiten Halbzeit waren wir dann stabiler, sind aber immer dem Rückstand hinterhergelaufen. Wir müssen defensiv besser zusammenarbeiten, können aus diesem Spiel viel mitnehmen.“

Was Möller, Lange und Britta Daub beeindruckte, war die Klassestimmung in der S-Arena. Mehr als 2000 Fans bei einem Testspiel – Respekt ans regionale Basketball-Publikum, dem am nächsten Samstag (17 Uhr) gleich der Testspiel-Hit zwischen Zweitligist BG und Erstligist Braunschweig bevorsteht. „Das war eine Super-Atmosphäre, die Stimmung war gut. Es hat nur gefehlt, dass wir die Fans nicht belohnen konnten. Göttingen ist eine Hochburg im Basketball“, meinte Nationalcoach Lange. „Wir haben uns hier megawohlgefühlt“, schloss sich Möller an. „Toll, dass so viele Zuschauer da waren“, freute sich Britta Daub, bevor sie mit Familie und Freunden das Spiel besprach. Selbst (Noch-)Oberbürgermeisterin Petra Broistedt gab sich mal die Ehre beim Basketball.

Welchen Stellenwert dieser Test hatte, zeigte sich unter anderem auch daran, dass „MagentaSport“ mit dem großen Besteck für den Live-Stream aufgefahren war. Kommentator und Ex-Nationalspieler Alex Frisch war mit Stefan Möller vor vielen Jahren sogar mal U14-Trainer beim ASC Göttingen. Die 3×3-Olympiasiegerinnen Svenja Brunckhorst und Elisa Mevius rundeten bei der TV-Übertragung das bis auf das Ergebnis gelungene Event ab. (Helmut Anschütz/gsd)